Internationale Bauausstellung Thüringen 

Thüringen ist im Wandel. In der Kultur, in der Vielfalt seiner Städte und Dörfer und in seinen landschaftlichen Qualitäten liegen die Chancen für eine nachhaltige Zukunft im Freistaat. Doch es braucht neue Allianzen, eine schnelle Bauwende und regionale Kreisläufe, um den Zusammenhalt zwischen Stadt und Land zu stärken. Die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen hat mit hunderten Partner:innen experimentelle Projektprozesse im StadtLand durchgeführt. Jedes erprobt eine nachhaltige Raumpraxis und steht Modell für neue Lebens- und Wirtschaftsweisen, aber auch für die Herausforderungen, denen StadtLand-Akteur:innen begegnen.

Eingerahmt in die aktuellen Baukulturdebatten hat die IBA vom 5. Mai bis 29. Oktober 2023 die Ergebnisse dieser Projektarbeit in ihrer Abschlussausstellung im Eiermannbau Apolda zur Diskussion gestellt: StadtLand — von Thüringen lernen!

Die IBA Thüringen endet zum 31.12.2023.

StadtLand Positionen

Erfahrungen, Erkenntnisse und Empfehlungen zum Abschluss der IBA Thüringen

Im Jahr 2012 wurde die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen ins Leben gerufen, im Jahr 2023 endet sie. Gemeinsam mit Städten und Gemeinden, Landesgesellschaften, Aufsichts- und Fachbeiräten, Unternehmen, Vereinen, Genossenschaften, Initiativen und Privatpersonen hat sie ressourcenbewusste Projekte mit gemeinwohlorientierten Werten in und für Thüringen entwickelt: innovativ, experimentell, zum Nachahmen. Rund 1.400 Menschen gehören dem engeren und weiteren IBA Netzwerk an. Die resultierenden Erfahrungen, Erkenntnisse und Empfehlungen sind im folgenden Positionspapier zusammengefasst, das am 18. Oktober 2023 im Erfurter Landtag vorgestellt wird. Es richtet sich an die Politik und Verwaltung des Freistaats Thüringen sowie an wichtige Verbündete bei der Entwicklung des Landes. An seiner Ausarbeitung hat der IBA Fachbeirat mitgewirkt.

Von Juni bis September 2023 haben sich die Thüringer IBA Akteurinnen und Akteure mit über 600 Beteiligten in einem mehrteiligen Debattenformat über die Zukunft der ländlichen Räume ausgetauscht. Dieses StadtLand Forum wurde von der IBA Thüringen und der Wüstenrot Stiftung veranstaltet. Die Foren waren überregionale Plattform und Lernort in einem und ein wichtiger Meilenstein zum StadtLand Positionspapier.


nextpractice Klimatool Freiraum: Nordpark Nordhausen

Das Klimatool ist Neuland, denn konkrete Bilanzierungen als Grundlage für CO₂-sparendes Bauen werden bisher nur bei Hochbauprojekten mit hohen Nachhaltigkeitsstandards umgesetzt, aber nicht in der Landschaftsarchitektur. Im Nordpark wird die Umsetzbarkeit der CO₂-Bilanzierung für den gesamten Herstellungsprozess, von der Planung über den Bau bis zur Pflege, ein erstes Mal erprobt und Maßnahmen zur Vermeidung, Reduktion und Neutralisation untersucht. Gleichzeitig zeigen sich Handlungsfelder, die durch Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gelöst werden müssen, auch geänderte Regularien für öffentliche Vergaben zugunsten CO₂-sparender Materialien und Transporte gehören dazu.

Im Rahmen einer nextpractice-Veranstaltung am 17. Oktober 2023 wurde das IBA Projekt Nordpark mit dem Klimatool vorgestellt. Mit dabei waren: Petra Diemer, Stadt Nordhausen; Sonja Griebenow, LINNEA Landschaftsarchitektur Hannover; Kerstin Faber, IBA Thüringen.

Die Aufzeichnung der Veranstaltung finden Sie hier!


IBA StadtLand Bücher ausgezeichnet!

Frankfurter Buchmesse und DAM verleihen ›Stadtland Perspektiven‹ und ›Stadtland Projekte‹ internationalen DAM Architectural Book Award

Am 18. Oktober wurden die von der IBA Thüringen im Rahmen ihres Finaljahres herausgegebenen Bücher ›StadtLand Perspektiven. Für eine neue Raumkultur‹ und ›StadtLand Projekte. Für eine neue Raumpraxis‹ mit dem Verlagspreis DAM Architectural Book Award ausgezeichnet. Der Verleger Michael Kraus, der Grafikdesigner Florian Lamm und die IBA Projektleiterin und Gast-Prof. Kerstin Faber nahmen den Preis in Frankfurt a.M. entgegen. Der in seiner Art einmalige und inzwischen hoch angesehene Preis zeichnet die besten Architekturbücher eines Jahres aus. 102 Architektur- und Kunstbuchverlage haben Publikationen eingereicht, zehn Verlage wurden ausgezeichnet.

In der Jurybewertung heißt es: »Die Publikationen sind wertvolles Archiv und kreativer Ausdruck dafür, dass Architektur und Design eine entscheidende Rolle spielen können, um eine nachhaltige und gemeinwohlorientierte Zukunft zu gestalten. Genau wie die Projekte der IBA Thüringen als Pilotprojekte zur Nachahmung einladen, so lädt auch die Buchgestaltung dazu ein, sie als Vorbild zu betrachten.«



Deutscher Architekturpreis 2023: 
Eiermannbau erhält Anerkennungspreis

Der Umbau und die Aneignung des Eiermannbau Apolda, Projekt und Sitz der IBA Thüringen, wurden von einer hochkarätigen Jury mit einer Anerkennung beim Deutschen Architekturpeis 2023 ausgezeichnet. Insgesamt wurden 200 Projekte eingereicht von denen elf einen Preis erhielten. Die Würdigung der Open Factory Eiermannbau wird zurückwirken auf Apolda, auf Thüringen, auf einen engagierten Prozess mit unglaublich vielen Beteiligten, die alle einen Anteil am Erfolg haben. Und sie macht uns Mut für die kommenden Jahre: für das Projekt wie für eine konsequente Umbaukultur.

In der Jurybewertung hieß es: »Der Eiermannbau zeichnet sich durch einen ernst genommenen und ganzheitlichen Umgang mit den zur Verfügung gestellten Mitteln aus und ist darüber hinaus ein wichtiger Beitrag und Nukleus für eine alternative Arbeitswelt in Apolda und den Stadt-Land-Diskurs der IBA Thüringen.«



Sehen wir uns in Nordhausen?

Nordhausen, Ecke Stolbergstraße / Dr.-Robert-Koch-Straße 
Eintritt frei 

Im Zuge des Klimawandels beschäftigen sich die Partner:innen der IBA Thüringen mit dem Ressourcenschutz und dem Umbau der Energiesysteme in Stadt und Landkreis Nordhausen. In Nordhausen-Nord wird der Weg zu einer klimagerechten Quartiersentwicklung anhand mehrerer IBA Projekte aufgezeigt. Ein möglichst geringer Rohstoff- und Energieverbrauch auf erneuerbaren Grundlagen steht im Zentrum des Handelns. Die Ausstellung führt in die Strategien die IBA Vorhaben vor Ort ein.


Sehen wir uns in der Dorfregion Seltenrain?

Am Anger 74, Sundhausen
Eintritt frei 

In einer gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit entsteht in der Dorfregion Seltenrain ein gemeinsames Gesundheits-, Pflege- und Versorgungsnetzwerk. Damit ist ein Kernthema des ländlichen Raums angesprochen, nämlich wie man Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig den sozialen Zusammenhalt kooperativ organisiert. Die Ausstellung im Landzentrum Sundhausen stellt den Gestaltungsprozess der Gesundheitskioske und des Landzentrums vor.