Apolda, Eiermannbau

Apolda, Eiermannbau

Open Factory: Leer stehende Architekturikone wird kollektiv aktiviert

»Der Eiermannbau als Ikone der Industriekultur wird auf konsequente Weise durch die IBA in eigener Trägerschaft weiterentwickelt. Damit zeigt die IBA Thüringen mit einem eigenen Projekt selbst auf, wie Leerstände einfallsreich, aktivierend und nachhaltig belebt werden können. Neuartig und risikomindernd ist die besondere Vertragsform der Anhandgabe, die zwischen der Eigentümerin LEG Thüringen und der IBA Thüringen als Generalmieterin bis 2023 gewählt wurde. Dies, aber auch der Verbleib der Immobilie in öffentlicher Hand, sind wichtige Voraussetzungen, um Standorte in strukturschwachen Räumen erfolgreich entwickeln zu können.«

Andrea Hofmann, Fachbeirätin IBA Thüringen

Die zwischen Jena und Weimar gelegene Kleinstadt Apolda war über Jahrzehnte ein wichtiger Industriestandort. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung von der Textilproduktion, zuerst von Strümpfen, später von Strick- und Wirkwaren. Nur einige der ehemals 6.000 Arbeitsplätze, die es allein in der Textilindustrie gab, sind nach der Wende erhalten geblieben. So stehen heute viele der großflächigen Produktionsorte der Stadt leer – einer davon war der Egon-Eiermannbau-Bau. Das Industriedenkmal entwickelt die IBA Thüringen seit 2018 zur Open Factory.

Der Eiermannbau ist das einzige Gebäude des Architekten Egon Eiermann in Thüringen. Ursprünglich gebaut als Weberei, wurden seit den Dreißigerjahren bis 1994 Feuerlöschgeräte am Standort produziert. Eiermann hat den Industriebau des Apoldaer Architekten Hermann Schneider 1938 bis 1939 erweitert, sensibel und aufmerksam die vorhandene Gebäudestruktur fortgeführt und gleichzeitig die funktionalen und ästhetischen Anforderungen seiner Zeit eingebracht. Egon Eiermann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Nachkriegsmoderne. Er war auch Möbeldesigner und Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Karlsruhe. Logik, Reinheit und Klarheit lauteten seine architektonischen Maxime.

Aneignung und Entwicklungskonzept Open Factory

Seit 1994 weitestgehend ungenutzt, bietet der Eiermannbau rund 6.000 Quadratmeter Geschossflächen und ein zwei Hektar großes Grundstück. Die IBA Thüringen aktiviert die denkmalgeschützte Immobilie unter dem Leitmotto 'Wie wenig ist genug?' und schließt damit auch an Eiermanns Prinzipien an.

Im Sommer 2016 fanden die ersten öffentlichkeitswirksamen IBA Aktivitäten im Eiermannbau statt. Vom 15. bis 30. Juni 2016 veranstaltete die IBA Thüringen in Kooperation mit der Wüstenrot Stiftung den IBA Campus 2016 - ZukunftsWerkstatt Eiermannbau. Rund 30 Studierende und Absolventen entwickelten dabei das Leitbild Open Factory, das die Grundlage für die weitere Entwicklung des IBA Projekts ist.

Auch im Sommer 2018 lebten, lernten und arbeiteten zwei Wochen lang 50 Kreative beim zweiten IBA Campus im Eiermannbau. Bei dem 14-tägigen Design-build-Workshop schufen sie Möbel und überraschende Übernachtungsmöglichkeiten, die nun als Ausstattung für Besucher und Gäste des Eiermannbaus dienen.

Auf Grundlage des 2016 von der IBA Thüringen erarbeiteten Finanzierungs- und Nutzungskonzepts für die Open Factory erwarb die LEG Thüringen im Dezember 2017 den Eiermannbau. Die beiden Landesgesellschaften IBA Thüringen und LEG Thüringen arbeiten hier mit der Form der Anhandgabe; bis 2023 ist dabei die IBA Thüringen Entwicklerin des Projekts. Diese Form der Zusammenarbeit soll modellhaft für den Umgang mit Leerstand stehen.

Erste Nutzung und Ausbau

Die IBA Thüringen ist Entwickler und Placemaker des Eiermannbaus. Als erste Nutzerin zog sie bereits im Sommer 2017 provisorisch in das Industriedenkmal. Sie will auch andere motivieren, den Ort zu entdecken und hier zu arbeiten. Dazu entwickelte die IBA von Februar bis Oktober 2018 ein prototypisches Ausbau- und Nutzungskonzept für 750 Quadratmeter im Eiermannbau. Im Herbst 2018 war es schließlich soweit, das IBA Team bezog das kostengünstig-funktionale und zugleich gestalterisch-souveräne Büro mit Gewächshäusern im zweiten Obergeschoss, das mit einer von der IBA herausgegebenen Do it yourself Anleitung  nachgebaut werden kann. Dank der Haus-in-Haus-Lösung ist es möglich, über das Jahr hinweg zwei Klimabereiche zu nutzen.

Das IBA Büro ist ein experimentelles Pilotprojekt für das einfache Bauen. Wichtigstes Ziel des IBA Ausbaus war es, dabei beispielhaft für weitere Nutzer zu sein. Durch Selbstbau, neue Standards in Nutzungsart und -intensität sowie einem konsequenten Haustechnikkonzept ist es für das IBA Team und seine Besucher schnell zu einem inspirierenden Arbeits- und Veranstaltungsort geworden. 2020 wurde das IBA Büro für den DAM Preis 2021 nominiert.

Um eine ganzjährige Vermietung der Open Factory zu ermöglichen, wird der Eiermannbau ab 2021 weiter ausgebaut: In allen Geschossen wird die bisher noch fehlende Gebäudetechnik ergänzt. Teilweise findet ein räumlicher Ausbau statt. So können in einzelnen der 250 bis 400 Quadratmeter großen Hallen nach dem Ausbau auch kleine Mieteinheiten angeboten werden. Außerdem wurde 2021 ein Rahmenplan zur zukünftigen Nutzung und Aktivierung der zwei Hektar großen Freifläche erarbeitet.

Das Projekt wird gefördert im Programm ›Nationale Projekte des Städtebaus‹ des Bundesministeriums für Inneres, Bau und Heimat (BMI) sowie vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. 

Projektprozess 
Textilworkshop mit Apoldaer Schüler:innen
07. Juli 2022

Textilworkshop mit Apoldaer Schüler:innen

Stand der Projektentwicklung ›Open Factory‹ im Apoldaer Stadtrat vorgestellt
09. Februar 2022

Stand der Projektentwicklung ›Open Factory‹ im Apoldaer Stadtrat vorgestellt

Umbau des Eiermannbaus beginnt
03. Januar 2022

Umbau des Eiermannbaus beginnt

Der Ausbau 2022 beinhaltet Maßnahmen, die eine ganzjährige Vermietung und Vermarktung des Eiermannbaus endlich ermöglichen. Neben der Installation der Gebäudetechnik findet auch ein räumlicher Ausbau statt, um das Gebäude schnell nutzen zu können. Auch einzelne denkmalpflegerische Maßnahmen werden durchgeführt. Mit Baukosten in Höhe von 350 EUR/qm BGF ist der Ausbau minimalinvasiv und folgt der Frage ›Wie wenig ist genug?‹.

Perspektivisch soll der Standort entsprechend des Ressourcenschutzkonzepts mit lokalen, erneuerbaren Energien versorgt werden. Die Gebäudetechnik wird offen und deckenseitig installiert, so bleiben die Einheiten maximal flexibel für spätere Nutzungen. Entsprechend des Klimakonzepts des Ingenieurbüros Hausladen wird in der Heizsaison ein Makro- und Mikroklima im Gebäude erzeugt. Die Gebäudehülle wird nicht energetisch optimiert. Das Makroklima wird als Zwischenklimazone lediglich niedrig temperiert, um die Transmission- und Lüftungswärmeverluste im Winter gering zu halten. In den eingestellten Räumen wird mithilfe von Infrarotheizkörpern ein Mikroklima erzeugt, dass den Komfortansprüchen der Nutzer:innen entspricht.

Der Ausbau folgt den Prinzipien der Nachhaltigkeit und des zirkulären Bauens: Bauteile werden, soweit möglich, sortenrein verbaut; nachwachsende Rohstoffe, wie Stroh und Holz, oder recyceltes Baumaterial werden verwendet; die Einbauten sind rückbaubar und wiederverwendbar. Der Eiermannbau stellt sich konsequent den Herausforderungen der Bauwende.

Mit der Dachterrasse wird ein wichtiger Gebäudeteil des Eiermannbaus vollständig denkmalgerecht saniert. Aufgrund verschiedener Schäden konnte sie in der letzten Jahren nur noch eingeschränkt genutzt werden. Hier wird das Baudenkmal zum Zeugnis seiner Zeit: Eiermann realisierte ein Stück gebauter Moderne - ein Schiffsdeck mit schlanker Stahlreling, Schornstein und Flugdach als Pausenbereich der ehemaligen Industriearbeiter:innen. In Zukunft können die Nutzer:innen und Gäste der Open Factory diesen Ort wieder vollends genießen.

Bauzeit: Januar bis Oktober 2022
Baukosten: 2,4 Mio. Euro
Kennwert Kostengruppen 300/400 je Quadratmeter BGF: 350 EUR

Konzept und Architektur: IBA Thüringen, Apolda
Fachplanung HLS: Ingenieurbüro Peter Hilbig, Bad Sulza
Fachlanung ELT: GBI Gesellschaft beratender Ingenieure, Erfurt
Fachplanung Tragwerk und Brandschutz: Ingenieurbüro Matthias Münz, Weimar
Fachplanung Freiraum: Rudolph Langner - Station C23, Leipzig

Parallel zum Eiermannbau wird auch das zweite Bestandsgebäude der Liegenschaft, der sogenannte Winkelbau, durch die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) Thüringen saniert. Hier kann ab Frühjahr 2023 das derzeit in der Nachbarschaft ansässige Lebenshilfe-Werk Weimar/Apolda e.V. mit dem Zentrum für ambulante Komplexleistungen (ZAK) und der Frühförderung einziehen.

Freiflächenkonzept der Open Factory fertiggestellt
30. September 2021

Freiflächenkonzept der Open Factory fertiggestellt

Auf den über 9.000 Quadratmeter großen Entwicklungsfeldern soll hier sukzessive ein Lern- und Versuchsort für lokale Rohstoffe und regionale Wertschöpfung entstehen.

Das Freiflächenkonzept inklusive des Erarbeitungsprozesses wurde ausführlich dokumentiert. Es wurde anschließend in einen Rahmenplan als informelles, planerisches Instrument überführt, in dem Regeln und Grenzen für die zukünftige akteur:innenbezogene Entwicklung der Fläche definiert werden.

Der Rahmenplan für die Freiflächenentwicklung sowie der Stand der Projektentwicklung der Open Factory wurde am 9. Februar 2022 im öffentlichen Teil des Apoldaer Stadtrats vorgestellt.

​Dokumentation ›Freiflächenkonzept Open Factory Apolda‹

Rahmenplan zur Freifläche Open Factory Apolda

Freiflächenaktion am Tag der Architektur 2021
27. Juni 2021

Freiflächenaktion am Tag der Architektur 2021

Für den Tag der Architektur setzten sie unter Mithilfe des Gartenbauteams des Lebenshilfe-Werks Weimar/Apolda e.V. sowie von Studierenden aus Kassel und Weimar das Konzept provisorisch auf dem Grundstück um. So waren die zukünftige Struktur und die Entwicklungsmöglichkeiten der Freifläche eins zu eins nachvollziehbar.

In mehreren Führungen und einem Podiumsgespräch mit Pioniernutzer:innen wurden die Überlegungen zum Freiflächenkonzept vorgestellt und diskutiert.

Daneben luden auf der Freifläche diverse Infotafeln und große pflanzengefärbte Fahnen von Susanne Frenzel zum individuellen Entdecken des Areals ein.

Ein Pflanzenfärbeworkshop und die Versorgung durch das Lebenshilfe-Werk ergänzten das baukulturelle Angebot. Auch Radio Apolda, aktuell mit Studio im Eiermannbau, war vor Ort und produzierte eine einstündige Sendung mit O-Tönen der Macher:innen und Besucher:innen.

Programmflyer ›Tag der Architektur 2021 – Eiermannbau Aplda‹

Ressourcenschutzkonzept der Open Factory fertiggestellt
20. April 2021

Ressourcenschutzkonzept der Open Factory fertiggestellt

Das Ressourcenschutz- aber auch das im Sommer 2021 fertiggestellte Freiflächenkonzept für die Open Factory sind ein Versuch, konkretes, nachhaltiges Handeln am Standort zu ermöglichen und dabei eine hohe Verbindlichkeit der Umwelt gegenüber auszusprechen. Mit beiden vorliegenden Konzepten geht die Standortentwicklung in eine nächste Phase, bei welcher der gemeinsame, umweltbezogene Fokus die Basis für die zukünftigen Entwicklungen darstellen wird.

Ermöglicht wurde die Konzeptentwicklungen durch die Förderung als Nationales Projekt des Städtebaus durch das Bundesbauministerium (BMI) sowie durch Zuwendungen für herausgehobene sonstige Infrastrukturinvestitionen des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL). 

Dokumentation ›Ressorcenschutzkonzept Eiermannbau Apolda‹

Probenutzung 2020: #eintrittfrei
01. Juli 2020

Probenutzung 2020: #eintrittfrei

Eiermannbauentwicklung wird gefördert durch Bundesprogramm ›Nationale Projekte des Städtebaus‹
15. Oktober 2019

Eiermannbauentwicklung wird gefördert durch Bundesprogramm ›Nationale Projekte des Städtebaus‹

Im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat wurde am 15. Oktober 2019 die Förderurkunde entgegengenommen. Fotograf: Pixel & Dot Photograph

Probenutzung 2019: ›Hotel Egon‹ im Eiermannbau
05. Juli 2019

Probenutzung 2019: ›Hotel Egon‹ im Eiermannbau

Die Hotellobby im Erdgeschoss des Eiermannbaus war ein beliebter Aufenthaltsort im Sommer 2019. Nicht nur die Hotelgäste, auch Besucher:innen der Ausstellung ›StadtLand‹ schauten im Empfangsbereich, der Lounge und zeitweisen Küche vorbei.

›Hotel Egon‹ heißt ungewöhnliches Übernachten im Eiermannbau. Die Zimmerauswahl reichte dabei vom Zelten auf dem Freigelände und über das Bett in der Ausstellung bis hin zum CoSleeping in den ehemaligen Umkleiden.

Die Egon-Bar ganz oben auf der großartigen Dachterrasse lud täglich ab 17 Uhr neben den Hotelgästen und -beteiligten auch Besucher:innen aus Apolda und Umgebung zum gemeinsamen Tagesausklang ein.

Fertigstellung: Ausbau IBA Büro im Eiermannbau
23. Oktober 2018

Fertigstellung: Ausbau IBA Büro im Eiermannbau

Das Ausbaukonzept für die mit einem Stützenraster von 5x5 Meter gegliederten und lichtdurchfluteten Räume basiert auf einer einfachen Haus-in-Haus-Lösung, bei welcher die bemerkenswerten Architekturqualitäten und Denkmaleigenschaften erhalten bleiben.

Die Ausbaupläne wurden zunächst in ein maßstabsgetreues Modell übertragen. Im Herbst 2018 konnte die IBA schließlich das fertiggestellte Büro mit Gewächshäusern im 2. OG beziehen.

Das von den Architekten des IBA Teams selbst geplante Ausbaukonzept für das IBA Büro wurde von sechs Werkstudierenden der Bauhaus-Universität Weimar ausgeführt. Das sechsköpfige Baukollektiv bestand aus Tobias Grabowski, Hannes Heitmüller, Simon Martini, Nicholas Schüller, Till Teubner und Katharina Wittke.

Auf einem Holzsockel von 3,1 x 2,3 Metern wurde ein handelsübliches Mauergewächshaus von der Palmen GmbH
aufgesetzt.

Das IBA Büro nach der Fertigstellung. Die niedrigen Brüstungshöhen von Egon Eiermann wurden bewusst in den Sockelhöhen des Ausbaus aufgenommen, um den Raum weiterhin als Ganzes wirken zu lassen.

Im Unterschied zu den Arbeitsplätzen in transparenten Gewächshäusern ist der Besprechungsraum nach innen orientiert. Drehtüren ermöglichen verschiedene Arten von Konzentration und Rückzug.

IBA Campus 2018: Ausstattung für Gäste und Besucher
18. August 2018

Eiermannbau Apolda wurde von jungem IBA Campus-Team in zwei Wochen für zukünftige Besucher und Gäste weitergebaut

Öffentlicher Start der Entwicklung als Open Factory
31. Mai 2018

Öffentlicher Start der Entwicklung als Open Factory

Auf Grundlage des 2016 von der IBA Thüringen erarbeiteten Finanzierungs- und Nutzungskonzepts für die Open Factory erwarb die LEG Thüringen im Dezember 2017 den Eiermannbau. Die beiden Landesgesellschaften IBA Thüringen und LEG Thüringen arbeiten hier mit der Form der Anhandgabe; bis 2023 ist dabei die IBA Thüringen Entwicklerin des Projekts. Diese Form der Zusammenarbeit soll modellhaft für den Umgang mit Leerstand stehen.

250 Gäste kamen 2018 zum IBA Salon ›Es geht auch anders!‹, der den Einzug der IBA Thüringen in den Eiermannbau umrahmte.

Zu den Vortragenden des Salons zählte unter anderem Marius Rommel, Nachhaltigkeitsökonom am ZOE-Institut für zukunftsfähige Ökonomien, der in seinem Impulsvortrag über die Kraft des lokalen Wirtschaftens sprach.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprachen (v.l.) Andreas Foidl, Senior-Partner der belius GmbH, Sabine Wosche, Geschäftsführerin der LEG Thüringen und Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen über die nachhaltige Entwicklung des IBA Projekts Eiermannbau zur Open Factory.

Zwischennutzungen im Eiermannbau 2017
30. November 2017

Zwischennutzungen im Eiermannbau 2017

Fünf Monate lang arbeitete das Team der IBA Thüringen in ihrer temporär eingerichteten Geschäftsstelle im Saal des Eiermannbaus.

Zur ersten ›Eiermann und Freunde‹ Veranstaltung im Juli 2017 öffnete das IBA Team den Eiermannbau für Interessierte und Neugierige.

Vom 7. bis 27. September 2017 machte die Wanderausstellung ›Baukultur gewinnt!‹ Station im Eiermannbau Apolda. Umrahmt wurde die Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Baukultur von zwei Baukultursalons.

IBA Campus 2016: Leitbildentwicklung Open Factory
30. Juni 2016

IBA Campus 2016: Leitbildentwicklung Open Factory

26 Teilnehmende aus insgesamt acht Ländern kamen vom 15. bis 30. Juni 2016 nach Apolda und lebten und arbeiteten beim IBA Campus ›Zukunftswerkstatt Eiermannbau‹ in der noch leeren Architekturikone.

Gemeinsam entwickelte das Campus Team mit jungen Architekt:innen, Künstler:innen, Designer:innen, Stadtplaner:innen, Soziolog:innen und Ökonom:innen Nutzungsstrategien für das Gebäude.

Den Eiermannbau mit Leben zu füllen bedeutete auch, ihn vorübergehend mit allen notwendigen Versorgungsfunktionen auszustatten.

Vorprojektphase: Gebietskulisse Bahnhof Apolda
17. Oktober 2014

Vorprojektphase: Gebietskulisse Bahnhof Apolda

In einem Semesterprojekt beschäftigten sich Studierende der Bauhaus Universität Weimar ein halbes Jahr intensiv mit dem Bahnhof Apolda. Im Sommer 2014 fand durch die Ausstellung ›Ausgeliehen‹ eine erste Aktivierung des Bahnhofsgebäudes statt.

Für die Ausstellung inszenierten die Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar die Schalterhalle und luden Interessierte zum gemeinsamen Austausch in den Bahnhof Apolda ein.

Im Mittelpunkt des IBA Salons ›Bleibt alles anders! Positionen über den Leerstand‹ am 16. Oktober 2014 im Bahnhof Apolda stand die Frage nach dem Umgang, der zeitweilige Nutzung und ‚Inkulturnahme’ lehrstehender Gebäude.

Parallel zum Salon wurden in der Ausstellung ›open: station‹ im Bahnhofsgebäude 300 Minuten lang die Ergebnisse und Zukunftsstrategien für das Bahnhofsgebäude aus den Semesterprojekten der Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar präsentiert.

2017 wurden im Vorfeld der Landesgartenschau in Apolda neben ersten Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude auch die Umgestaltung der Freiflächen rund um den Bahnhof durchgeführt.

Städtebaulicher Szenarioprozess Gebietskulisse Bahnhof Apolda 2016/17

Zwischen November 2016 und März 2017 führten die Stadt Apolda, LEG Thüringen und IBA Thüringen ein öffentliches, kooperatives Werkstattverfahren zur Zukunft der Gebietskulisse um den Bahnhof Apolda mit vier renommierten Planungsbüros durch. Auch das Bahnhofsumfeld war IBA Kandidat, bevor sich der IBA Prozess ab 2017 auf die Entwicklung des Eiermannbaus konzentrierte. Ziel des in Fachkreisen als Phase Null bezeichneten Verfahrens war es, über ein kooperatives Arbeitsformat ein gemeinsames Entwicklungsleitbild für die Gebietskulisse um den Bahnhof Apolda zu entwickeln und eine Verständigung zwischen allen Beteiligten über die Herausforderungen, Entwicklungsbedingungen und Nutzungsperspektiven der Kulisse herzustellen. Drei Areale im Umfeld des Bahnhofs wurden dabei im Zusammenhang bearbeitet: das ehemalige Gelände der Firma Rotationssymmetrische Teile (RST), der ehemalige Standort der Apollowerke, später Nori-Möbel-Werke, und das Bahnhofsumfeld selbst mit dem verbliebenen Wasserturm als Teil des Denkmalensembles. Auch eine erweiterte Betrachtung mit den umliegenden Kleingartenanlagen bis zum Eiermannbau fand dabei statt.

Nach einer Auftaktwerkstatt und einer Zwischenpräsentation fand im März 2017 die öffentliche Abschlusswerkstatt statt, bei welcher die vier beteiligten Planungsbüros ihre Zukunftsentwürfe der Öffentlichkeit vorstellten.

Eingeladen waren mit Modulorbeat aus Münster, der Sozietät für Architektur BeL aus Köln, Studio Vulkan aus Zürich und der EnergieWerkStadt aus Weimar vier interdisziplinär arbeitende Büros mit breiter Erfahrung. Das Werkstattverfahren wurde von dem Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklung aus Dortmund koordiniert und moderiert. Zusätzlich zu den vier Planungsbüros waren externe Berater aus verschiedenen Disziplinen an der Qualifizierung der Entwürfe beteiligt. Vier Monate beschäftigten sie sich mit den Standorten rund um den Bahnhof. Alle vier gingen von einer künftigen Mischnutzung der Gebiete aus. Sie empfahlen eine schrittweise Entwicklung, räumten dem Bestand Vorrang vor Abriss und Neubau ein, widmeten sich Fragen der ressourcenschonenden Energieversorgung sowie den Ressourcenkreisläufen und der Stadt als landwirtschaftlicher Produktionsfläche. Die Frage nach einer neuen, postindustriellen Produktion wurde weitestgehend mit kreativen und grünen Nutzungen auf den Standorten beantwortet. Ergebnis des Verfahrens ist ein Entwicklungsleitbild sowie sieben Empfehlungen zur Entwicklung der städtebaulichen Gebietskulisse, die auch unmittelbare Anknüpfungspunkte für eine Planung und Durchführung beinhalten.

Links / Downloads
Dokumentation Werkstattverfahren Gebietskulisse 2016/17
IBA Film ›Abschluss Werkstattverfahren Apolda‹

Kalender 
03. Januar 2022 bis 31. Oktober 2022
Ort 
Auenstraße 11
99510 Apolda
Deutschland
Träger
Kooperationspartner
Baubeteiligte seit 2018
Ansprechpartner:innen

Katja Fischer
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-11
katja.fischer@iba-thueringen.de

Dorothee Schmidt 
Vermietung und Vermarktung 
Telefon +49 3644 518 32-06‬‬
dorothee.schmidt@iba-thueringen.de

Alexander Stief
Projektmitarbeiter Open Factory
Telefon +49 3644 518 32-03
alexander.stief@iba-thueringen.de