Projekte

Stadtland

Die IBA Thüringen macht das STADTLAND zu ihrem Thema. Sie konzentriert sich auf drei IBA Baustellen, wo Umdenken und Umbauen, Kooperationen und eine Kultur des guten Planens und Bauens in Stadt und Land im Mittelpunkt stehen.

UMBAUEN LeerGut

Wir aktivieren zahlreiche Leerstände im Land, bauen um und kombinieren neue Nutzungsmodelle mit anderen Baustandards.

Blankenhain, Vivendium

Blankenhain, Vivendium

Blankenhain, Vivendium

Spiritualität und Heilkraft: Gesundheitskirche wird für Therapien genutzt

»Das Projekt ›Vivendium‹ rückt die Förderung der ganzheitlichen Gesundheit in den Fokus. Die Kirche St. Severi im Kontext weiterer medizinischer Einrichtungen als einen Ort des musisch- künstlerisch- therapeutischen Heilens zu gestalten, ist eine gelungene Variante der gesellschaftlich-integrativen Nutzung von Gotteshäusern.«
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin IBA Thüringen

Ein breites Netzwerk von lokalen Akteuren entwickelt die Kirche St. Severi in Blankenhain zu einer Gesundheitskirche namens Vivendium. Spiritualität und Therapien sollen hier gemeinsam Raum finden. Ein Licht- und Möblierungskonzept wird die Entwicklung unterstützen. Der IBA Fachbeirat lobt den behutsamen Umgang mit der historischen Bausubstanz der Kirche, die gesellschaftlich relevante Nutzungsidee und den deutlichen Bezug zur Stadt Blankenhain und dem Klinikum.

Im August 2018 fand ein Agentur-Pitch zum Möbel- und Lichtdesign statt. Den Zuschlag erhielt die Arbeitsgruppe Mäder/Haslbeck und loeserbettels aus Halle. Im Dezember 2019 wurde das Team bis Leistungsphase 4 von der Kirchengemeinde beauftragt.

Modellfotos der Arbeitsgruppe MÄDER/HASLBECK & LOESERBETTELS

Modellfotos der Arbeitsgruppe MÄDER/HASLBECK & LOESERBETTELS

Renderdarstellungen der Kirchenmöbel von der Arbeitsgruppe MÄDER/HASLBECK & LOESERBETTELS

In einem weiteren Schritt sollen die Freiflächen um die Kirche gestaltet und die ehemalige Kantorei unter anderem als Schule für pflegende Anghörige entwickelt werden.

Das IBA Projekt gehört zu den ausgewählten Modellprojekten des offenen Ideenaufrufs ›Querdenker 2017‹. 

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St. Severi in Blankenhain erhält IBA Projektstatus
06. September 2019

St. Severi in Blankenhain erhält IBA Projektstatus

Schwarzatal, Haus Bräutigam

Schwarzatal, Haus Bräutigam

Schwarzatal, Haus Bräutigam

Neue Stadt-Land-Verbindung: Verein entwickelt Sommerfrischehaus

Der Verein Haus Bräutigam e.V. entwickelt das derzeit leer stehende ehemalige Sommerfrische Haus in Schwarzburg zu einem Ort für temporäres Wohnen und Arbeiten, nachdem die Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V. das Objekt in der Ortsmitte vor dem Abriss bewahrt hatte. Die gemeinschaftlich organisierte Transformation des Hauses soll zu einem zukunftsfähigen Modell für ressourcenschonende Umbau- und Umnutzungsprojekte mit Ausstrahlung in den Ort, die Region und darüber hinaus werden.

›Haus Bräutigam‹ steht damit für eine fruchtbare neue Stadt-Land-Verbindung. Zusätzlich zum IBA Projektstatus hat der Verein Fördermittel unter anderem von der Förderinitiative ›Ländliche Entwicklung in Thüringen‹ mit Mitteln aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) eingeworben und im Herbst 2019 mit dem Rückbau von Anbauten an der vorgehängten Fassade begonnen. Dadurch konnte das historische Fachwerk wiede freigelegt werden.

Das IBA Projekt gehört zur Projektfamilie Sommerfrische Schwarzatal.

Der Verein Haus Bräutigam präsentierte sich und seine Arbeit zum Tag der Sommerfrische 2019 zum ersten Mal. Unter anderem wurden hier im historischen Sommerfrischehaus die Ausbaupläne für das IBA Projekt präsentiert.

Im Herbst 2019 wurde mit dem Rückbau von Anbauten an der vorgehängten Fassade begonnen. Das historische Fachwerk konnte so bereits wieder freigelegt werden.

Zum Tag der Sommerfrische 2020 werden vom Verein Haus Bräutigam Führungen über die Baustelle angebote. Ein zusätzlicher Infostand wird über alle Aktivitäten des Vereins an diesem tag berichten.

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Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Haus Bräutigam
29. Juli 2020

Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Haus Bräutigam

Ministerpräsident Ramelow wurde durch Haus Bräutigam geführt, das seit 2019 behutsam saniert wird.

Unter dem Motto ›Land & Leute‹ ging Ministerpräsident Ramelow vom 20. bis zum 30. Juli 2020 auf Reisen quer durch ganz Thüringen, wo er rund 30 Ziele in allen Landkreisen des Freistaats besuchte. „Mit viel Kreativität, Fleiß und Erfolg treiben die Menschen im ländlichen Raum Thüringens ihre Projekte voran und zeigen an vielen Stellen, wie lebenswert das Land auch abseits der städtischen Zentren ist“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow in Hinblick auf das Programm der Thüringen-Tour.

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Haus Bräutigam
Am Schloßberg 10
07427 Schwarzburg
Deutschland
Förderer
  • Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft:
  • Maßnahmen und Projekte der Regionalentwicklung und zur Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels
  • Revitalisierung von Brachflächen
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
​ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Neustadt am Rennsteig, Michaeliskirche

Neustadt am Rennsteig, Michaeliskirche

Neustadt am Rennsteig, Michaeliskirche

Andacht und Tourismus: Kirche als Her(r)berge

»Das Angebot, in einer Kirche übernachten zu können, zieht Menschen aus nah und fern an und die Kirche gewinnt so als gesellschaftlicher Mittelpunkt der Gemeinde an neuer Attraktivität. Die Her(r)bergskirche ist dabei ein gelungenes Beispiel für nachhaltigen Tourismus.«
Prof. Brabara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen  

Wie schläft es sich in einer Kirche? In Neustadt am Rennsteig haben regionale Akteure und externe Ideengeber, angestoßen vom offenen Querdenker-Aufruf 2017 der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland und der IBA Thüringen, ein neues Nutzungskonzept für ihren Kirchenraum in der Michaeliskirche gesucht. Entstanden ist die Idee für die erste Her(r)bergskirche im Thüringer Wald.

2017 gab es zunächst eine provisorische Lösung, 2018 konnte dauerhaft eine Schlafnische im hinteren Bereich der neuromanischen Chorturmkirche eingerichtet werden. Das Modellvorhaben in Neustadt ermöglicht nun Übernachtungen im Gotteshaus: Bis zu zwei Personen finden hier bequem Platz, 2018 übernachteten hier bereits 93 Gäste, 2019 stieg die Zahl der Her(r)bergsbesucher schon auf 155. Und die Kirchgemeinde in Neustadt am Rennsteig hat weitere Nutzungsmöglichkeiten angeregt: Yogakurse, eine Bibliothek und ein gemeinsamer Koch- und Essensraum sollen Elemente dieser modernen Begegnungsstätte werden. 2020 sollen neben der Schlafnische im hinteren Bereich mithilfe einer LEADER-Förderung Gästebad und Küche in der Kirche eingerichtet werden.

Der ersten Her(r)bergskirche im Thüringer Wald sollen weitere entlang des Rennsteigs folgen. Die Michaliskirche stezt damit Impulse für die Um- und Weiternutzung von Kirchen, die auch international Aufsehen erregen.

Die Her(r)bergskirche in Neustadt St. Michaelis am Rennsteig ist ein Modellprojekt für weitere mögliche Her(r)bergskirchen entlang des Rennsteigs im Thüringer Wald und seit März 2019 IBA Projekt.

Mehr zum Projekt 
He(r)bergskirche erhält Förderung
26. Mai 2020

He(r)bergskirche erhält Förderung

Übernachtungssaison 2019
05. Dezember 2019

Übernachtungssaison 2019

Her(r)bergskirche neues IBA Projekt
24. März 2019

Her(r)bergskirche neues IBA Projekt

Übernachtungssaison 2018
30. November 2018

Übernachtungssaison 2018

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche
06. August 2017

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche

Apolda, Eiermannbau

Apolda, Eiermannbau

Apolda, Eiermannbau

Open Factory: Leer stehende Architekturikone wird kollektiv aktiviert

»Der Eiermannbau als Ikone der Industriekultur wird auf konsequente Weise durch die IBA in eigener Trägerschaft weiterentwickelt. Damit zeigt die IBA Thüringen mit einem eigenen Projekt selbst auf, wie Leerstände einfallsreich, aktivierend und nachhaltig belebt werden können. Neuartig und risikomindernd ist die besondere Vertragsform der Anhandgabe, die zwischen der Eigentümerin LEG Thüringen und der IBA Thüringen als Generalmieterin bis 2023 gewählt wurde. Dies, aber auch der Verbleib der Immobilie in öffentlicher Hand, sind wichtige Voraussetzungen, um Standorte in strukturschwachen Räumen erfolgreich entwickeln zu können.«

Andrea Hofmann, Fachbeirätin IBA Thüringen

Die zwischen Jena und Weimar gelegene Kleinstadt Apolda war über Jahrzehnte ein wichtiger Industriestandort. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung von der Textilproduktion, zuerst von Strümpfen, später von Strick- und Wirkwaren. Nur einige der ehemals 6.000 Arbeitsplätze, die es allein in der Textilindustrie gab, sind nach der Wende erhalten geblieben. So stehen heute viele der großflächigen Produktionsorte der Stadt leer – einer davon war der Egon-Eiermannbau-Bau. Das Industriedenkmal entwickelt die IBA Thüringen seit 2018 zur Open Factory.

Der Eiermannbau ist das einzige Gebäude des Architekten Egon Eiermann in Thüringen. Ursprünglich gebaut als Weberei, wurden seit den Dreißigerjahren bis 1994 Feuerlöschgeräte am Standort produziert. Eiermann hat den Industriebau des Apoldaer Architekten Hermann Schneider 1938 bis 1939 erweitert, sensibel und aufmerksam die vorhandene Gebäudestruktur fortgeführt und gleichzeitig die funktionalen und ästhetischen Anforderungen seiner Zeit eingebracht. Egon Eiermann gilt als einer der bedeutendsten deutschen Architekten der Nachkriegsmoderne. Er war auch Möbeldesigner und Hochschullehrer an der Technischen Hochschule Kalrsruhe. Logik, Reinheit und Klarheit lauteten seine architektonischen Maxime.

Aneignung und Entwicklungskonzept Open Factory

Seit 1994 weitestgehend ungenutzt, bietet der Eiermannbau mit über 6.000 Quadratmeter Geschossflächen und einem 2 Hektar großes Grundstück. Die IBA Thüringen aktiviert das denkmalgeschützte Gebäude unter dem Leitmotto 'Wie wenig ist genug?' und schließt damit auch an Eiermanns Prinzipien an.

Über 20 internationale Studierende und Absolventen nutzten den Eiermannbau während des IBA Campus 2016 als Übernachtungsort, Arbeitsplatz und Kreativstandort, als Kino, Ping-Pong-Club und noch vieles mehr.

Im Sommer 2018 lebten, lernten und arbeiteten zwei Wochen lang 50 Kreative beim zweiten IBA Campus 'Hotel Egon' im Eiermannbau. Bei dem 14-tägigen Design-build-Workshop schufen sie Möbel und überraschende Raumerlebnisse. Diese sollen Gäste im Zwischenpräsentationsjahr 2019 mit zum Verweilen einladen. Auch die berühmte Dachterrasse des Eiermannbaus wurde beim Campus möbliert.

Auf Grundlage eines 2016 erarbeiteten Finanzierungs- und Nutzungskonzepts für die Open Factory erwarb die LEG Thüringen im Dezember 2017 den Eiermannbau. Die beiden Landesgesellschaften IBA Thüringen und LEG Thüringen arbeiten hier mit der Form der Anhandgabe; bis 2023 ist dabei die IBA Thüringen Entwicklerin des Projekts. Das Vorgehen soll modellhaft für den Umgang mit Leerstand stehen.

Erste Nutzung und Ausbau

Die IBA Thüringen ist Entwickler und Placemaker des Eiermannbaus. Als erste Nutzerin zog sie bereits im Sommer 2017 provisorisch in das Industriedenkmal. Sie will auch andere motivieren, den Ort zu entdecken und hier zu arbeiten. Dazu entwickelte die IBA von Februar bis Oktober 2018 ein prototypisches Ausbau- und Nutzungskonzept für 750 Quadratmeter im Eiermannbau. Im Herbst 2018 war es schließlich soweit, das IBA Team bezog das kostengünstig-funktionale und zugleich gestalterisch-souveräne Büro mit Gewächshäusern im zweiten Obergeschoss, das mit einer von der IBA herausgegebenen Do it yourself Anleitung nachgebaut werden kann. Dank der Haus-in-Haus-Lösung ist es möglich, über das Jahr hinweg zwei Klimabereiche zu nutzen.

Mehr zum Projekt 
Probenutzung 2020: #eintrittfrei
01. Juli 2020

Probenutzung 2020: #eintrittfrei

Eiermannbauentwicklung wird gefördert durch Bundesprogramm ›Nationale Projekte des Städtebaus‹
15. Oktober 2019

Eiermannbauentwicklung wird gefördert durch Bundesprogramm ›Nationale Projekte des Städtebaus‹

Im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat wurde am 15. Oktober 2019 die Förderurkunde entgegengenommen. Fotograf: Pixel & Dot Photograph

Probenutzung 2019: ›Hotel Egon‹ im Eiermannbau
05. Juli 2019

Probenutzung 2019: ›Hotel Egon‹ im Eiermannbau

Die Hotellobby im Erdgeschoss des Eiermannbaus war ein beliebter Aufenthaltsort im Sommer 2019. Nicht nur die Hotelgäste, auch Besucher der Ausstellung ›StadtLand‹ schauten im Empfangsbereich, der Lounge und zeitweisen Küche vorbei.

›Hotel Egon‹ heißt ungewöhnliches Übernachten im Eiermannbau. Die Zimmerauswahl reichte dabei vom Zelten auf dem Freigelände und über das Bett in der Ausstellung bis hin zum CoSleeping in den ehemaligen Umkleiden.

Die Egon-Bar ganz oben auf der großartigen Dachterrasse lud täglich ab 17 Uhr neben den Hotelgästen und -beteiligten auch Besucher aus Apolda und Umgebung zum gemeinsamen Tagesausklang ein.

Fertigstellung: Ausbau IBA Büro im Eiermannbau
23. Oktober 2018

Fertigstellung: Ausbau IBA Büro im Eiermannbau

Das Ausbaukonzept für die mit einem Stützenraster von 5x5 Meter gegliederten und lichtdurchfluteten Räume basiert auf einer einfachen Haus-in-Haus-Lösung, bei welcher die bemerkenswerten Architekturqualitäten und Denkmaleigenschaften erhalten bleiben.

Zuerst nur im Modell, seit Herbst 2018 auch real hat die IBA ihr Büro mit Gewächshäusern im 2. OG bezogen.

Innerhalb von zwei Monaten bauten sechs Werkstudierende der Bauhaus-Universität Weimar die Gewächshäuser.

Auf einem Holzsockel von 3,1 x 2,3 Metern wurde ein handelsübliches Mauergewächshaus von der Palmen GmbH aufgesetzt.

Das IBA Büro nach der Fertigstellung. Die niedrigen Brüstungshöhen von Egon Eiermann wurden bewußt in den Sockelhöhen des Ausbaus aufgenommen, um den Raum weiterhin als Ganzes wirken zu lassen.

Im Unterschied zu den Arbeitsplätzen in transparenten Gewächshäusern ist der Besprechungsraum nach innen orientiert. Drehtüren ermöglichen verschiedene Arten von Konzentration und Rückzug.

IBA Campus 2018: Ausstattung für Gäste und Besucher
18. August 2018

Eiermannbau Apolda wurde von jungem IBA Campus-Team in zwei Wochen für zukünftige Besucher und Gäste weitergebaut

Öffentlicher Start der Entwicklung als Open Factory
31. Mai 2018

Öffentlicher Start der Entwicklung als Open Factory

Auf Grundlage eines 2016 erarbeiteten Finanzierungs- und Nutzungskonzepts für die Open Factory erwarb die LEG Thüringen im Dezember 2017 den Eiermannbau. Die beiden Landesgesellschaften IBA Thüringen und LEG Thüringen arbeiten hier mit der Form der Anhandgabe; bis 2023 ist dabei die IBA Thüringen Entwicklerin des Projekts. Das Vorgehen soll modellhaft für den Umgang mit Leerstand stehen.

250 Gäste kamen 2018 zum IBA Salon ›Es geht auch anders!‹, der den Einzug der IBA Thüringen in den Eiermannbau umrahmte.

Zu den Vortragenden des Salons zählte unter anderem Marius Rommel, Nachhaltigkeitsökonom am ZOE-Institut für zukunftsfähige Ökonomien, der in seinem Impulsvortrag über die Kraft lokalen Wirtschaftens sprach.

In einer abschließenden Podiumsdiskussion sprachen (v.l.) Andreas Foidl, Senior-Partner der belius GmbH, Sabine Wosche, Geschäftsführerin der LEG Thüringen und Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen über die nachhaltige Entwicklung des IBA Projekts Eiermannbau zur Open Factory.

Zwischennutzungen im Eiermannbau 2017
30. November 2017

Zwischennutzungen im Eiermannbau 2017

Fünf Monate lang arbeitete das Team der IBA Thüringen in ihrer temporär eingerichteten Geschäftsstelle im Saal des Eiermannbaus.

Vom 7. bis 27. September 2017 machte die Wanderausstellung ›Baukultur gewinnt!‹ Station im Eiermannbau Apolda. Umrahmt wurde die Ausstellung in Kooperation mit der Stiftung Baukultur von zwei Baukultursalons.

IBA Campus 2016: Leitbildentwicklung Open Factory
15. Juni 2016

IBA Campus 2016: Leitbildentwicklung Open Factory

©IBA Thüringen/Wüstenrot Stiftung, Illustration: Suzanne Labourie

26 Teilnehmer aus acht Ländern kamen vom 15. bis 30. Juni 2016 nach Apolda und lebten und arbeiteten beim IBA Campus 'Zukunftswerkstatt Eiermannbau' in der noch leeren Architekturikone.

Den Eiermannbau mit Leben zu füllen bedeutete auch, ihn vorübergehend mit allen notwendigen Versorgungsfunktionen auszustatten.

Gemeinsam entwickelt das Campus Team mit jungen Architekten, Künstlern, Designern, Stadtplanern, Soziologen und Ökonomen Nutzungsstrategien für das Gebäude.

Vorprojektphase: Gebietskulisse Bahnhof Apolda
17. Oktober 2014

Vorprojektphase: Gebietskulisse Bahnhof Apolda

In einem Semesterprojekt beschäftigten sich Studierende der Bauhaus Universität Weimar ein halbes Jahr intensiv mit dem Bahnhof Apolda. Im Sommer 2014 fand durch die Ausstellung ›Ausgeliehen‹ eine erste Aktivierung des Bahnhofsgebäudes statt.

Für die Ausstellung inszenierten die Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar die Schalterhalle und luden Interessierte zum gemeinsamen Austausch in den Bahnhof Apolda ein.

Im Mittelpunkt des IBA Salons ›Bleibt alles anders! Positionen über den Leerstand‹ am 16. Oktober 2014 im Bahnhof Apolda stand die Frage nach dem Umgang, der zeitweilige Nutzung und ‚Inkulturnahme’ lehrstehender Gebäude.

Parallel zum Salon wurden in der Ausstellung ›open: station‹ im Bahnhofsgebäude 300 Minuten lang die Ergebnisse und Zukunftsstrategien für das Bahnhofsgebäude aus den Semesterprojekten der Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar präsentiert.

2017 wurden im Vorfeld der Landesgartenschau in Apolda neben ersten Sanierungsarbeiten am Bahnhofsgebäude auch die Umgestaltung der Freiflächen rund um den Bahnhof durchgeführt.

Städtebaulicher Szenarioprozess Gebietskulisse Bahnhof Apolda 2016/17

Zwischen November 2016 und März 2017 führten die Stadt Apolda, LEG Thüringen und IBA Thüringen ein öffentliches, kooperatives Werkstattverfahren zur Zukunft der Gebietskulisse um den Bahnhof Apolda mit vier renommierten Planungsbüros durch. Auch das Bahnhofsumfeld war IBA Kandidat, bevor sich der IBA Prozess ab 2017 auf die Entwicklung des Eiermannbaus konzentrierte. Ziel des in Fachkreisen als Phase Null bezeichneten Verfahrens war es, über ein kooperatives Arbeitsformat ein gemeinsames Entwicklungsleitbild für die Gebietskulisse um den Bahnhof Apolda zu entwickeln und eine Verständigung zwischen allen Beteiligten über die Herausforderungen, Entwicklungsbedingungen und Nutzungsperspektiven der Kulisse herzustellen. Drei Areale im Umfeld des Bahnhofs wurden dabei im Zusammenhang bearbeitet: das ehemalige Gelände der Firma Rotationssymmetrische Teile (RST), der ehemalige Standort der Apollowerke, später Nori-Möbel-Werke, und das Bahnhofsumfeld selbst mit dem verbliebenen Wasserturm als Teil des Denkmalensembles. Auch eine erweiterte Betrachtung mit den umliegenden Kleingartenanlagen bis zum Eiermannbau fand dabei statt.

Nach einer Auftaktwerkstatt und einer Zwischenpräsentation fand im März 2017 die öffentliche Abschlusswerkstatt statt, bei welcher die vier beteiligten Planungsbüros ihre Zukunftsentwürfe der Öffentlichkeit vorstellten.

Eingeladen waren mit Modulorbeat aus Münster, der Sozietät für Architektur BeL aus Köln, Studio Vulkan aus Zürich und der EnergieWerkStadt aus Weimar vier interdisziplinär arbeitende Büros mit breiter Erfahrung. Das Werkstattverfahren wurde von dem Büro Schulten Stadt- und Raumentwicklungaus Dortmund koordiniert und moderiert. Zusätzlich zu den vier Planungsbüros waren externe Berater aus verschiedenen Disziplinen an der Qualifizierung der Entwürfe beteiligt. Vier Monate beschäftigten sie sich mit den Standorten rund um den Bahnhof. Alle vier gingen von einer künftigen Mischnutzung der Gebiete aus. Sie empfahlen eine schrittweise Entwicklung, räumten dem Bestand Vorrang vor Abriss und Neubau ein, widmeten sich Fragen der ressourcenschonenden Energieversorgung sowie den Ressourcenkreisläufen und der Stadt als landwirtschaftlicher Produktionsfläche. Die Frage nach einer neuen, postindustriellen Produktion wurde weitestgehend mit kreativen und grünen Nutzungen auf den Standorten beantwortet. Ergebnis des Verfahrens ist ein Entwicklungsleitbild sowie sieben Empfehlungen zur Entwicklung der städtebaulichen Gebietskulisse, die auch unmittelbare Anknüpfungspunkte für eine Planung und Durchführung beinhalten.

Links / Downloads
Dokumentation Werkstattverfahren Gebietskulisse 2016/17
IBA Film ›Abschluss Werkstattverfahren Apolda‹

Kalender 
01. Juli 2020 bis 31. Oktober 2020
Ort 
Auenstraße 11
99510 Apolda
Deutschland
Träger
Kooperationspartner
Baubeteiligte
Ansprechpartner

Katja Fischer
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-11
katja.fischer@iba-thueringen.de

Christoph Grube
Projektmitarbeiter Open Factory
Telefon +49 3644 51832-04
christoph.grube@iba-thueringen.de

Dorothee Schmidt 
Vermietung und Vermarktung 
Telefon +49 3644 518 32-06‬‬
dorothee.schmidt@iba-thueringen.de

Alexander Stief
Projektmitarbeiter Open Factory
Telefon +49 3644 518 32-03
alexander.stief@iba-thueringen.de 

Links / weiterführende Infos zum Prozess
Dornburg, Domäne

Dornburg, Domäne

Dornburg, Domäne

Alte Gutsanlage neu genutzt: Universität entwickelt Landsitz

»Das Alte Gut der Dornburger Schlösser liegt an einem wunderbaren Ort, der exemplarisch für die LeerGut-Philosophie der IBA steht. Aufgrund der räumlichen Nähe zur prosperierenden Stadt Jena wird hier der Stadt-Land-Kontrast und damit auch das Stadt-Land-Potential direkt greifbar.«
Dr. Kenneth Anders, Fachbeirat IBA Thüringen

Dornburg ist für das StadtLand Thüringen eine typische Gemeinde: Ortsteil einer Verwaltungsgemeinschaft, knapp eintausend Einwohner, hoher Altersdurchschnitt, kein Nahversorger. In Dornburg, das auf einem steilen Muschelkalkfelsen über dem Saaletal thront, befindet sich aber auch eines der schönsten Park- und Bauensembles des ganzen Landes: die drei Dornburger Schlösser. Das Alte Schloss nutzt die Universität Jena regelmäßig als Klausur- und Veranstaltungsort, Rokoko- und Renaissanceschloss werden als Museen von der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten betrieben.

Für Touristen und Tagungsbesucher gibt es jedoch wenige Übernachtungs- und Essensmöglichkeiten. Aber direkt neben den Dornburger Schlössern befindet sich das Alte Gut im Eigentum der Friedrich-Schiller-Universität Jena. 

Vom Marktplatz aus erreicht man das überwiegend zweigeschossige Ensemble über eine großzügige Tordurchfahrt, die unmittelbar an die Alte Apotheke angrenzt. Diese ist mit ihrer Fassade zum Marktplatz ein wichtiges Gebäude für den Standort. Nach der Tordurchfahrt betritt man einen großzügigen Nord-Süd-orientierten Gutshof mit einer Aus- dehnung von ca. 30×55 Metern.

Es bietet ein erhebliches Potenzial für all die Funktionen, die in Dornburg fehlen. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena bietet Teile des Alten Gutes zum Erwerb an. Zielgruppe sind Unternehmen der Hotelbranche. Es können sich auch Bietergemeinschaften aus Investor, Architekt und Hotelier an diesem konzeptbasierten Grundstücksverkauf beteiligen.

Sind Sie an dem Verfahren interessiert, wollen Sie sich mit einem Konzept bewerben? Mehr Informationen, die Vermarktungsbroschüre und Kontakte auf gut-erwacht.de. 

Mehr zum Projekt 
Masterplan für Domäne Dornburg entwickelt
01. Mai 2019

Masterplan für Domäne Dornburg entwickelt

›Gut erwacht‹ in Dornburg – Universität Jena startet Wettbewerb
27. Juni 2018

›Gut erwacht‹ in Dornburg – Universität Jena startet Wettbewerb

Wo stehen wir, wo wollen wir hin?
04. November 2015

Wo stehen wir, wo wollen wir hin?

Im Gespräch v.l.n.r.: Dr. Marta Doehler-Behzadi, Dr. Rainer Emenlauer (ProStadt), Antje Zimmer (Stadt Dornburg-Camburg), Bürgermeisterin Dorothea Storch (Stadt Dornburg-Camburg).

StadtLand Gespräch Dornburg
12. September 2015

StadtLand Gespräch Dornburg

Die Mobile Architektur zum Stadtland Gespräch in Dornburg.

Blick aufs Land mit dem Periskop der mobilen StadtLand-Architektur.

Podium des Gesprächs: Frank Baumgarten, Vorstand Stiftung Landleben; Dr. Reimar Molitor, Geschäftsführender Vorstand Region Köln/Bonn; Dorothea Storch, Bürgermeisterin Dornburg-Camburg; Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident Friedrich-Schiller-Universität Jena; Clemens Böhmer, Architekt und Vorstand ‚Ein Dorf wird Wirt’ Dorfsaal Altenau eG; Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen; Dr. Marta Doheler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen.

  1. Parallel zum IBA StadtLand Gespräch wurden die Studentenarbeiten 'Schöner Wohnen bei Dornröschen' der Bauhaus-Universität Weimar, Professur Entwerfen und Wohnungsbau, als Ausstellung öffentlich präsentiert.

Das IBA StadtLand Gespräch in Dornburg wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Krobitz, St. Annen-Kapelle

Krobitz, St. Annen-Kapelle

Krobitz, St. Annen-Kapelle

LeerGut im Kleinformat: Kirchenraum füllt sich mit Musik

»Alt und Neu, Tradition und Innovation verbinden sich hier auf ideale Weise. Der innovative Esprit, der behutsame Umgang mit dem Ort und seiner Tradition und die Partizipation und Interaktion von und mit Menschen zeichnen die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz eindeutig als IBA Projekt aus.« 
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen

Der international renommierte Künstler Carsten Nicolai hat eigens für die St. Annen-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert eine skulpturale Arbeit entwickelt: 'organ' ist im weitesten Sinne ein Musikinstrument, das von frühen Entwürfen sogenannter Flammenorgeln aus dem späten 18. Jahrhundert inspiriert ist.

Die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz ist im Rahmen der IBA Kandidatur der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland entstanden.

Die Feuerorgel hat zweireihig angeordnete Gasflammen. Produziert wurde sie von Frank Fietzek und Rob Feigel. Zeichnungsurheber: Frank Fietzek

Im Gegensatz zur klassischen (Kirchen-) Orgel erzeugen hier Flammen die Töne, indem sie die Luft in den Glaszylindern zum Schwingen bringen.

IBA Projektleiterin Ulrike Rothe im Gespräch mit dem Künstler Carsten Nicolai.

Das Kunstprojekt schafft einen starken Ort und verleiht der romanischen Kapelle, die einen Fixpunkt in der sanft anmutenden Landschaft im Saale-Orla-Kreis bildet, neue Strahlkraft. Die Kunstkapelle ist das erste realisierte Projekt im Rahmen des Ideenaufrufs ‚Querdenker für Thüringen 2017’, mit dem die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland nach innovativen Nutzungen für viele der leerstehenden Kirchen in Thüringen sucht.

Öffnungszeiten:

Auf Anfrage an anfrage@st-anna-krobitz.de wird die Kirche für Gruppen geöffnet.

Mehr zum Projekt 
Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Krobitz
30. Juli 2020

Ministerpräsident auf Thüringen-Tour macht Halt in Krobitz

Bei der Besichtigung der ›Kunstkapelle‹, wie der aus dem 11. Jahrhundert stammenden, romanischem Bau auch bezeichnet wird, zeigte sich der Ministerpräsident tief beeindruckt von der Feuerorgel mit den zweireihig angeordneten Gasflammen.

Im Anschluss an die Besichtigung der Kirche bot sich die Möglichkeit des Austausches zwischen Ministerpräsident und den Projektbeteiligten, darunter Jan David (Freundeskreis Krobitz), Marcus Schmidt (EKM), Vertretern der IBA Thüringen sowie Christoph Backhaus (Pfarrer Kirchengemeinde Weira).

Unter dem Motto ›Land & Leute‹ ging Ministerpräsident Ramelow vom 20. bis zum 30. Juli 2020 auf Reisen quer durch ganz Thüringen, wo er rund 30 Ziele in allen Landkreisen des Freistaats besuchte. „Mit viel Kreativität, Fleiß und Erfolg treiben die Menschen im ländlichen Raum Thüringens ihre Projekte voran und zeigen an vielen Stellen, wie lebenswert das Land auch abseits der städtischen Zentren ist“, sagte Ministerpräsident Bodo Ramelow in Hinblick auf das Programm der Thüringen-Tour.

Rückblick auf die 3. Saison 2019 in Krobitz
27. November 2019

Rückblick auf die 3. Saison 2019 in Krobitz

Rückblick auf die 2. Saison 2018 in Krobitz
28. Dezember 2018

Musikalische Intervention in Krobitz

Sie reagierte mit Quarz-Glas-Schalen und der Dresdner Künstler Jan Heinke mit einem Stahlcello, Oberton-Gesang und verschiedenen Blashörnern auf die 12-minütige Komposition von Carsten Nicolai, die auf der gasbetriebenen Orgel mit 25 Glaspfeifen zu hören ist. Es entwickelte sich eine faszinierende Klang – und Raumkomposition in der alten romanischen Kapelle. Foto: Henry Sowinski

Insgesamt besuchten 2018 700 Gäste die St. Annen-Kapelle in Krobitz. Viele kamen aus den umliegenden Dörfern sowie aus den angrenzenden Städten wie Saalfeld und Jena. Aber auch aus Leipzig und Berlin und sogar aus Norwegen und Mexiko kamen Interessierte. Die Tore der St. Annen-Kapelle geöffnet, die gasbetriebene Orgel gewartet und über das IBA Projekt informiert haben die Mitglieder des Freundeskreises der kleinen Kirche, der sich 2017 gebildet hat. Foto: Henry Sowinski

Interview mit Carsten Nicolai
21. März 2018

Von einem erstaunlichen Resonanzraum
Interview mit Carsten Nicolai

Kirchen sind akustisch vielleicht die kompliziertesten Orte. Sie haben einen derartig hohen Nachhall, eine so starke Resonanz auf bestimmten Frequenzen, dass man schnell versteht, dass ein Kirchenraum eben immer auch ein riesiger Resonanzraum ist. 

Und was ist dann so neu an einer „Orgel“ in einer Kirche?

Dass die Orgel endlich mal da steht, wo man sie auch sehen kann. Die Orgel der Vergangenheit, diese wahnsinnig prunkvolle Orgel ist so eingebaut worden, dass man sie eigentlich nur beim Herausgehen sieht. Und vor allem ist sie immer mehr zu einem Einrichtungsgegenstand geworden oder vielmehr zu einem Dekorationselement. Bis heute. Der Zuhörer sieht nur noch die Pfeifen, weiß aber gar nicht, wo der Sound herkommt. Hier sitzt die Gemeinde jetzt drum herum, was auch ein bisschen die normale Unterteilung auflöst. Hier findet eine gewisse Demokratisierung statt. Alle treffen sich auf derselben Ebene, in ein- und demselben Raum. Quasi auch ein spätantiker Rückgriff, als man sich beim Bau der ersten Kirchen auf das Vorbild römischer Basiliken bezog, den Versammlungsort schlechthin. Die Kanzel ist zwar noch da, aber wenn man die Mitte mit diesem Instrument besetzt, hat man zugleich einen Zuschauerraum und einen Performanceraum, ein Theater.

Vor allem aber auch einen Akustikraum?

Kirchen sind akustisch vielleicht die kompliziertesten Orte. Sie haben einen derartig hohen Nachhall, eine so starke Resonanz auf bestimmten Frequenzen, dass man schnell versteht, dass ein Kirchenraum eben immer auch ein riesiger Resonanzraum ist. Er sollte ja schwingen bei den Menschen, als ein Verstärker letztendlich des Wortes und der Musik. Der religiöse Glaube der Menschen sollte insgesamt verstärkt werden. Der Kirchenraum ist mehr als ein klassisches Instrument, er ist eben ein Resonanzkörper.

organ weist ein weiteres klassisches Element der Kapelle auf: die Flamme, das ewige Licht.

Flammen haben jenseits der christlichen Symbolik eine ganz eigene Archaik. Die Urelemente Feuer, Wasser, Luft und Erde – im Grunde hat man dort alles vor Ort. organ spielt auf diese Grundelemente an. Wenn die Flamme beginnt zu resonieren, dann sieht man die Luft aufsteigen und die Flamme verändert ihre Farbe. Die spielende Flamme wird blau, die nicht spielende Flamme bleibt gelb. Der Besucher wird das Feuer mit dem Ton verbinden, man hat im Prinzip eine Visualisierung des Sounds, das ist das Schöne an diesem synästhetischen Aspekt. Die Flamme ist Lichtquelle und Feuerquelle zugleich. Im Winter wird organ die Kirche eben auch heizen. Zudem entziehen die Flammen der Umgebung Sauerstoff, es tritt also rudimentärer Sauerstoffmangel ein. Das wird aber bei der Kirche in Krobitz nicht so ganz passieren, weil sie altersbedingt zu porös ist.

Das klingt im besten Sinne archaisch, zeitlos und irgendwie auch meditativ.

Ja, es ist das, was man am Anfang am wenigsten dachte. Eigentlich ist es eine Zurückführung auf die ursprüngliche Nutzung solcher Räume. Das ist das Schöne.

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Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ‚organ’
24. August 2017

Improvisationskonzert mit Matthias von Hintzenstern zur Kunstinstallation ‚organ’

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Foto: Gernot Lindemann

Kunstprojekt ‚organ’ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle
28. Juni 2017

Kunstprojekt ‚organ’ zieht rund 200 Besucher in lange verschlossene Kapelle

Rund 200 Besucher kamen zum Eröffnungswochenende der skulpturalen Arbeit ‚organ’ nach Krobitz. Foto: Thomas Müller

Die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz ist im Rahmen der IBA Kandidatur der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland entstanden.

Die St.-Anna-Kapelle in Weira stammt aus dem 11. Jahrhundert. Foto: Gernot Lindemann

Lange Jahre war die St.-Anna-Kapelle ungenutzt und für die Öffentlichkeit unzugänglich. Foto: Thomas Müller

IBA Projektleiterin Ulrike Rothe im Gespräch mit dem Künstler Carsten Nicolai.

Das von Carsten Nicolai geschriebene Stück dauert etwa zwölf Minuten. Foto: Thomas Müller

Im Gegensatz zur klassischen (Kirchen-) Orgel erzeugen hier Flammen die Töne, indem sie die Luft in den Glaszylindern zum Schwingen bringen.

Foto: Thomas Müller

Foto: Gernot Lindemann

Elke Bergt von der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland dankte am Ende des Gespräches allen, die am Vorhaben mitgewirkt und dieses unterstützt sowie gefördert haben. Dazu zählen der Künstler Carsten Nicolai mit seinem Team von yamaguchi-ufficio d’arte und WERKSTATT 4, die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Weira / Krobitz mit dem amtierenden Superintendent und Pfarrer, die politische Gemeinde Weira, die Kulturstiftung des Bundes, das Regionalmanagment LEADER des Saale-Oral-Kreises mit dem Amt für Landesentwicklung und Flurneuordnung Gera, das Architekturbüro nitschke+kollegen, die Tischlerei Herden und der Stampflehmbauer Hoppert Handwerk & Design sowie der Restorator Olaf Lindner, das Büro für Szenografie chezweitz und das Team der IBA Thüringen sowie der EKM.

Bei frischen Sauerteigbrot und Altenburger Ziegenkäse mit Lauchzwiebeln sowie Roséwein und Apfelsaft aus der Region klang der Sommerabend zum Johannisfest beim Feuer aus. Erfüllt von dem Kunstwerk ‚organ’ und der St.-Anna-Kapelle fuhren die Gäste beeindruckt, angeregt und beflügelt nach Hause, um wieder zu kommen!

OTZ: Feuer, Licht und Klänge in der St.-Annen-Kapelle in Krobitz

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
St. Annen-Kapelle Krobitz 07806 Krobitz
Deutschland
Träger
Partner
Planungsbeteiligte und Künstler
Bauausführung
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Schwarzatal, Probeurlaub Döschnitz

Schwarzatal, Probeurlaub Döschnitz

Schwarzatal, Probeurlaub Döschnitz

Merle in der Sommerfrische

Schon früher war das Schwarzatal, eines der schönsten Täler des Thüringer Waldes, bekannt bei geplagten Großstädtern. Das angenehme Klima, die schönen Fachwerkhäuser und das frische Wasser lockten sie in Scharen hierher. Heute sind viele Sommerfrische Häuser leer und verfallen. Doch immer mehr Menschen aus der Stadt wollen die Qualitäten ländlicher Räume wieder nutzen.

Wer schon länger den Gedanken hegt, aufs Land zu ziehen, kann in Döschnitz in einem ehemaligen Heimatmuseum frische Luft schnappen und Urlaub machen. Dorthin ist die Jenaer Architektin Lina Maria Mentrup von Merle Stankowski Atelier dem Ruf der IBA Thüringen gefolgt: Sie richtete im Heimatmuseum mit viel Ideen und wenig Aufwand eine originelle Unterkunft ein. Die behutsame und kostengünstige Sanierung unter großer Berücksichtigung der historischen Bausubstanz soll beispielgebend für weitere leerstehende Häuser in der Region sein.

Ist das Vorhaben zum Probeurlaub erfolgreich, können weitere Räume im Heimatmuseum erschlossen werden. Foto: Dörthe Hagenguth

Im April 2018 wurde das IBA Projekt 'Merle in der Sommerfrische' fertig, erste Gäste aus Jena zogen in das Apartment. Foto: Dörthe Hagenguth

Merle in der Sommerfrische soll es vor allem Großstädtern ermöglichen, Tourismus auf dem Land neu zu erleben und auch gern länger zu erproben, ob das Leben auf dem Land für sie denkbar wäre. Foto: Dörthe Hagenguth

Das Sommerfrische Haus ist meist zum Tag des offenen Denkmals und zum Tag der Sommerfrische zu besichtigen.

Nach erfolgreichem Start 2018 stehen dieses Jahr noch einige Umbaumaßnahmen im Haus an, so dass es 2019 nicht geöffnet werden kann. Wir freuen uns auf alle, die nach der Umbauphase wieder nach Döschnitz kommen!

Mehr zum Projekt 
Architekturpreis für das Sommerfrische Haus Döschnitz
06. Juni 2019

Architekturpreis für das Sommerfrische Haus Döschnitz

Ziel des IBA Vorhabens ›Schwarzatal, Sommerfrische‹ ist es, auch angesichts des demographischen Wandels in der Region neue Zielgruppen für einen Besuch und längeren Aufenthalt im Schwarzatal zu gewinnen.

Merle in der Sommerfrische ist fertig
24. April 2018

Merle in der Sommerfrische ist fertig

Döschnitz wird IBA Projekt
02. Februar 2018

Döschnitz wird IBA Projekt

Kalender 
18. September 2020 bis 20. September 2020
Ort 
07429 Döschnitz
Germany
Träger

· Gemeinde Döschnitz in der VG Mittleres
  Schwarzatal
· Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V.
· Sommerfrische Schwarzatal e.V. 

Planungsbeteiligte
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Schwarzatal, Sommerfrische

Schwarzatal, Sommerfrische

Schwarzatal, Sommerfrische

Ein Tal blüht auf

Das Schwarzatal war lange ein beliebtes Ziel zur Sommerfrische. Bereits im 19. Jahrhundert kamen in den Sommermonaten regelmäßig Gäste hierher, um der Hektik der Großstädte zu entfliehen und Erholung auf dem Land zu finden - eine Reaktion auf die fortschreitende Industrialisierung. Die Zeugnisse dieser Tradition zeigen sich in der typischen Sommerfrische Architektur.

Am Nordrand des Thüringer Schiefergebirges erstreckt sich das Schwarzatal entlang der 53 Kilometer langen Schwarza.

Hier suchten Touristen Erholung; sie übernachteten in sogenannten Sommerfrische Häusern, meist kleinen Hotels oder Pensionen, die in ihrer Bauweise lokale Bautraditionen und Materialien aufgriffen. Mit Loggien und Balkonen öffneten sich die Gästezimmer zur Landschaft.

Heute stehen viele dieser beeindruckenden Häuser leer, finden keinen Betreiber und verfallen zunehmend.

In der Alten Post, einem imposanten Bau mit kunstvoll beschieferte Fassade, stellten Studierende der FH Darmstadt 2019 zum ›Tag der Sommerfrische‹ Entwürfe zur zukünftigen Nutzung des Sommerfrische Hauses aus.

Seit 2015 lockt der jährliche Tag der Sommerfrische tausende Besucherinnen und Besucher ins Schwarzatal. Sie können offene Sommerfrische Häuser begehen, bei Kaffee und Kuchen der Landschaft fröhnen und der sukzessiven Aktivierung des Landschaftsraums beiwohnen.

Ausführliche Informationen zur Sommerfrische im Schwarzatal finden Sie auf der Seite www.sommerfrische-schwarzatal.de.

Mehr zum Projekt 
Rückblick auf den Tag der Sommerfrische 2019
25. August 2019

Rückblick auf den Tag der Sommerfrische 2019

Jugendherberge 'Hans Breuer' Schwarzburg
26. August 2018

Jugendherberge 'Hans Breuer' Schwarzburg

Tag der Sommerfrische
26. August 2018

Tag der Sommerfrische

Immer beliebter Anlaufpunkt zum Tag der Sommerfrische: Das Hotel zur Linde mit Tanzboden.

Vor den Sommerfrische Häusern trifft man sich zu Kaffee und Kuchen. Der jährliche Tag der Sommerfrische belebt das Schwarzatal ungemein.

Auf der Website tag-der-sommerfrische.de gibt es aktuelle Informationen zu Terminen und Themen.

Schwarzburger Gespräche zum ›Zukunftsfähigen Landschaftsbild Schwarzatal‹
24. August 2018

Schwarzburger Gespräche zum ›Zukunftsfähigen Landschaftsbild Schwarzatal‹

Die entstandenen Entwürfe wurden am ersten Tag der Schwarzburger Gespräche öffentlich präsentiert. Nach einer folgenden Komitee-Sitzung wurde der Entwurf 'Slow Landscape Schwarzatal - Sommerfrische am Panoramawegnetz' von man made land & fabulism favorisiert und ein erstes Pilotprojekt empfohlen.

In dem Entwurf wird der Panoramaweg als verbindendes Raumelement mit wesentlichen Querverbindungen als Netzwerk im Schwarzatal gestärkt. Die neue Sommerfrische, die sich derzeit vor allem noch auf die Öffnung und Transformation leerstehendender Sommerfrische Häuser konzentriert, wird mit den Themen Dorf- und Wasserfrische, Wiesen- und Waldfrische angereichert. Die Entwicklung einer Food Akademie an der Mankenbachs Mühle in Verbindung mit einer baulichen Intervention an dem Fluss Schwarza soll ein positives und modellhaftes Initial für die Belebung der Gastronomie in der Sommerfrische Landschaft sein. Die Maßnahmen sollen unter aktiver Einbeziehung der Bewohner im Schwarzatal erfolgen.

Das Kooperative Werkstattverfahren 'Zukunftsfähiges Landschaftsbild Schwarzatal' wurde ausgelobt von der Zukunftswerkstatt Schwarzatal e.V.
, Verein zur Förderung einer zukunftsfähigen regionalen Entwicklung, in Kooperation mit der Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen GmbH und
 LEADER-Aktionsgruppe Saalfeld-Rudolstadt.

Am zweiten Tag der Schwarzburger Gespräche wurde die favorisierte Arbeit einem breiten Publikum vorgestellt und darauf basierend eine Charta für das Schwarzatal diskutiert. Alle vier Arbeiten der Landschaftsarchitektursbüros wurden im Anschluss an die Schwarzburger Gespräche im Kaisersaalgebäude von Schloss Schwarzburg zum Tag der Sommerfrische ausgestellt.

Alle am Kooperativen Werkstattverfahren beteiligten Teams:

Favorisierte Arbeit: man made land – Prof. Anna Lundquist, Lena Flamm & fabulism: Mirko Andolina
A24 Landschaft - Steffan Robel, Lola Meyer, Jan Grimmek, Jürgen Höfler, Olivia Grandi
Station C23 - Prof. Sigrun Langner, Michael Rudolph, Mara Trübenbach, Anna Bauch & herr meier licht: Jürgen Meier
bauchplan ).( - Kay Strasser, Tina Roj, Victoria Wakulicz, Elisabeth Judmair, Julia Ulrich, Wasim Dery, Fernando Nebot Gomez, Arnaud Calatayud, Abdelrahman Gamil, Julia Merkle, Nicolas Posso Vidales, Jonas Hammerer, Polina Palo, Thomas Meyer, Michael Franke, Marie Baldenweck, Eleni Boutsika-Palles, Anna Stauber, Janet Kyas-Reich

Gefördert bzw. betreut wird das Vorhaben im Bundesprogramm 'Modellvorhaben der Raumordnung' (MORO, Projekt Regionale Landschaftsgestaltung) vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Merle in der Sommerfrische ist fertig
24. April 2018

Merle in der Sommerfrische ist fertig

Forschungsprojekt 'Baukultur konkret'
16. Januar 2016

Forschungsprojekt 'Baukultur konkret'

Expertenrunde bei der öffentlichen Werkstatt des Forschungsprojektes 'Baukultur konkret' im Tapetenwerk Leipzig. Foto: Anna Eckenweber (Büro für urbane Projekte)

Sommerfrische Feeling in Schwarzburg
03. Oktober 2015

Sommerfrische Feeling in Schwarzburg

Geführter Ortsrundgang durch Schwarzburg mit der Gruppe Gnadenlos Schick auf den Spuren der Sommerfrische-Architektur. Foto: Anna Eckenweber

Der Aktionstag war Bestandteil des ExWoSt-Forschungsvorhabens ‚Baukultur konkret’ im Auftrag des BBSR und des BMUB. Die Bundesstiftung Baukultur begleitete das Vorhaben.

Thüringen, 2.000 Kirchen

Thüringen, 2.000 Kirchen

Thüringen, 2.000 Kirchen

Sakrale Architekturen weitergedacht: Ideenaufruf für neue Nutzungen und Querdenker

»Kirchen prägen die Kulturlandschaft von Thüringen. Sie sind ein bedeutender Teil des kulturellen Erbes der Region. Ihre Neuprogrammierung mit dem Ziel der Förderung von sozialem Austausch in den einzelnen Gemeinden stärkt die Wahrnehmung von Thüringen sowohl von innen als auch von außen.«
Prof. Brabara Holzer, Fachbeirätin der IBA Thüringen

Sie sind identitätsstiftend und fast immer ortsbildprägend: 99 % der etwa 2000 evangelischen Kirchen in Thüringen stehen unter Denkmalschutz, sie sind ein bauhistorischer und kultureller Schatz. Doch die Pflege und Wahrung von Grundstücken, Pfarrhäusern und Kirchen wird angesichts des demografischen Wandels und abnehmender Kirchenmitglieder immer belastender. In Kooperation mit der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM) sucht die IBA Thüringen gemeinsam mit Partnern nach Strategien, leere, oder wenig genutzte Kirchen wieder mit Leben zu füllen.

2016 riefen die EKM und die IBA Thüringen auf, Ideen für zukunftsfähige Nutzungen von rund 2.000 Kirchen zu finden.

500 Ideen für 500 Kirchen in Thüringen kamen zusammen. Die Ergebnisse des offenen Ideenwettbewerbs ›StadtLand:Kirche. Querdenker für Thüringen 2017‹ wurden in der Erfurter Kaufmannskirche ausgestellt.

Bei der Vernissage am 13. Mai 2017 konnten die Besucher selbst hunderte Ideen für den Umgang mit Kirchengebäuden lüften. Auf den Monitoren wurden die eingereichten Ideenvideos aus dem Querdenker-Aufruf abgespielt.

Sieben Modellprojekte sind aus dem Querdenker-Aufruf hervorgegangen: Die sozio-kulturelle Zentrumskirche in der Martinskirche Apolda wird gesellschaftlicher Treffpunkt, die Her(r)bergskirche St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig wird über die Plattform Airbnb erfolgreich vermietet, die Gesundheitskirche St. Severi in Blankenhain vereint in sich die Ansätze ›Vivendum – Glauben und Heilen‹ und die Tageslichtkirche. Die Bienengartenkirche St. Peter und Paul in Roldisleben, ein meditativer Spielplatz in der Kirche St. Nicolai in Niedergebra und die Netzwerkkirche St. Johannis (digital und sozial) in Ellrich sind ebenfalls im Qualifizierungsprozess.

Mehr zum Projekt 
Rückblick auf den 29. Evangelischen Kirchbautag 2019
22. September 2019

Rückblick auf den 29. Evangelischen Kirchbautag 2019

In der Lutherkirche in Erfurt wurden zum Auftakt des 29. Kirchbautags verschiedene Projekte zum Thema "Kirche als öffentlicher Raum in bewegten Zeiten" vorgestellt.

Anders als in den letzten Jahren wurde der diesjährigen Tagung ein deutlich verstärkter internationaler Aspekt verliehen. So wurden unter anderem die verschiedenen Projekte der EKM-Gemeinden jeweils mit einem internationalen Beispiel gespiegelt, vorgestellt und anschließend diskutiert. Mit dem Abschlussgottesdienst am Sonntag in der Augustinerkirche ging eine erfolgreiche Tagung zu Ende, bei der neue Impulse für den Umgang mit Kirchen gegeben wurden, die für die kommenden Jahre richtungsweisend sein können.

Rückblick auf die 2. Saison 2018 in Krobitz
28. Dezember 2018

Musikalische Intervention in Krobitz

Sie reagierte mit Quarz-Glas-Schalen und der Dresdner Künstler Jan Heinke mit einem Stahlcello, Oberton-Gesang und verschiedenen Blashörnern auf die 12-minütige Komposition von Carsten Nicolai, die auf der gasbetriebenen Orgel mit 25 Glaspfeifen zu hören ist. Es entwickelte sich eine faszinierende Klang – und Raumkomposition in der alten romanischen Kapelle. Foto: Henry Sowinski

Insgesamt besuchten 2018 700 Gäste die St. Annen-Kapelle in Krobitz. Viele kamen aus den umliegenden Dörfern sowie aus den angrenzenden Städten wie Saalfeld und Jena. Aber auch aus Leipzig und Berlin und sogar aus Norwegen und Mexiko kamen Interessierte. Die Tore der St. Annen-Kapelle geöffnet, die gasbetriebene Orgel gewartet und über das IBA Projekt informiert haben die Mitglieder des Freundeskreises der kleinen Kirche, der sich 2017 gebildet hat. Foto: Henry Sowinski

Pavillon für Bienen- und Gartenkirche Roldisleben
23. Oktober 2018

Pavillon für Bienen- und Gartenkirche Roldisleben

Im Juli 2018 würdigte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft das innovative und integrierte Konzept des IBA Kandidaten, das von zahlreichen Bürgern mitgetragen wird, mit 20.000 Euro.

Die erste Ausstellung wird im April 2019 von Künstlerin Jeanette Zippel präsentiert - 'Kunst mit und über Bienen'. 2019 wird außerdem ein Sinnesgarten mit biblischen Kräutern im Kirchgarten angelegt.

500 Kirchen 500 Ideen. Perspektiven für Kirchen quergedacht und weitergebaut
13. Dezember 2017

500 Kirchen 500 Ideen. Perspektiven für Kirchen quergedacht und weitergebaut

Die Publikation ‚500 Kirchen, 500 Ideen. Neue Nutzung für sakrale Räume’ zum Projekt. Foto: chezweitz

Modellprojekte
Einige konkrete Vorhaben präsentierte die Erfurter Ausstellung bereits als künftige Modellprojekte, so zum Beispiel das Sozialkaufhaus in der Martinskirche Apolda oder die Her(r)bergskirche in St. Michaelis in Neustadt am Rennsteig. Eine Werkstattwoche mit wenigen baulichen Interventionen – fünf Kirchenbänke wurden abgeschraubt und zwei Schlafebenen, die sich in die gut in den Kirchenraum integrieren, eingebaut – schuf die Voraussetzungen dafür, die Michaeliskirche von August bis Oktober 2017 in einem Probelauf über Airbnb erfolgreich zu vermieten. Ein nächster Schritt ist eine Studie, um die Potenziale dieses Konzeptes und mögliche weitere Standorte aufzuzeigen. Andere Projekte wie u.a. die Gesundheitskirche in der Kirche St. Severi in Blankenhein, die Bienenkirche in St. Peter und Paul in Roldisleben, ein meditativer Spielplatz in der Neuen Donndorfer Kirche oder die Netzwerkkirche in St. Johannis in Ellrich sind noch in der Entwicklung.

IBA Projekt: Die Kunstkapelle St. Anna in Krobitz
In der St. Annen-Kapelle in Krobitz bei Weira entwickelte der international renommierten Künstler Carsten Nicolai das Kunstprojekt ‚organ’. Die Kapelle wurde damit wieder geöffnet und zum ersten fertiggestellten IBA Projekt überhaupt. Etwa 1.500 Gäste besuchten die kleine Kapelle romanischen Ursprungs, die fast 100 Jahre verschlossen war, an den Wochenenden im kurzen Zeitraum von Juni bis September 2017. Ein besonderer Umstand war, dass sich die Vertreter aus dem Ort und der Region rege am Prozess beteiligt haben und Woche für Woche die zahlreichen Besucher empfingen. Im Sommer 2018 geht das Kunstprojekt in seine nächste Saison – vor allem Dank dem Zusammenwirken vom Bürgermeister, von Kirchgemeinde und engagierten Krobitzer Familien. Als Freundeskreis sorgen sie künftig gemeinsam dafür, dass die Kapelle erhalten und genutzt werden kann.

Ausblick
Auch an anderen Orten in Thüringen entstehen weitere Projekte. Welche drei bis fünf Vorhaben bis zum Finaljahr der IBA Thüringen 2023 in Gänze realisiert werden können, soll 2018 feststehen. Diese sollen dann in das gesamte Thüringer Land sowie über dessen Grenzen hinaus und in die Evangelische Kirche Strahlkraft entwickeln. Und sie sollen Mut machen, Veränderungen auch in der eigenen Kirche anzugehen.

Workshop zur Umnutzung von Kirchengebäuden bei der IBA Parkstad
16. November 2017

Workshop zur Umnutzung von Kirchengebäuden bei der IBA Parkstad

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche
06. August 2017

Erste Ideenwerkstatt in der Michaeliskirche

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
15. Juni 2017

Kontroverse Debatte um die Nutzung von Kirchengebäuden
1. Querdenker-Salon in Erfurt

Inputvortrag des Journalisten und Architekturkritikers Dr. Dankwart Guratzsch. Foto: Thomas Müller

Rund 50 Interessierte kamen zum ersten Querdenker-Salon in die Erfurter Kaufmannskirche. Foto: Thomas Müller

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung
16. Mai 2017

Gelungene Eröffnung der Querdenker-Ausstellung

Hunderte Ideen wurden 2016 zum Ideenaufruf eingereicht, viele davon als Video. Foto: Thomas Müller

Vor der Kirche steht ein gelbes Haus, an dem die Besucher kreativ werden und neue Nutzungsvorschläge für Kirchengebäude entwickeln können: Der Ideengenerator. Foto: Thomas Müller

Mehr Bilder auf querdenker2017.de.

 

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
06. April 2017

Querdenker entwickeln Ideen für Thüringer Kirchen
Elke Bergt über das Projekt Querdenker 2017

Neben der Ausstellung wird es in diesem Jahr auch noch viele andere Aktivitäten geben, die die Ideen für Thüringer Kirchen bekannt machen wollen. Zum Beispiel sind sogenannte Entdeckertouren geplant?
Es ist uns wichtig, Interessierten auch die Orte zeigen, um die es uns geht, und zwar in einer großen Breite. Die fünf Entdeckertouren führen insgesamt in zehn Kirchen. Dort treffen wir Ideengeber und Gemeinden, die etwas bewegen wollen. Es werden jeweils kleinere Interventionen zu sehen oder zu erleben sein, die die Idee verdeutlichen. Im Übrigen ist das auch eine gute Möglichkeit für Kirchengemeinden, sich Anregungen für eigene Projektideen zu holen. Warum also nicht einmal ein Gemeindeausflug als Entdecker?

Zum ‚Querdenker’-­Projekt gehört auch die künstlerische Gestaltung einer bislang wenig beachteten Kirche. Die Wahl ist auf die Kirche in Krobitz (Kirchenkreis Schleiz) gefallen. Der Berliner Künstler Carsten Nicolai wird sie bis Mai 2017 gestalten. Was erhoffen Sie sich von diesem Kunstprojekt?
Carsten Nicolai ist ein international bekannter Künstler, der weltweit arbeitet. Wenn eine solche Prominenz in einem kleinen Ort wie Krobitz – der Ort besteht aus wenigen Gehöften – ein Kunstwerk schafft, was macht das mit dem Ort und den Menschen dort? Ist es möglich, eine kleine ungenutzte Kapelle damit wieder zum Leben zu erwecken? Wie bringt man den (zugegebenermaßen etwas angestaubten) Charme mit moderner Kunst zusammen, ohne den Charakter des Raumes zu zerstören? Das sind die Fragen, die wir uns bei diesem Projekt stellen.

Wie ist Ihre Prognose? Wird das ‚Querdenker’­Projekt wirklich zu einem Umdenken führen, was die Nutzung der Thüringer Kirchen angeht?
Ich denke, dass wir mit diesem Projekt viele Gemeinden dazu angeregt haben, sich auf den Weg zu machen. Natürlich geht es nicht nur um die Gebäude, sondern  immer auch um das Leben darin. Andere Initiativen der EKM sehe ich in ganz engem Zusammenhang: Offene Kirchen, Erprobungsräume, Gebäudekonzeptionen – das zeigt an, dass wir auf dem Weg sind, zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln. Veränderung kann aber nur gelingen, wenn die Menschen, die es betrifft, das auch wollen. Uns sehe ich als Anreger und Unterstützer. Aufgrund der positiven Erfahrungen innerhalb des Projekts bin ich frohen Mutes, dass das gelingt.

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche
05. Dezember 2016

Neue Ideen: Marta Doehler-Behzadi über die Verweltlichung der Kirche

In einem eingereichten Film wurden statt der Wetterfahne auf der Kirche wechselweise ein Supermarktzeichen, ein Tankstellenlogo, die Wimpelkette eines Kindergartens und ein Halbmond gezeigt. So etwas wird Fragen aufwerfen.
Was halten Sie von solchen Ideen?

Wir müssen nicht um jeden Preis provozieren, andererseits verändert sich unsere Welt nun mal und einen Zuzug gibt es auch. Nehmen Sie die Hagia Sophia in Istanbul. Auch das war einmal eine christliche Kirche, die heute eine Moschee ist. Vielleicht sollten wir also etwas entspannter mit diesem Thema umgehen, das derzeit sehr unentspannt diskutiert wird.

Wie wird die IBA mit solchen Diskussionen umgehen?
Wir werden während der Ausstellungszeit übers Land fahren und sie führen. (Anm. d. Red.: Von Mai bis November 2017 werden alle eingereichten Vorschläge in einer Ausstellung in der Kaufmannskirche Erfurt gezeigt.) Der Querdenker-Wettbewerb heißt schließlich auch so, weil wir uns gestatten wollen, erst einmal quer zu denken und andere Gedanken überhaupt zuzulassen. Da wir die Kirchen nicht abreißen möchten, haben wir viel Platz für Experimente. Und auch wenn einige Ideen vielleicht nicht umgesetzt werden können, setzen sie womöglich etwas in Gang.

Apropos in Gang setzen: Die IBA möchte die fünf besten Ideen baulich umsetzen. Haben sie bereits Favoriten?
Die gibt es noch nicht. Selbst wenn, dürfte ich nichts verraten. Nur so viel: Fünf Projekte sind das, was wir bis 2023 leisten möchten. Das ist aber nur eine ungefähre Zahl. Wenn ein weiterer Vorschlag wirklich gut ist, könnten es auch sechs werden.

Nach welchen Kriterien werden die Projekte ausgewählt?
Die eingereichten Ideen sollten wirklich innovativ und in ihrer Gestaltung exzellent sein. Darüber hinaus sollten sie etwas Neues schaffen und den Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllen. Wir streben Projekte an, die Bestand haben und weltoffen sind, die man aber gut mit Thüringen verheiraten kann.

Das Gespräch führte Peter Cott. Der Artikel wurde uns freundlicherweise von der OTZ zur Verfügung gestellt, wo er zuerst am 14.11.2016 erschien.

Ideenaufruf ›Querdenker 2017‹ gestartet
23. März 2016

Ideenaufruf ›Querdenker 2017‹ gestartet

Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ›STADTLAND:Kirche‹
23. Oktober 2015

Bundeskulturstiftung fördert künstlerisches Projekt ›STADTLAND:Kirche‹

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Thüringen
Deutschland
Kuratorische Projektleitung & Planung
Kuratorenboard
  • Veronique Faucheur, Oberkirchenrat Christian Fuhrmann, Florian Heilmeyer, Prof. Barbara Holzer, Jürg Montalta, Anne Schönharting, Dr. Barabra Steiner und Tom Unverzagt 
Beteiligte bei den Querdenker Salons
  • Dr. Dankward Guratzsch, Prof. Dr. Andreas Hoffmann, Dr. Stefan Krämer, Holger Reinhardt, Dr. Mathias Rein, Elke Bergt, Marcus Schmidt, Dr. Sonja Beeck, Jürgen Willinghöfer, Dr. Marta Doehler-Behzadi, Ulrike Rothe, Lisa-Marie Hottenrott und Oliver Weiland 
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de