Projekte

Stadtland

Die IBA Thüringen macht das STADTLAND zu ihrem Thema. Sie konzentriert sich auf drei IBA Baustellen, wo Umdenken und Umbauen, Kooperationen und eine Kultur des guten Planens und Bauens in Stadt und Land im Mittelpunkt stehen.

NEUBAUEN ProvinzModerne

Wir entwickeln neue Projekte in Stadt und Landschaft, realisieren experimentelle Neubauten und machen Baukultur zum Markenzeichen.

Nordhausen, Multitalent Ossietzky Hof

Nordhausen, Multitalent Ossietzky Hof

Nordhausen, Multitalent Ossietzky Hof

Ressourcenbewusster Umbau im Plattenbauquartier

Ein umfassender Ressourcenschutz wird das Gesicht von Stadt und Land(schaft) langfristig verändern. Wie diese Veränderungen aussehen können, erarbeitet beispielhaft die Stadt Nordhausen mit dem Landkreis Nordhausen, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), der Hochschule Nordhausen und einer Vielzahl an lokalen Akteur:innen. In unterschiedlichen Kooperationen und zu verschiedenen Themen werden seitdem vier Nordhäuser Vorhaben entwickelt: die modellhafte Nachverdichtung des Altstadtquartiers Altendorfer Kirchviertel, die Entwicklung eines integriertes Mobilitätskonzeptes für Stadt und Landkreis, die Erarbeitung eines Klima-Gestaltungsplans als ein neues informelles Planungsinstrument sowie der klimagerechte Stadtumbau des Plattenbauquartiers Nordhausen Nord.

Multitalent Ossietzky Hof

Wie die klimagerechte Entwicklung eines Plattenbauquartiers funktioniert, erprobt die Stadt anhand des Umbaus des Ossietzky Hofs in Verantwortung der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft mbH (SWG) Nordhausen. Aufbauend auf einem Rahmenplan für Nordhausen Nord wurde 2018 ein hochbaulicher Realisierungswettbewerb ausgelobt.

Sophia, Ludwig und Franzi

Mit dem Realisierungswettbewerb ›Multitalent gesucht‹ fragte die SWG Nordhausen 2018 in Kooperation mit der Stadt Nordhausen nach Umbaulösungen für den Plattenbauhof in der Carl-von-Ossietzky-Straße, der Wohnen, Soziales, Freiraum, Mobilität, Energie, Wasser und Versorgung nachhaltig zusammendenken sollte. Neue und vorbildliche Standards zur ressourcenbewussten Gestaltung von differenzierten Wohn-, Gemeinschafts- und Freiraummodellen sollen den alten und neuen Bewohner:innen Möglichkeiten der gemeinschaftlichen und individuellen Aneignung bieten. Ziel des Wettbewerbs war das Aufzeigen einer Umstrukturierung des ausgewählten Hofes zu einem neuen ›Multitalent‹ mit nachvollziehbaren und umsetzbaren Angeboten für lokal verankerte und klimagerechte Lebensentwürfe einer zukünftig sozial und demographisch vielfältigen Bewohnerschaft.

Im Dezember 2018 wurde der Siegerentwurf vom Büro Hütten & Paläste gemeinsam mit herrburg Landschaftsarchitekten und eZeit Ingenieure sowie ZRS Architekten GvA mbH aus Berlin gekürt, der individuelle Ansätze, nämlich Sophia, Ludwig und Franzi, für eine maßvolle Transformation des Plattenbauhofs präsentiert.

Die Arbeit formuliert mit den Häusern Sophia, Ludwig und Franzi drei gelungene Ansätze für eine maßvolle Transformation der einzelnen Bestandsgebäude, bei denen jeweils unterschiedlich tief in die Substanz eingegriffen wird. Durch eine gemeinsame Terrassenzone werden die drei Baukörper städtebaulich verbunden und erhalten so eine barrierefreie Erschließung. Die Terrasse schafft einen intimeren grünen Innenbereich, der gleichzeitig auch als Pufferspeicher für Regenwasser dient. ©Hütten & Paläste Architekten, Berlin, mit herrburg Landschaftsarchitekten, Berlin und mit eZeit Ingenieure, Berlin sowie mit ZRS Architekten GvA mbH, Berlin

Mehr zum Projekt 
IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für Rahmenplan zur klimagerechten Quartiersentwicklung Nordhausen
05. März 2021

IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für Rahmenplan zur klimagerechten Quartiersentwicklung Nordhausen

Wettbewerb in Nordhausen entschieden
11. Dezember 2018

Wettbewerb in Nordhausen entschieden

Konzept ›Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung‹
13. Juni 2017

Konzept ›Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung‹

 

Ablauf Mehrfachbeauftragung:
11. April 2017 Auftaktveranstaltung
09. Mai 2017 Zwischenpräsentation
13. Juni 2017 Endpräsentation und Jurysitzung
21. Juni 2017 Bürgergespräch

Verfahrensbetreuung:
Vinzenz Dilcher, UmbauStadt GbR (Weimar)
Matthias Seidel, UmbauStadt GbR (Weimar)

Fachjury:
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Stadtplanerin, Geschäftsführerin IBA Thüringen
Prof. Dr. Dagmar Everding, Architektin, Professur Dezentrale Strukturen und Systeme, Hochschule Nordhausen
Florian Köhl, Architekt, fatkoehl architekten (Berlin)
Jun.-Prof. Dr. Sigrun Langner, Landschaftsarchitektin, Professur Landschaftsarchitektur und -planung, Bauhaus-Universität Weimar, STATION C23 (Leipzig)
Prof. Ingo Andreas Wolf, Architekt und Stadtplaner, Professur für Städtebau und Entwurf, HTWK Leipzig, pwbaukunst (Leipzig), Mitglied des Fachbeirats der IBA Thüringen

Sachjury:
Sven Dörmann, Vorstand Wohnungswesen der Wohnungsbaugenossenschaft eG Südharz
Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft mbH Nordhausen
Manfred König, Erster ehrenamtlicher Beigeordnete der Stadt Nordhausen
Dr. Horst Petri, Bewohnervertreter

Sachverständige Berater/innen (ohne Stimmrecht):
Petra Diemer, Stadt Nordhausen, Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung
Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen
Beate Meißner, Stadt Nordhausen, Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung
Burkhard Zschau, Faktor-i³ Energiekonzepte und Beratung, Autor der Energie- und Potenzialanalyse für Nordhausen Nord (Ehrenfriedersdorf/Dresden)

Presseberichte:
NZZ Online: Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung
Thüringer Allgemeine: Weniger Platte, mehr Leben: Nordhausen-Nord wird umgestaltet

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹
27. Oktober 2015

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Nordhausen
Deutschland
Thüringer Meer, Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum

Thüringer Meer, Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum

Thüringer Meer, Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum

Moderne Erlebnispädagogik: Wasser, Landschaft und Sport im baukulturellen Dreiklang

Der Landessportbund Thüringen plant einen Um- und Neubau für das Seesport- und erlebnispädagogische Zentrum (SEZ Kloster) in Saalburg-Ebersdorf am Thüringer Meer. Dort finden unter Federführung der Thüringer Sportjugend seit vielen Jahren zahlreiche erfolgreiche Erholungs- und Bildungsveranstaltungen für Vereinsgruppen und Schulklassen statt. Von März bis Juli 2020 wurde ein internationaler Architekturwettbewerb durchgeführt, um bei der Umsetzung des Projekts hervorragende architektonische Ideen für die wertvolle pädagogische Arbeit zu erhalten. Mit dem regionalen Baustoff Holz sollen dabei neue Bauformen, Bauweisen und Baustandards in der ausdrucksvollen Landschaft an der Bleilochtalsperre zeigen, was ›Baukultur made in Thüringen‹ ausmacht.

Ausgangspunkt der Entwicklung des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums in Kloster wird das alte Bootshaus sein.

Nachdem die Wettbewerbsjury am 16. Juli 2020 unter Vorsitz von Hermann Kaufmann, Professor für Entwerfen und Holzbau an der TU München, die Wettbewerbseingänge auswertete, wurden die Sieger am 24. Juli 2020 im Eiermannbau Apolda feierlich von Ministerpräsident Bodo Ramelow gekürt: »Dieser Architekturwettbewerb ist ein wichtiger Impuls für die großartigen Entwicklungen am Thüringer Meer. Hier kommen zwei Schwerpunktthemen des Landes zusammen: erstens eine vorbildliche Jugend- und Bildungsarbeit und zweitens das fortschrittliche regionale Bauen mit Holz. Der erste Preis löst unsere Erwartungen dazu voll und ganz ein. Ich wünsche dem Projekt des Landessportbundes, dass es ein weiteres Aushängeschild für Thüringen wird.«

Der Entwurf des 1. Preisträgers versteht das ehemalige Bootshaus des SEZ Kloster als Herz der geplanten neuen Anlage. Der Vorschlag von den beiden Büros Ludloff Ludloff Architekten GmbH und Schönherr Landschaftsarchitekten PartGmbB sieht einen Umbau in filigraner Holzbauweise vor. Zwei neue, lange Flügelbauten mit einem asymmetrisch gefalteten Dach ergänzen das Bootshaus und bieten moderne Übernachtungsmöglichkeiten.

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Spatenstich und ›Bau(m)Start‹ für Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums Kloster
21. März 2022

Spatenstich und ›Bau(m)Start‹ für Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums Kloster

Zu sehen sind bei der symbolischen Baumpflanzung eines Eichensetzlings (v.l.n.r.): Ministerpräsident Bodo Ramelow, THSJ-Vorsitzender Robert Fischer, Volker Gebhardt (Vorsitzender ThüringenForst) und Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen.

Nach der Fertigstellung steht eine Kapazität von rund 20.000 Übernachtungen zur Verfügung, um die hohe Nachfrage abzudecken. Damit ist das SEZ Kloster ein wichtiger Baustein im Rahmen der touristischen Aktivierung der Region. Zuvor verbrachten rund 12.000 Kinder und Jugendliche sowie Vereinsgruppen hier jährlich ihre Klassenfahrten, Ferien- sowie Trainingslager. Der Umbau versteht das ehemalige Bootshaus als Herz der neuen Anlage. Das Bootshaus des SEZ wurde bereits im Jahr 1954 errichtet und diente bis zur Wende 1989 als maritimes Bezirksausbildungszentrum der Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Seit 1998 hat der LSB Thüringen das gesamte Objekt gepachtet.

Zwei lange Flügelbauten mit einem asymmetrisch gefalteten Dach ergänzen künftig das Bootshaus. Eine Besonderheit ist die filigrane Holzbauweise, welche ökologische und gestalterische Aspekte vereint. Der Entwurf kommt vom Architekturbüro Ludloff Ludloff Architekten aus Berlin, dem ersten Preisträger des 2020 mit der IBA Thüringen durchgeführten, internationalen Architekturwettbewerbs. „Dieses IBA Projekt zeigt, dass modernes Bauen mit Holz aus und in Thüringen auf einem guten Weg ist. Wenn die öffentliche Hand, innovationsbereite Träger wie der Landessportbund und starke Partner wie ThüringenForst gemeinsam regionale Kreisläufe stärken, kann eine neue, regionale und nachhaltige Holzbaukultur zu einem Markenzeichen werden. Das ist ein zentrales Anliegen der IBA Thüringen. Wir freuen uns sehr darauf, das SEZ Kloster in unserem Finaljahr 2023 präsentieren zu dürfen.“, so Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen. Die Eröffnung erfolgt voraussichtlich im Frühjahr 2023. Für den Zeitraum der Baumaßnahmen steht ein Ausweichobjekt zur Verfügung, in dem das SEZ die gebuchten Klassenfahrten, Ferienlager und Bildungsmaßnahmen durchführt.

Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum Kloster
04. September 2020

Fachbeirat empfiehlt IBA Projektstatus für Seesport- und Erlebnispädagogisches Zentrum Kloster

Internationaler Architekturwettbewerb zum Um- und Neubau des Seesport- und Erlebnispädagogischen Zentrums (SEZ) Kloster entschieden
24. Juli 2020

Ministerpräsident Bodo Ramelow kürt das Team des 1. Preisträgers Ludloff Ludloff Architekten & Schönherr Landschaftsarchitekten, die mit Entwurf einer filigranen Holzarchitektur für das SEZ überzeugen

Visualisierung des 1. Preisträgers Ludloff Ludloff Architekten & Schönherr Landschaftsarchitekten Berlin

Lageplan des 1. Preisträgers Ludloff Ludloff Architekten & Schönherr Landschaftsarchitekten Berlin

2. Preisträger: Das Kopenhagener Büro Vandkunsten Architects entwarf eine spielerische Lösung aus einfachen einzelnen Gebäuden, die in geschickter Weise den Freiraum einbinden.

Grundriss des Erdgeschosses aus dem 2. Preisträgerentwurf

3. Preisträger: Grundriss des Erdgeschosses aus dem 3. Preisträgerentwurf von HKS Architekten PartGmbB und michellerundschalk GmbH

Thomas Zirkel, Hauptgeschäftsführer des Landessportbunds Thüringen: »Dieser Entwurf drückt unseren Anspruch, zeitgemäße Jugendbildung und Sportpädagogik auch räumlich zu verankern und durch die spezifischen Eigenheiten des SEZ Kloster im Naturraum am Thüringer Meer zu verstärken, ideal aus. Dank der großen Unterstützung des Landes wird eine Investition in die pädagogische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geleistet.«

Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen: »Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Holz ist der Baustoff der Zukunft und in Thüringen haben wir viel davon. Solche Wettbewerbe zeigen, wie viel architektonisches Potenzial der Rohstoff hat. Das IBA Projekt am Thüringer Meer kann ein Leuchtturm für eine stabile Wertschöpfungskette Wald-Holz-Bau werden.«

Die Jury hat empfohlen, den Entwurf des 1. Preisträgers zu realisieren. Dahingehend werden jetzt Gespräche aufgenommen, sodass zügig die weitere Planung und Realisierung erfolgen kann.

Wettbewerb ausgelobt
07. Februar 2020

Wettbewerb ausgelobt

Erfolgreiche Bewerbung als IBA Kandidat
06. September 2019

Erfolgreiche Bewerbung als IBA Kandidat

Thüringer Meer, Architektourismus

Thüringer Meer

Thüringer Meer, Architektourismus

Baukultur und Tourismus

»Neue Generationen haben auch neue Erwartungen und Bedürfnisse an den Tourismus. Das Thüringer Meer ist ein idealer Ort um dies zu testen. Der Ansatz bietet die Chance abseits üblicher Fördermechanismen ein wirklich neues unternehmerisches Potential für Wachstum und Wohlstand in der Region zu entdecken. Dies kann eine wichtige Inspiration für Folgeprojekte sein.«
Stephan Petermann, Fachbeirat IBA Thüringen

Auf Initiative des Thüringer Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft sowie in enger Kooperation mit IBA Thüringen und Stiftung Baukultur Thüringen soll ein besonderer Entwicklungsimpuls für den Tourismus im Freistaat ausgelöst werden. Ziel ist es, durch eine neue Form von Ferienhausarchitektur die vorhandenen landschaftlichen Qualitäten des Thüringer Meers und gute, moderne Architektur miteinander zu vereinen.

Mit dem 2018 gestarteten Ideenwettbewerb ›XS - Neue Ferienhäuser modellhaft bauen‹ sollte das Potential innovativer und zugleich regionaler Lösungen aufzeigt werden.

Anfang Oktober 2018 wurden die Sieger des Wettbewerbs in Saalburg unter Anwesenheit des Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow ausgezeichnet. Für ihre Entwürfe konnten die Wettberwerbsteilnehmer:innen zwischen zwei Standorte wählen: Einmal in der Nähe der Staumauer der Bleilochtalsperre und einmal ein Wiesengrundstück nahe einer Werft mit Schiffsanleger. Insgesamt 37 interdisziplinäre Teams bestehend aus Architekt:innen und Landschaftsarchitekt:innen hatten sich auf die Suche nach einem neuen gebauten Urlaubsgefühl an der Seenkette entlang der Thüringer Saale gemacht. Dementsprechend vielfältig waren die Ergebnisse: Sie reichten von der Mikrohütte bis zur Anlage in einem einzigen Langhaus, das alle Funktionen unterbringt. Beurteilt wurden neben Haus- und Siedlungsform auch die Innenraumatmosphäre, die Kombinierbarkeit von Wohnungsgrößen und vor allem die Beziehung zwischen Haus, Natur und Kulturlandschaft.

Der Ideenwettbewerb bildete besonders am Standort Werft eine wichtige Grundlage für die weitere Bauleitplanung, bei der die Ergebnisse des Wettbewerbs bezüglich Bauwerksgröße, Qualitäten und weiteren Parametern unmittelbar eingearbeitet werden. Derzeit wird ein Konzept für eine erste prototypische Umsetzung im Maßstab XS entwickelt.

 

Mehr zum Projekt 
Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen
01. Februar 2020

Publikation ›Thüringen Baukultur Tourismus‹ erschienen

Urlaubswerft und Langhaus sind IBA Kandidaten
22. März 2019

Urlaubswerft und Langhaus sind IBA Kandidaten

Ideenwettbewerb für Ferienhäuser am Thüringer Meer gestartet
12. Juli 2018

Ideenwettbewerb für Ferienhäuser am Thüringer Meer gestartet

Apolda, Timber Prototype House

Apolda, Timber Prototype House

Apolda, Timber Prototype House

Blockbau digital: Parametrisch entworfen und produziert

»Ein digitalisierter Thüringer Wald liefert klimaneutrale Ressourcen der Zukunft. Robotik macht aus simplem Holzwerkstoff optimierte Leistungsform, aus regionaler Tradition avanciertes High-Tech, aus tradiertem Landschaftsbild neue architektonische Schönheit.«
Prof. Andreas Wolf, ehemaliges Fachbeiratsmitglied der IBA Thüringen

In Zusammenarbeit des Teams um Prof. Achim Menges der Universität Stuttgart und Hans Drexler der Jade Hochschule Oldenburg sowie der IBA Thüringen ist auf dem Gelände des Eiermannbaus Apolda ein kleiner aber feiner Experimentalbau entstanden. Holz aus der Region, bearbeitet mit neuesten technologischen Entwurfs- und Fertigungsmethoden: Das Timber Prototype House, ein Massivholzkasten mit 15qm Innenfläche, testet die Praxistauglichkeit dieser Bauweise. 

Die Eingangsseite des Timber Prototype House zeichnet sich durch die großzügigen Glasfronten aus. Durch die neuartige vertikale Blockbauweise konnte eine freie Gebäudeform umgesetzt werden.

Das Timber Prototype House vor dem Eiermannbau ist vielfältig nutzbar, sei es als Ausstellungs- oder Besprechungsraum. Es ist Beispiel und Anregung für innovative Baukultur ›Made in Thüringen‹.

Der integrative, computerbasierte Planungs- und Fertigungsansatz ermöglicht es, Wände und Decken sanft zu verdrehen. Dadurch kann das Verhältnis von Raum und Hüllfläche maximiert und der architektonische Ausdruck des einzigartigen Mikro-Gebäudes intensiviert werden.

Ziel des Timber Prototype House ist es, das Potential des einfachen und regionalen Baustoffs Holz mit Hilfe modernster digitaler Planungswerkzeuge und Fertigungstechnologien aufzuzeigen. Dabei wurde auf das Prinzip der traditionellen Blockbauweise zurückgegriffen – diese jedoch erheblich weiterentwickelt. Entstanden ist eine Massivholzkonstruktion aus vertikalen und in freier Form angeordneter Holzbalken. Durch die digitale Bearbeitung des Holzes konnte sowohl der Dämmwert des Materials verbessert als auch hochpräzise Füge- und Verbindungslösungen realisiert werden. Die digitale Fertigung ermöglicht zudem die Ausbildung sortenreiner Verbindungen, die ohne zusätzliche Metallbauteile oder Klebstoffe auskommt. Das entstandene, nachhaltige Mono-Material-Bausystem ist Tragwerk, Hülle und Dämmung in einem. Als neuartiges Holzbausystem zeigt es die Möglichkeiten umweltfreundlicher, wirtschaftlicher und monomaterieller Gebäudehüllen, die architektonisch ausdrucksstark sind.

Als Beitrag für eine zeitgenössische Baukultur ›Made in Thüringen‹ ist das Timber Prototype House beispielgebend für diverse Bauvorhaben in Thüringen. 

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Timber Prototype House - Rohbau fertiggestellt
01. Juli 2018

Timber Prototype House - Rohbau fertiggestellt

Das Timber Prototype House im Sommer 2018.

Kalender 

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Ort 
Auenstraße 9
99510 Apolda
Deutschland
Träger
Förderer / Sponsoren
Ansprechpartner

Tobias Haag
Projektleiter
Telefon +49 3644 51832-12
tobias.haag@iba-thueringen.de

Preise / Auszeichnungen
Bedheim, Sch(l)afstall

Bedheim, Sch(l)afstall

Bedheim, Sch(l)afstall

Ressource Baukultur: Qualitätsvolles Selbstbauen auf dem Land

»Die Zukunft des Selberbauens in StadtLand: Bestandsorientiert, denkmalgerecht und zeitgenössisch, typologisch genau, konstruktiv logisch und reduziert, kostengünstig, kollektiv und selbstbestimmt, open source. Schön in Gesamtbild und Detail.«
Prof. Andreas Wolf, ehemaliges Fachbeiratsmitglied der IBA Thüringen (bis Juni 2019)

Weit weg von den großen Städten haben Architekt:innen aus Weimar in Bedheim viel Platz gefunden, um ihre Visionen zu verwirklichen und ihr Architekturbüro zu gründen. Sie zeigen, wie man einfach und selbst baut, ohne auf die Produktpalette von Baumärkten zurückgreifen zu müssen. Auf den Fundamenten des ehemaligen Schafstalls bauten sie in einfacher Holzbauweise ein Wirtschaftsgebäude, das am 5. Oktober 2018 fertiggestellt wurde. Bis auf wenige Arbeitsschritte lässt sich die gesamte Konstruktion mit den eigenen Händen, guten Freunden und Nachbarn selbst errichten.

Sehen Sie hier den finalen Beitrag unserer Serie ›Einfach Bauen‹ und vollziehen Sie den gesamten Prozess auf YouTube nach:

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Bauwerkstatt in Bedheim
30. September 2022

Bauwerkstatt in Bedheim

Neue Remise in Bedheim für den DAM Architekturpreis 2020 nominiert
01. Juni 2020

Neue Remise in Bedheim für den DAM Architekturpreis 2020 nominiert

3. Bedheimer Kamingespräch und Eröffnung Sch(l)afstall
05. Oktober 2018

3. Bedheimer Kamingespräch und Eröffnung Sch(l)afstall

2. Bedheimer Kamingespräch
21. Oktober 2016

Selbstbau zwischen Baumarktcharme und architektonischem Meisterwerk

Anika Gründer begrüßt als Gastgeberin zum zweiten Bedheimer Kamingespräch. Foto: StudioGründerKirfel

Der holländische Architekt Erik van der Werf resümierte, dass Selbstbau von Nicht-Architekten leider keine innovative oder zukunftsweisende Bauten entstehen ließe. Eigenkreativität und Selbstdenken hätten wir verlernt. Foto: StudioGründerKirfel

Van Bo Le Mentzel, Erfinder der Hartz 4 Möbel, deren Bauanleitung auf der ganzen Welt kostenlos heruntergeladen werden können, plädierte gerade deswegen für eine selbstbauende Gesellschaft. Denn der Selbstbau führe zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie man tatsächlich wohnen und leben wolle und was man dazu brauche. Foto: StudioGründerKirfel

Wolfgang Zeh, Architekt und Selbstbauer auf einer 35 qm großen Baulücke in Köln, fasste Selbstbau folgenderweise zusammen: „Selbstbau braucht Zeit, Spaß am Bauen, Wille zum Lernen und richtiges Werkzeug“. Foto: StudioGründerKirfel

Olga Hungar von raumlabor Berlin stellte den Selbstbau als Instrument der Kommunikation, Integration und zur Belebung von öffentlichen Plätzen vor. Foto: StudioGründerKirfel

Nach einem Landspaziergang fand wie beim 1. Bedheimer Kamingespräch ein ausgedehntes Abendessen an einer langen Tafel im Kaminzimmer mit engagiert vorgetragenen Tischreden statt. „Schon mein Vater erkannte die Wichtigkeit der Verbindung von Hand und Hirn“, so Florian Kirfel-Rühle, Schlossbesitzer und Architekt. Auch die eigene Profession wurde kritisch hinterfragt – schließlich hätten die meisten Architekten vergessen, wie man baut. Wären die Handwerker nicht die viel besseren Berater von Selbstbauherren? „Nein“, meinte Herr Thomae, Zimmermannsmeister aus der Region, „die besten Berater wären ein Team aus Architekt und Handwerker“. Eine fingierte Presseerklärung von Judith Resch, Schreinermeisterin und Architektin aus Bayern, die die Abschaffung von Styrodyr ankündigt, fand abschließend großen Beifall.

Der Freude am Selbstbau und dem zweiten Bedheimer Kamingespräch widmet sich auch die Ausgabe #474 der BaunetzWoche. Das Magazin kann man hier als PDF herunterladen.

1. Bedheimer Kamingespräch
24. Oktober 2015

1. Bedheimer Kamingespräch

Das erste Bedheimer Kamingespräch im Josephsaal von Schloss Bedheim.

Landspaziergang vom Schloss in die Umgebung.

Arbeitsessen mit thematischen Tischreden.

Downloads 
StadtLand Gespräch in Bedheim
28. August 2015

StadtLand Gespräch in Bedheim

StadtLand Gespräch im Café von Schloss Bedheim. Von links: Dr. Marta Doehler-Behzadi, Thomas Penndorf, Florian Kirfel, Ulla Schauber, Günther Köhler, Kerstin Faber.

IBA Architektur vor Schloss Bedheim.

Teilnehmer des IBA StadtLand Gesprächs auf Schloss Bedheim in der mobilen Architektur, die von internationalen Studierenden während der IBA Summer School entwickelt wurde.

Sanierungsarbeiten auf Schloss Bedheim.

Illustration des Gesprächs von Rosa Linke und Stefan Kowalczyk

Man zieht nicht zur Arbeit aufs Land, sondern bringt sie mit. Dies bedeutet auch einen sozio-kulturellen und ökonomischen Mehrwert. Initiativen können individuell gebrauchen: mehr politische Wertschätzung, praxisbezogene Beratungsangebote, Aufklärung der Gemeinden und Banken, Bürokratieabbau/Förderangebote, Öffentlichkeitsarbeit, Bürgschaften. Gemeinden und Institutionen wie die Kirche können Brückenbauer sein – mental und faktisch beispielsweise durch Verpachtung von Land an Initiativen. Fehlende Infrastrukturen werden durch Zugezogene oft neu aufgebaut. Hochwertige Baukultur kann anziehend wirken. Trotz höherer Selbstverantwortung wird die Bindung an die Stadt kulturell und ökonomisch gebraucht. Mehr noch als Mobilität ist ein schnelles Internet Voraussetzung dafür. Leben auf dem Land bedeutet ein Leben im Stadtland.

  1. Teilnehmer des Gesprächs waren:
  2. Günther Köhler, Bürgermeister Stadt Römhild
  3. Florian Kirfel-Rühle, Architekt, Studio Gründer Kirfel, Schloss Bedheim (mittlerweile IBA Projekt)
  4. Thomas Penndorf, Gartenbauer und Imker, Lebensgut Cobstädt e.V., Cobstädt
  5. Ulla Schauber, Raum- und Umweltplanerin, Wohnstrategen e.V., Weimar

Das IBA STADTLAND Gespräch in Bedheim wurde durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) gefördert.

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Schloss 1
98630 Bedheim
Deutschland
Träger
Förderer
Planungsbeteiligte
Bauausführung
  • Bauleitung und Bauausführung: 
  • Philipp Bader (Zimmerer und Msc. Architektur),
  • Albert Liebermann (Buchbinder)
  •  
  • Bauausführung:
  • Astrid Rühle (Vorsitzende des Fördervereins),
  • Mario Schmidt (Hausmeister),
  • Okubay Kidane (Praktikant),
  • Martin Bachmeier (Metallbauer),
  • Michael Schreiber (Vereinsmitglied),
  • Gudrun Klöckner (Zimmerin),
  • Manou Knepper (Zimmerer),
  • Stefan Feger (Zimmerer),
  • Jakob Rößner (Gärtner),
  • Jakob Fricke (Helfer),
  • Lukas Kiefer (Helfer),
  • Markus Noll (Mitglied Förderverein),
  • Claudia Zauke (Dachdeckermeisterin),
  • Karl Otto Krebs (Mitglied Förderverein),
  • Karl-Friedrich Gründer (Lehrer),
  • Simon von Hackewitz (Abiturient)
  • und das gesamte Studio Gründer Kirfel
  • Teilnehmende des internationalen Workcamps
  • Studierende der Bauhaus-Universität Weimar im Rahmen der Bauwerkstätten 2017 und 2018
Ansprechpartner

Tobias Haag
Projektleiter
Telefon +49 3644 51832-12
tobias.haag@iba-thueringen.de

Preise / Auszeichnungen
Leubinger Fürstenhügel, Tank- und Rastanlage

Leubinger Fürstenhügel, Tank- und Rastanlage

Leubinger Fürstenhügel, Tank- und Rastanlage

Raststätte neugestaltet: Baukultur trifft Mobilität

»Die Autobahnraststätte als neues Stadttor in StadtLand: Aus dem urbanen Mobilitätsfluss trete ich hinaus in den Landschaftsraum, erfahre dort zugleich Frühgeschichte und Rekreation. Ein Zukunftsort im infrastrukturellen Post-Oil-Thüringen.«
Prof. Andreas Wolf, ehemaliges Fachbeiratsmitglied der IBA Thüringen 

In unmittelbarer Nachbarschaft zu einer bedeutenden archäologischen Fundstätte aus der frühen Bronzezeit, dem Leubinger Fürstenhügel, entstand an der Bundesautobahn A71 eine zukunftsweisende Tank- und Rastanlage.

Ein internationaler Wettbewerb setzte 2015 auf eine interdisziplinäre Planung aus Hochbauarchitektur, Landschaftsarchitektur und Kommunikationsdesign, damit die Anlage perfekt in den landschaftlichen Zusammenhang des flachwelligen Hügellands sowie in den historischen Kontext eingebettet werden kann. Die Tank- und Rastanlage versteht sich daher als ein ›Fenster in die Region‹. 

Die europaweite Auslobung des Wettbewerbs war ein modellhaftes Verfahren zur Qualifizierung von Infrastrukturmaßnahmen.

Mehr zum Projekt 
Shortlist DAM-Preis 2023
01. September 2022

IBA Projekt Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel nominiert für DAM-Preis 2023

Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhüge‹ erhält Anerkennungspreis der Architektenkammer Thüringen 2022
09. Juni 2022

Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhüge‹ erhält Anerkennungspreis der Architektenkammer Thüringen 2022

Feierliche Gesamtinbetriebnahme der Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel
07. Oktober 2021

Feierliche Gesamtinbetriebnahme der Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel

Von links: Ludger Sehr (Bereichsleiter bei der DEGES), Andreas Trenkel (Autobahn GmbH des Bundes), Jens-Peter Müller (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur), Dr. Marta Doehler-Behzadi (IBA Thüringen), Ingo Mlejnek (Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft), Matthias Volpp (Shell Deutschland GmbH), Harald Henning (Landkreis Sömmerda). Foto: DEGES

Jens-Peter Müller, Technischer Regierungsdirektor im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur: „Diese innovative Rastanlage, die eine Versorgungslücke auf der A 71 schließt, ist auf einzigartige Weise in die Umgebung eingebunden. Als Tor zur Kulturgeschichte der Region vermittelt sie den Nutzerinnen und Nutzern Einblicke in die Geschichte der Region und leistet zugleich mit einer modernen Architektur sowie nachhaltigen Schnellladeinfrastruktur einen Beitrag für qualitativ hochwertiges Bauen und für die Mobilitätswende.“
 
Andreas Trenkel, Leiter der Außenstelle Erfurt der Niederlassung Ost der Autobahn GmbH des Bundes: „Mit den 78 Stellflächen für Lkw und 135 für Pkw auf der Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel hat sich das Angebot entlang der Thüringer Autobahnen weiter verbessert. Moderne und nutzerfreundliche Mobilität funktioniert nur mit attraktiven Ruhe- und Versorgungsmöglichkeiten. Das wird in den kommenden Jahren weiterhin ein wichtiger Schwerpunkt sein.“
 
Ingo Mlejnek, Leiter des Referates Straßenbau, Straßenrecht und Radverkehr im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft:„Die Rastanlage sollte von Beginn an in die bedeutsame Geschichte der Region eingebettet werden. Deshalb hat der Freistaat Thüringen als Förderer des IBA-Projektes gerne die Mehrkosten für die Gestaltung der Außenanlagen übernommen. Das Ergebnis ist eine gelungene Ausstellung über das Leubinger Fürstengrab, Autobahnbau und Archäologie. Sie lässt die Reisenden innehalten und für einen kurzen Moment Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen.“
 
Ludger Sehr, Bereichsleiter bei der DEGES: „Wir freuen uns, diese außergewöhnliche Anlage nun in Gänze an die Nutzerinnen und Nutzer übergeben zu können. Die Verbindung von geschichtlicher Bedeutung, zeitgenössischer Baukultur und modernem Dienstleistungsstandort ist ein Alleinstellungsmerkmal für eine Autobahnraststätte und wird von den Gästen anerkennend wahrgenommen.“
 
Matthias Volpp, National Sales Manager Deutschland, Shell Deutschland GmbH: „Die Rastanlage am Leubinger Fürstenhügel gehört mit ihrer besonderen Architektur ohne Zweifel zu den schönsten Tankanlagen in Deutschland. Die gesamte Anlage lädt zum Verweilen und Bestaunen ein. Mit dieser besonderen Raststätte zwischen dem Autobahnkreuz Erfurt und dem Dreieck Südharz bieten wir allen Kunden einen außergewöhnlichen Ort, damit Rasten ein besonderes Erlebnis wird und an dieser bedeutenden geschichtlichen Stätte der Bronzezeit in guter Erinnerung bleibt.“
 
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung Thüringen: „Tankstellen und Rastanlagen haben oft nicht mehr als das notwendige Minimum an Funktion und Gestaltung zu bieten. Das ist hier anders: ein anspruchsvolles Bauwerk, hervorragende Raumgestaltungen und eine ganz einmalige Einbindung in die Landschaft. Der Bezug zum archäologischen Erbe wird auf allen Ebenen aufgegriffen. Der StadtLand-Knoten der Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel zeigt, wie man Baukultur und Mobilität verbinden kann.“
 
Über das Projekt
 
Mit der Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel an der A 71 im Landkreis Sömmerda wird die Versorgung der Verkehrsteilnehmer auf dem Autobahnabschnitt zwischen Mitteldeutschland und Nordbayern deutlich verbessert. Die Anlage befindet sich in Fahrtrichtung Sangerhausen östlich der Autobahn. Über ein Überführungsbauwerk ist die Rastanlage auch für Verkehrsteilnehmer in Fahrtrichtung Erfurt erreichbar.
 
Die Tank- und Rastanlage, die nach dem benachbarten bronzezeitlichen Hügelgrab benannt ist, ist über einen Fußweg zum Fürstenhügel an das regionale Wegenetz angeschlossen. Eine Ausstellung innerhalb der Tank- und Rastanlage vermittelt zudem Informationen zum Fürstenhügel und zur archäologischen Bedeutung der Region.
 
Im Vorfeld der Bauarbeiten wurde 2014 – bundesweit erstmals für eine Autobahnrastanlage – ein interdisziplinärer Planungswettbewerb für Hochbauarchitektur, Landschaftsarchitektur und Kommunikationsdesign in Kooperation mit der IBA Thüringen ausgelobt. Drei Entwürfe wurden 2015 mit Preisen ausgezeichnet. Unter ihnen ragt der Entwurf des 1. Preisträgers – MONO Architekten, Berlin, Planorama Landschaftsarchitektur, Berlin, und MUS Studio (ehemals DAS MOMENT Kommunikationsdesign), Berlin – mit einer von der bronzezeitlichen Häuserform der Region inspirierten, zugleich funktional-modernen Hochbauarchitektur heraus. Seine Ausführung durch den privaten Konzessionsnehmer war Bestandteil der Konzessionsausschreibung durch die DEGES, ebenso die Umsetzung des Kommunikationsdesigns mit einer klaren Farb- und Formensprache und einer thematischen Prägung durch Fürstengrab, Archäologie und Autobahnbau.

Tankanlage und Ausstellung in Betrieb genommen
31. März 2021

Tankanlage und Ausstellung in Betrieb genommen

Inbetriebnahme der Tank- und Rastanlage voraussichtlich im ersten Quartal 2021
07. Oktober 2020

Inbetriebnahme der Tank- und Rastanlage voraussichtlich im ersten Quartal 2021

Projektpartner besichtigen Tank- und Rastanlage bei Baustellenführung
30. Juni 2020

Projektpartner besichtigen Tank- und Rastanlage bei Baustellenführung

Die äußere Hülle der zukünftigen Rastanlage steht bereits. Auch die Ausschnitte im Beton, die später die Zapfsäulen aufnehmen werden, sind vorhanden.

Ein geschwungener Betonweg wird in Zukunft in seiner Funktion als ›Zeitreiseweg‹ von der Raststätte zum ältesten Bodendenkmal Thüringens führen. Entlang dieses Weges sollen zukünftig Funde aus den Ausgrabungsarbeiten rund um den Leubinger Fürstenhügel präsentiert werden.

Bauarbeiten gehen voran
05. Juni 2020

Bauarbeiten gehen voran

Baubeginn für Autobahnraststätte
01. Oktober 2018

Baubeginn für Autobahnraststätte

Startschuss für Konzessionsausschreibung Autobahnraststätte A 71 ›Leubinger Fürstenhügel‹
02. September 2016

Startschuss für Konzessionsausschreibung
Autobahnraststätte A 71 ›Leubinger Fürstenhügel‹

Siegerentwurf zur Tank- und Rastanlage ‚Leubinger Fürstenhügel’ von MONO Architekten, Berlin

Der Bau der Tank- und Rastanlage wird nach erfolgreichem Abschluss des Vergabeverfahrens voraussichtlich 2018 beginnen. Die Inbetriebnahme der Tank- und Rastanlage soll spätestens im IBA-Projektschaujahr 2019 erfolgen.

Interessierte Unternehmen können sich über die Vergabebekanntmachung der Dienstleistungskonzession auf der Internetseite der DEGES, die das Ausschreibungsverfahren im Auftrag des Bundes und des Freistaates Thüringen betreut, informieren: www.deges.de, und auf der Internetseite: https://vergabe.deges.de alle für eine Bewerbung um die Konzession benötigten Unterlagen erhalten.

Einsendeschluss für die Bewerbungen bei der DEGES ist der 1.11.2016, 15.00 Uhr.

Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹: Ausstellungseröffnung und Preisverleihung
15. Juni 2015

Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹: Ausstellungseröffnung und Preisverleihung

Im Rahmen des Festaktes wurde zugleich die aus dem Wettbewerb hervorgegangene Ausstellung in der Landesvertretung des Freistaats Thüringen beim Bund eröffnet.

Im Anschluss an die Preisverleihung geht die Wanderausstellung mit den Beiträgen aller Wettbewerbsteilnehmer auf Tournee: Bis zum 2. Juli 2015 ist sie im 1. Obergeschoss der Vertretung des Freistaates Thüringen beim Bund, Mohrenstraße 64, in Berlin zu sehen. Danach geht es weiter zum Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Bonn sowie nach Sömmerda, Erfurt und Weimar. Ein genauer Plan wird noch bekannt gegeben.

Programm der Eröffnung

Projektleitung: Britta Sauter (DEGES), Ulrike Rothe (IBA Thüringen)

Wettbewerb um Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹ entschieden
06. Mai 2015

Wettbewerb um Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹ entschieden

Preisgerichter, Sachverständige und Vorprüfung
Fachpreisrichter
Prof. Undine Giseke, Landschaftsarchitektin/Berlin
Andrea Gebhard, Landschaftsarchitektin/München
Amandus Sattler, Architekt/München
Prof. Ulf Hestermann, Architekt/Erfurt
Tom Unverzagt, Kommunikationsdesigner/Leipzig

Sachpreisrichter
Jürgen Abs, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur/Bonn
Dr. Marta Doehler-Behzadi, IBA Thüringen/Weimar
Ralf Hauboldt, Bürgermeister Stadt Sömmerda
Lutz Irmer, Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft/Erfurt

Stellvertretende Fachpreisrichter
Katy Müller, Kommunikationsdesignerin/Leipzig
Michael Rommel, Architekt/Erfurt
Wolfram Stock, Landschaftsarchitekt/Jena

Stellvertretende Sachpreisrichter
Bernhard Heitele, IBA Thüringen/Weimar
NN, Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur/Bonn
Otto Rosenstiehl, Stadt Sömmerda
Bernd Rothe, DEGES/Berlin

Sachverständige
Uwe Kettnaker, Thüringer Lnadesverwaltungsamt, Obere Naturschutzbehörde/Weimar
Dr. Mario Küßner, Thüringer Landesamt für denkmalpflege und Archäologie/Weimar

Vorprüfung
PAD .Baum .Freytag .Leesch Architekten & Stadtplaner BDA
unter Mitwirkung von
PSL Landschaftsarchitekten .Ziegenrücker .Kerl

Interdisziplinärer Planungswettbewerb für Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹
10. November 2014

Interdisziplinärer Planungswettbewerb für Tank- und Rastanlage ›Leubinger Fürstenhügel‹

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Tank- und Rastanlage Leubinger Fürstenhügel
A71
99610
Deutschland
Träger
Kooperationspartner
  • ​IBA Thüringen
Planungsbeteiligte
Ansprechpartnerin

Ulrike Rothe
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-13
ulrike.rothe@iba-thueringen.de

Nordhausen, Altendorfer Kirchviertel

Nordhausen, Altendorfer Kirchviertel

Nordhausen, Altendorfer Kirchviertel

Klimagerechte Stadt: Ressourcenbewusste Brachenentwicklung in der Altstadt

Ein umfassender Ressourcenschutz wird das Gesicht von Stadt und Land(schaft) langfristig verändern. Wie diese Veränderungen aussehen können, erarbeitet beispielhaft die Stadt Nordhausen mit dem Landkreis Nordhausen, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), der Hochschule Nordhausen und einer Vielzahl an lokalen Akteur:innen. In unterschiedlichen Kooperationen und zu verschiedenen Themen werden seitdem vier Nordhäuser Vorhaben entwickelt: der klimagerechte Stadtumbau des Plattenbauquartiers Nordhausen Nord, die Entwicklung eines integriertes Mobilitätskonzeptes für Stadt und Landkreis, die Erarbeitung eines Klima-Gestaltungsplans als ein neues informelles Planungsinstrument sowie die modellhafte Nachverdichtung des Altstadtquartiers Altendorfer Kirchviertel.

Altendorfer Kirchviertel

Wie die Altstadt von Nordhausen klimagerecht entwickelt werden kann, zeigen die Stadt und die Städtische Wohnungsbaugesellschaft mbH Nordhausen (SWG) anhand der geplanten, hochbaulichen Nachverdichtung einer Brache im historischen Zentrum. Im Rahmen des IBA Prozesses wurde dazu 2021 ein Wettbewerblicher Dialog durchgeführt, der nach klimagerechten, integrierten Lösungen für das Areal sucht. Wohnen, Freiraum, Mobilität, Energie, Wasser und Versorgung sollen hier auf Quartiers- und Gebäudeebene zusammengedacht werden. Das Thema Bauen mit Holz steht dabei im Fokus. Als Sieger des Verfahrens ist das Team Kaden + Lager (heute Kaden+) hervorgegangen. 

Städtebaulicher Vorentwurf für die Nachverdichtung des Altendorfer Kirchviertels. Entwurf: Kaden+ GmbH

Der modellhafte Experimentierraum des Altendorfer Kirchviertels verdeutlicht die Qualitäten einer klimagerechten Stadtentwicklung: Die Quartiersentwicklung zielt auf eine CO2-neutrale Quartiersbilanzierung im Betrieb. Das Quartier soll jedoch nicht nur einen innovativen Beitrag für einen reduzierten Energieverbrauch und geringere CO2-Emissionen leisten, sondern auch zum Reallabor werden, mit dem unterschiedliche baukulturellen Standards im Mietwohnungsbau realisiert werden können – aus konstruktiver, energetischer und ressourcensparender Sicht. Entstehen soll so ein Wohnquartier mit nachvollziehbaren und im Kontext der Stadt Nordhausen umsetzbaren Angeboten für klimagerechte Lebensentwürfe einer vielfältigen Bewohnerschaft.

Der städtebauliche Entwurf liegt vor, die weitere hochbauliche Entwurfsplanung zur geplanten Hangbebauung soll in Abhängigkeit des aktuell in Bearbeitung befindlichen verkehrlichen Konzeptes in 2022 anschließen.

Mehr zum Projekt 
Wettbewerblicher Dialog ›Altendorfer Kirchviertel‹ entschieden
21. Juli 2021

Wettbewerblicher Dialog ›Altendorfer Kirchviertel‹ entschieden

Das Zentrum des Quartiers, das weitestgehend autofrei konzipiert ist, wird von grünen Flächen durchzogen, die sich schollenartig über den Quartiersplatz verteilen. Integrierte Regengärten, die als Retentionsflächen bei stärkeren Regenfällen dienen, übernehmen wichtige kleinklimatische Funktionen und erleichtern das geplante Regenwassermanagement im Quartier.

Für die Gebäude ist eine dezentral geplante Wärmeversorgung vorgesehen, die sich aus erneuerbaren Energien speist. Viele der Gebäude erhalten eine Heizzentrale mit Wärmepumpe, Pufferspeicher, etc.

Der städtebauliche Entwurf liegt vor, die weitere hochbauliche Entwurfsplanung zur geplanten Hangbebauung soll in Abhängigkeit des aktuell in Bearbeitung befindlichen verkehrlichen Konzeptes in 2022 anschließen.

Wettbewerblicher Dialog ›Altendorfer Kirchviertel‹ gestartet
15. April 2021

Wettbewerblicher Dialog ›Altendorfer Kirchviertel‹ gestartet

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹
14. März 2016

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürger:innen und Verwaltung kümmerte sich um die Gestaltung der Zukunftszeitung für Nordhausen und um die Formulierung des Abschlussberichts (siehe Links/Material).

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürgern und Verwaltung wird sich nun um die Gestaltung einer Zukunftszeitung und um die Formulierung des Abschlussberichts kümmern. Beide Teile bilden zusammen mit dem ›Zukunftsbild-Nordhausen‹ den Wettbewerbsbeitrag, den Nordhausen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung im Sommer einreichen wird. Die Jury des Ministeriums wird anschließend die 20 vielversprechendsten Beiträge aus den 51 Teilnehmerstädten auswählen, welche dann die Förderung für die zweite Phase des Wettbewerbs erhalten.

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt
22. Februar 2016

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt

Anwesend waren interessierte Bürger:innen, Schüler:innen und Studierende, Bürgermeister:innen aus den Gemeinden der Region Nordhausen, die Stadtwerke, Wohnungsgesellschaft und –genossenschaft, Vereine, Energiegenossenschaften.

Ergebnis des ersten Tages: Viele Projekte für eine Zukunftsstadt sind in Nordhausen und im Landkreis bereits Realität. So gibt es beispielsweise Bürger:innen, die ihr Auto der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, indem sie es stunden- oder tageweise vermietet. Andere Initiativen, wie beispielsweise die Bürgerstiftung Park Hohenrode engagieren sich schon seit Jahren für die Grundflächenentwicklung in der Region. Unternehmen wie die städtische Wohnungsgesellschaft investieren bereits in Projekte zur Gestaltung des energetischen Wandels.

Einen kurzen Input zu den Themen der drei Arbeitsgruppen ›Gemeinsam investieren‹, ›Gemeinsam Verhalten ändern‹ und ›Gemeinsam motivieren‹ gaben der Kommunikationsdesigner Prof. Steffen Schuhmann von der Kunsthochschule Berlin Weissensee, die Projektleiterin Kerstin Faber von der IBA Thüringen, der Vorsitzende des Vereins Bürgerenergie Thüringen Matthias Golle sowie Prof. Dagmar Everding vom Lehrstuhl Ökologischer Stadtumbau der Hochschule Nordhausen.

Mobil in die Zukunft

Im Januar 2016 trotzten wieder rund 70 Teilnehmer:innen dem Wintereinbruch und kamen zur zweiten Bürgerwerkstatt, um eine Stadt-Land-Mobilität für das Jahr 2030 zu entwerfen. Den fachlichen Einstieg der Veranstaltung lieferten die beiden Referenten und Experten für Mobilität Prof. Dr. Gather von der FH Erfurt und Dr. Wilde von der Goethe-Universität Frankfurt. So stellte sich unter anderem heraus, dass im Durchschnitt ein Fahrzeug zu 95% ungenutzt bleibt, ein öffentlicher Parkplatz uns alle statistisch aber 10.000 Euro pro Jahr dafür kostet. Ein CarSharing Auto ersetzt wiederum bis zu acht Privat-Pkws – und würde uns damit um 80.000 Euro pro Jahr erleichtern. Neben diesen Informationen wurden zahlreiche praktische Beispiele zu innovativen und bewegenden Initiativen und Projekten vorgestellt. In drei Arbeitsgruppen wurde anschließend weitergearbeitet.

In der ersten Arbeitsgruppe unter dem Titel ›Nordhausens Nahverkehr gesichert in die Zukunft‹ kamen die Möglichkeiten und Wege zur Sprache, den Nahverkehr in Stadt und Landkreis dauerhaft zu sichern. So wurde über einen ticketlosen ÖPNV im gesamten Landkreis und die Möglichkeiten eines Bürgerbusvereins für Nordhausen diskutiert.

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema ›Teilen statt besitzen‹, eine Überzeugung mit Nachholbedarf in Sachen Anhängerschaft. Die Wege zu einem sicheren und lebenswerten Straßenraum wurden in der dritten Arbeitsgruppe besprochen. Initiativen wie autofreie Tage, Rad- und Fußverkehrs-Apps mit Belohnungssytem und Lastenraddienstleistungen wurden vorgeschlagen.

Innovativ denken, realistisch handeln

Im Februar 2016 fand die 3. Bürgerwerkstatt, wieder mit rund 70 Teilnehmer:innen, statt. Diesmal zum anspruchsvollen Thema energetischer Stadtumbau.

Die Hochschule Nordhausen ist als Forschungs- und Bildungseinrichtung eine Quelle für Fachwissen. Prof. Dr. Dagmar Everding und Prof. Dr. Rainer Große stellten am Beginn der Veranstaltungen die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Hochschule vor. In den Arbeitsgruppen berichteten Studierende von Semesterprojekten, in denen sie konkrete Vorschläge für den energetischen Stadtumbau in Nordhausen erarbeiteten. Christina Sager-Klaus vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Kassel betonte in ihrem Einstiegsvortrag die Notwendigkeit, Projekte zu initiieren, die sich langfristig eigenwirtschaftlich entwickeln können. Der Stadtumbau muss vor allem aus dem Bestand gedacht werden.

Innovativ denken und realistisch handeln war dann auch das Ergebnis der ersten Arbeitsgruppe ›Energetischer Umbau von Stadtquartieren‹. Die technischen Mittel zur Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) stehen bereits zur Verfügung. Vorhandene Infrastrukturen müssen auf die Nutzung von EE geprüft und umgestellt werden. Energetischer Stadtumbau bedeutet aber auch, kurze Wege zu ermöglichen. Die Einsparung von CO2 steht an erster Stelle, ebenso die soziale Verträglichkeit. Energetischer Stadtumbau muss daher immer mit einer sozial-räumlichen Qualifizierung zusammengedacht werden und darf nicht nur vor dem Hintergrund der energetischen Optimierung erfolgen.

Den Einstieg und die fachliche Begleitung der zweiten Arbeitsgruppe zum Thema ›Energielandschaft StadtLand gestalten‹ gab Prof. Dr. Doris Gstach, die die Professur Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung an der FH Erfurt inne hat. Der Wandel im System der Energieerzeugung und Ressourcennutzung hat immer Auswirkungen auf die Landschaft gehabt. Zeugnisse historischer Produktionslandschaften werden heute größtenteils akzeptiert, sogar als natürlich ästhetisch empfunden. Dies muss auch für die aktuelle Energiewende gelten. Dabei müssen Freizeitlandschaft, Naturschutz und produktive Landschaft – ob landwirtschaftlich oder energetisch – viel stärker als eine Einheit zusammen gedacht werden. Es wurde anschließend diskutiert, wie ein Handbuch für Best Practice-Beispiele für die Region entstehen kann.

Die dritte Arbeitsgruppe ›Vom Altbau zum energetischen Traumhaus‹ beriet der Architekt Steffen Langner von ADOBE Architekten aus Erfurt. Ergebnis: Es müssen immer Individuallösungen gefunden werden, die eine nachhaltige soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung ermöglichen. Eine Blaupause gibt es nicht. Darüber hinaus wurden konkrete Maßnahmen - wie beispielweise das Nutzen regionaler Ressourcen als nachhaltige Baustoffe für den Wohnungsbau und der Verzicht auf Verbundstoffe – diskutiert.

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹
27. Oktober 2015

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹

Nordhausen, KlimaKultur

Nordhausen, KlimaKultur

Nordhausen, KlimaKultur

Gestaltung Klimaschutz: Hochschule entwickelt Energie- und Raumplan für Stadt und Landkreis 

Ein umfassender Ressourcenschutz wird das Gesicht von Stadt und Land(schaft) langfristig verändern. Wie diese Veränderungen aussehen können, erarbeitet die Stadt Nordhausen beispielhaft gemeinsam mit dem Landkreis Nordhausen, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), der Hochschule Nordhausen und einer Vielzahl an lokalen Akteur:innen. In unterschiedlichen Kooperationen und zu verschiedenen Themen werden seitdem innerhalb der IBA Projektfamile ›StadtLandKlima Nordhausen‹ vier Nordhäuser Vorhaben entwickelt: der klimagerechte Stadtumbau des Plattenbauquartiers Nordhausen Nord, die modellhafte Nachverdichtung des Altstadtquartiers Altendorfer Kirchviertel, die Entwicklung eines integrierten Mobilitätskonzeptes für Stadt und Landkreis sowie die Erarbeitung eines Klima-Gestaltungsplans als neues informelles Planungsinstrument. 

Klima-Gestaltungsplan für Nordhausen 

Gemeinsam mit dem Thüringer Institut für Nachhaltigkeit und Klimaschutz Jena (ThINK) und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde hat die Hochschule Nordhausen von 2018 bis 2020 ein Forschungsprojekt im Programm des Bundesumweltministeriums ›Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels‹ durchgeführt. Das Ziel von dem Verbundprojekt ›KlimaKultur‹ bestand in der Zusammenführung der Planungen, die sich aus notwendigen Anpassungen an den Klimawandel und durch die Umsetzung der Klimaschutzziele unter Berücksichtigung von baukultureller Gestaltung und Entwicklung der Kulturlandschaft ergeben. Das Projekt wurde am Beispiel der Stadt und des Landkreises Nordhausen bearbeitet. 

In Hinblick auf die Veränderungen von Stadtbild und Kulturlandschaft durch energetische und klimatische Maßnahmen wurde ein raumgestalterisches Leitbild entwickelt, aus dem sich Richtlinien, und für besonders sensible Bereiche Satzungen, ableiten. Ein Schwerpunkt dieses Projekts war dabei die Bewältigung von Konflikten zwischen Klimawandel und -anpassung, Energiegewinnung und -nutzung sowie eine nachhaltige Entwicklung in allen Lebensbereichen – also das Herausarbeiten von sinnvollen und kommunal umsetzbaren Vorhaben zur optimalen Bewältigung der betrachteten komplexen Zukunftsherausforderungen.

Die Ergebnisse wurden in einem informellen Klima-Gestaltungsplan festgehalten, der die Auswirkungen des anthropogenen Klimawandels im Zusammenspiel von Siedlungsraum und umgebender Landschaft erfasst und in eine Strategie zur Anpassung an die Klimafolgen überführt. Er schlägt unter anderem raumgestalterische Leitlinien vor, die auf jene Veränderungen von Stadt-, Ortsbild und Kulturlandschaft reagieren, die sich aus den Klimaanpassungsmaßnahmen ergeben. 

Mit dem Klima-Gestaltungsplan wurde so ein übergeordnetes Gestaltungsinstrument für die zukünftige Raumplanung in Stadt und Landkreis Nordhausen entwickelt, das sich in formelle Planungen wie beispielsweise Regionalpläne, Flächennutzungspläne und Landschaftspläne einbeziehen lässt.

Das Verbundprojekt wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.

Die Zukunftsstrategie für die Stadt und den Landkreis Nordhausen setzt auf die Querschnittsthemen Baukultur, Mobilität, Produktion und Konsum und verbindet alle Themen mit konkreten Ideen. Grafik: Jörn Gertenbach, Urban Catalyst Studio. © Bundesministerium für Bildung und Forschung

Auftakt für den gemeinschaftlichen Arbeitsprozess in Nordhausen und Landkreis waren fünf öffentliche Bürgerwerkstätten im Jahr 2015/2016, an denen sich Interessierte Bürger:innen sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung beteiligten. In der Nordhäuser Zukunftszeitung wurden die Ideen der Bürgerwerkstätten für (Um)Bau-, Mobilitäts- und Klimaschutzprojekte aus der Zukunftsperspektive präsentiert.

Mehr zum Projekt 
Verbundprojekt ›KlimaKultur‹ abgeschlossen
02. September 2021

Verbundprojekt ›KlimaKultur‹ abgeschlossen

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹
14. März 2016

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürger:innen und Verwaltung kümmerte sich um die Gestaltung der Zukunftszeitung für Nordhausen und um die Formulierung des Abschlussberichts (siehe Links/Material).

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürgern und Verwaltung wird sich nun um die Gestaltung einer Zukunftszeitung und um die Formulierung des Abschlussberichts kümmern. Beide Teile bilden zusammen mit dem ›Zukunftsbild-Nordhausen‹ den Wettbewerbsbeitrag, den Nordhausen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung im Sommer einreichen wird. Die Jury des Ministeriums wird anschließend die 20 vielversprechendsten Beiträge aus den 51 Teilnehmerstädten auswählen, welche dann die Förderung für die zweite Phase des Wettbewerbs erhalten.

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt
22. Februar 2016

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt

Anwesend waren interessierte Bürger:innen, Schüler:innen und Studierende, Bürgermeister:innen aus den Gemeinden der Region Nordhausen, die Stadtwerke, Wohnungsgesellschaft und –genossenschaft, Vereine, Energiegenossenschaften.

Ergebnis des ersten Tages: Viele Projekte für eine Zukunftsstadt sind in Nordhausen und im Landkreis bereits Realität. So gibt es beispielsweise Bürger:innen, die ihr Auto der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, indem sie es stunden- oder tageweise vermietet. Andere Initiativen, wie beispielsweise die Bürgerstiftung Park Hohenrode engagieren sich schon seit Jahren für die Grundflächenentwicklung in der Region. Unternehmen wie die städtische Wohnungsgesellschaft investieren bereits in Projekte zur Gestaltung des energetischen Wandels.

Einen kurzen Input zu den Themen der drei Arbeitsgruppen ›Gemeinsam investieren‹, ›Gemeinsam Verhalten ändern‹ und ›Gemeinsam motivieren‹ gaben der Kommunikationsdesigner Prof. Steffen Schuhmann von der Kunsthochschule Berlin Weissensee, die Projektleiterin Kerstin Faber von der IBA Thüringen, der Vorsitzende des Vereins Bürgerenergie Thüringen Matthias Golle sowie Prof. Dagmar Everding vom Lehrstuhl Ökologischer Stadtumbau der Hochschule Nordhausen.

Mobil in die Zukunft

Im Januar 2016 trotzten wieder rund 70 Teilnehmer:innen dem Wintereinbruch und kamen zur zweiten Bürgerwerkstatt, um eine Stadt-Land-Mobilität für das Jahr 2030 zu entwerfen. Den fachlichen Einstieg der Veranstaltung lieferten die beiden Referenten und Experten für Mobilität Prof. Dr. Gather von der FH Erfurt und Dr. Wilde von der Goethe-Universität Frankfurt. So stellte sich unter anderem heraus, dass im Durchschnitt ein Fahrzeug zu 95% ungenutzt bleibt, ein öffentlicher Parkplatz uns alle statistisch aber 10.000 Euro pro Jahr dafür kostet. Ein CarSharing Auto ersetzt wiederum bis zu acht Privat-Pkws – und würde uns damit um 80.000 Euro pro Jahr erleichtern. Neben diesen Informationen wurden zahlreiche praktische Beispiele zu innovativen und bewegenden Initiativen und Projekten vorgestellt. In drei Arbeitsgruppen wurde anschließend weitergearbeitet.

In der ersten Arbeitsgruppe unter dem Titel ›Nordhausens Nahverkehr gesichert in die Zukunft‹ kamen die Möglichkeiten und Wege zur Sprache, den Nahverkehr in Stadt und Landkreis dauerhaft zu sichern. So wurde über einen ticketlosen ÖPNV im gesamten Landkreis und die Möglichkeiten eines Bürgerbusvereins für Nordhausen diskutiert.

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema ›Teilen statt besitzen‹, eine Überzeugung mit Nachholbedarf in Sachen Anhängerschaft. Die Wege zu einem sicheren und lebenswerten Straßenraum wurden in der dritten Arbeitsgruppe besprochen. Initiativen wie autofreie Tage, Rad- und Fußverkehrs-Apps mit Belohnungssytem und Lastenraddienstleistungen wurden vorgeschlagen.

Innovativ denken, realistisch handeln

Im Februar 2016 fand die 3. Bürgerwerkstatt, wieder mit rund 70 Teilnehmer:innen, statt. Diesmal zum anspruchsvollen Thema energetischer Stadtumbau.

Die Hochschule Nordhausen ist als Forschungs- und Bildungseinrichtung eine Quelle für Fachwissen. Prof. Dr. Dagmar Everding und Prof. Dr. Rainer Große stellten am Beginn der Veranstaltungen die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Hochschule vor. In den Arbeitsgruppen berichteten Studierende von Semesterprojekten, in denen sie konkrete Vorschläge für den energetischen Stadtumbau in Nordhausen erarbeiteten. Christina Sager-Klaus vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Kassel betonte in ihrem Einstiegsvortrag die Notwendigkeit, Projekte zu initiieren, die sich langfristig eigenwirtschaftlich entwickeln können. Der Stadtumbau muss vor allem aus dem Bestand gedacht werden.

Innovativ denken und realistisch handeln war dann auch das Ergebnis der ersten Arbeitsgruppe ›Energetischer Umbau von Stadtquartieren‹. Die technischen Mittel zur Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) stehen bereits zur Verfügung. Vorhandene Infrastrukturen müssen auf die Nutzung von EE geprüft und umgestellt werden. Energetischer Stadtumbau bedeutet aber auch, kurze Wege zu ermöglichen. Die Einsparung von CO2 steht an erster Stelle, ebenso die soziale Verträglichkeit. Energetischer Stadtumbau muss daher immer mit einer sozial-räumlichen Qualifizierung zusammengedacht werden und darf nicht nur vor dem Hintergrund der energetischen Optimierung erfolgen.

Den Einstieg und die fachliche Begleitung der zweiten Arbeitsgruppe zum Thema ›Energielandschaft StadtLand gestalten‹ gab Prof. Dr. Doris Gstach, die die Professur Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung an der FH Erfurt inne hat. Der Wandel im System der Energieerzeugung und Ressourcennutzung hat immer Auswirkungen auf die Landschaft gehabt. Zeugnisse historischer Produktionslandschaften werden heute größtenteils akzeptiert, sogar als natürlich ästhetisch empfunden. Dies muss auch für die aktuelle Energiewende gelten. Dabei müssen Freizeitlandschaft, Naturschutz und produktive Landschaft – ob landwirtschaftlich oder energetisch – viel stärker als eine Einheit zusammen gedacht werden. Es wurde anschließend diskutiert, wie ein Handbuch für Best Practice-Beispiele für die Region entstehen kann.

Die dritte Arbeitsgruppe ›Vom Altbau zum energetischen Traumhaus‹ beriet der Architekt Steffen Langner von ADOBE Architekten aus Erfurt. Ergebnis: Es müssen immer Individuallösungen gefunden werden, die eine nachhaltige soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung ermöglichen. Eine Blaupause gibt es nicht. Darüber hinaus wurden konkrete Maßnahmen - wie beispielweise das Nutzen regionaler Ressourcen als nachhaltige Baustoffe für den Wohnungsbau und der Verzicht auf Verbundstoffe – diskutiert.

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹
27. Oktober 2015

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹

Nordhausen, StadtLandMobilität

Nordhausen, StadtLandMobilität

Nordhausen, StadtLandMobilität

Kooperative Mobilität: StadtLand erprobt neue Verbindungen

Ein umfassender Ressourcenschutz wird das Gesicht von Stadt und Land(schaft) langfristig verändern. Wie diese Veränderungen aussehen können, erarbeitet beispielhaft die Stadt Nordhausen mit dem Landkreis Nordhausen, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), der Hochschule Nordhausen und einer Vielzahl an lokalen Akteur:innen. In unterschiedlichen Kooperationen und zu verschiedenen Themen werden seitdem vier Nordhäuser Vorhaben entwickelt: der klimagerechte Stadtumbau des Plattenbauquartiers Nordhausen Nord, die modellhafte Nachverdichtung des Altstadtquartiers Altendorfer Kirchviertel, die Erarbeitung eines Klima-Gestaltungsplans als ein neues informelles Planungsinstrument sowie die Entwicklung eines integrierten Mobilitätskonzeptes für Stadt und Landkreis.

Nachhaltige Mobilität für StadtLand Nordhausen

Die Organisation einer nachhaltigen Mobilität ist vor allem für eine ländlich geprägte Region wie Nordhausen eine Herausforderung. Stadtentwicklung vor dem Hintergrund der Mobilitätswende zu entwickeln, ist deshalb seit Jahren fester Bestandteil der Zukunftsgestaltung.

Im Rahmen eines Zukunftsstadt-Prozesses im Jahr 2015/16 wurden zur Stabilisierung der Mobilität im ländlichen Raum und als Katalysator für den Umstieg vom Auto zu einer Mehrnutzung des ÖPNV hin alternative Finanzierungsmöglichkeiten des ÖPNV wie z.B. das Bürgerticket diskutiert. Besonders die Umstellung auf Elektrobusse im Stadtverkehr sowie der komplett elektrische Betrieb der Combino-Duo-Straßenbahn werden seitdem verfolgt. Parallel soll in Kooperation mit dem Verkehrsverbund Mittelthüringen das eTicket in Nordhausen eingeführt werden. Die Stadt Nordhausen hat sich außerdem das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen zu reduzieren.

Stadt und Landkreis Nordhausen erarbeiten hierfür ein integratives Mobilitätskonzept, das die nachhaltige und emissionsfreie Mobilität in den Blick nimmt. Mit dem Konzept soll der Versuch gestartet werden, Mobilität als ökologisch sinnvolle und sozial gerechte Erreichbarkeit von Angeboten zu betrachten – und das nicht in einer Metropole, sondern ausgehend von einem ländlichen Zentrum, der Stadt Nordhausen in Thüringen. Als übergeordnetes Ziel wurden die emissionsfreie Mobilität ab 2040 sowie drei Zielstrategien auf dem Weg dorthin festgelegt: die Mobilität für alle ohne eigenes Auto, der Vorrang für Fuß und Rad und die Mobilität von allen für alle.

Der Erarbeitungsprozess sieht dazu kein reines Konzept nur auf dem Papier vor, sondern eine enge Bürgerbeteiligung vor Ort: Drei Bürgerwerkstätten und drei Interventionen stellen erste Lösungen vor und diskutieren sie. Nachdem 2021 der ÖPNV im Mittelpunkt stand und das 1-Euro-Ticket für Stadt und Landkreis erprobt wurden, ging es 2022 um den Rad- und Fußverkehr. Vom 14. Mai bis 3. Juni 2022 wurde hierfür eine Bandbreite an Radinterventionen durchgeführt, die ihren Abschluss im gemeinsamen ›Stadtradeln‹ bis zum 24. Juni fand. Im Juni 2022 schloss parallel eine dritte Intervention zum Thema Fußmoblität an. Ziel der Interventionen ist die deutliche CO2 Einsparung in der StadtLandRegion.

Am 6. Oktober 2022 ist die Abschlusspräsentation des integrierten Konzeptes geplant.

Die Zukunftsstrategie für die Stadt und den Landkreis Nordhausen setzt auf die Querschnittsthemen Baukultur, Mobilität, Produktion und Konsum und verbindet alle Themen mit konkreten Ideen. Grafik: Jörn Gertenbach, Urban Catalyst Studio. © Bundesministerium für Bildung und Forschung

Auftakt für den gemeinschaftlichen Arbeitsprozess in Nordhausen und Landkreis waren fünf öffentliche Bürgerwerkstätten im Jahr 2015/2016, an denen sich Interessierte Bürger:innen sowie Vertreter:innen aus Wissenschaft, lokaler Politik, Wirtschaft und Verwaltung beteiligten. In der Nordhäuser Zukunftszeitung wurden die Ideen der Bürgerwerkstätten für (Um)Bau-, Mobilitäts- und Klimaschutzprojekte aus der Zukunftsperspektive präsentiert.

Mehr zum Projekt 
Mitmach-Initiativen zum Themenschwerpunkt Radverkehr durchgeführt
24. Juni 2022

Mitmach-Initiativen zum Themenschwerpunkt Radverkehr durchgeführt

© Stadt Nordhausen

Interventionen zum Thema Fußverkehr in Nordhausen durchgeführt
17. Juni 2022

Weiter GEHT es: Interventionen dem Thema Fußverkehr in Nordhausen

© Stadt Nordhausen

ÖPNV Aktionswoche mit Bus-Gesprächen durchgeführt
17. September 2021

Nordhausen beweget sich!

Feedback, Ideen und Wünsche zum ÖPNV rund um Stadt und Landkreis Nordhausen waren Ziel der ›Bus-Gespräche‹.

Erarbeitung des integrierten Mobilitätskonzepts startet
16. November 2020

Erarbeitung des integrierten Mobilitätskonzepts startet

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹
14. März 2016

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürger:innen und Verwaltung kümmerte sich um die Gestaltung der Zukunftszeitung für Nordhausen und um die Formulierung des Abschlussberichts (siehe Links/Material).

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürgern und Verwaltung wird sich nun um die Gestaltung einer Zukunftszeitung und um die Formulierung des Abschlussberichts kümmern. Beide Teile bilden zusammen mit dem ›Zukunftsbild-Nordhausen‹ den Wettbewerbsbeitrag, den Nordhausen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung im Sommer einreichen wird. Die Jury des Ministeriums wird anschließend die 20 vielversprechendsten Beiträge aus den 51 Teilnehmerstädten auswählen, welche dann die Förderung für die zweite Phase des Wettbewerbs erhalten.

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt
22. Februar 2016

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt

Anwesend waren interessierte Bürger:innen, Schüler:innen und Studierende, Bürgermeister:innen aus den Gemeinden der Region Nordhausen, die Stadtwerke, Wohnungsgesellschaft und –genossenschaft, Vereine, Energiegenossenschaften.

Ergebnis des ersten Tages: Viele Projekte für eine Zukunftsstadt sind in Nordhausen und im Landkreis bereits Realität. So gibt es beispielsweise Bürger:innen, die ihr Auto der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, indem sie es stunden- oder tageweise vermietet. Andere Initiativen, wie beispielsweise die Bürgerstiftung Park Hohenrode engagieren sich schon seit Jahren für die Grundflächenentwicklung in der Region. Unternehmen wie die städtische Wohnungsgesellschaft investieren bereits in Projekte zur Gestaltung des energetischen Wandels.

Einen kurzen Input zu den Themen der drei Arbeitsgruppen ›Gemeinsam investieren‹, ›Gemeinsam Verhalten ändern‹ und ›Gemeinsam motivieren‹ gaben der Kommunikationsdesigner Prof. Steffen Schuhmann von der Kunsthochschule Berlin Weissensee, die Projektleiterin Kerstin Faber von der IBA Thüringen, der Vorsitzende des Vereins Bürgerenergie Thüringen Matthias Golle sowie Prof. Dagmar Everding vom Lehrstuhl Ökologischer Stadtumbau der Hochschule Nordhausen.

Mobil in die Zukunft

Im Januar 2016 trotzten wieder rund 70 Teilnehmer:innen dem Wintereinbruch und kamen zur zweiten Bürgerwerkstatt, um eine Stadt-Land-Mobilität für das Jahr 2030 zu entwerfen. Den fachlichen Einstieg der Veranstaltung lieferten die beiden Referenten und Experten für Mobilität Prof. Dr. Gather von der FH Erfurt und Dr. Wilde von der Goethe-Universität Frankfurt. So stellte sich unter anderem heraus, dass im Durchschnitt ein Fahrzeug zu 95% ungenutzt bleibt, ein öffentlicher Parkplatz uns alle statistisch aber 10.000 Euro pro Jahr dafür kostet. Ein CarSharing Auto ersetzt wiederum bis zu acht Privat-Pkws – und würde uns damit um 80.000 Euro pro Jahr erleichtern. Neben diesen Informationen wurden zahlreiche praktische Beispiele zu innovativen und bewegenden Initiativen und Projekten vorgestellt. In drei Arbeitsgruppen wurde anschließend weitergearbeitet.

In der ersten Arbeitsgruppe unter dem Titel ›Nordhausens Nahverkehr gesichert in die Zukunft‹ kamen die Möglichkeiten und Wege zur Sprache, den Nahverkehr in Stadt und Landkreis dauerhaft zu sichern. So wurde über einen ticketlosen ÖPNV im gesamten Landkreis und die Möglichkeiten eines Bürgerbusvereins für Nordhausen diskutiert.

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema ›Teilen statt besitzen‹, eine Überzeugung mit Nachholbedarf in Sachen Anhängerschaft. Die Wege zu einem sicheren und lebenswerten Straßenraum wurden in der dritten Arbeitsgruppe besprochen. Initiativen wie autofreie Tage, Rad- und Fußverkehrs-Apps mit Belohnungssytem und Lastenraddienstleistungen wurden vorgeschlagen.

Innovativ denken, realistisch handeln

Im Februar 2016 fand die 3. Bürgerwerkstatt, wieder mit rund 70 Teilnehmer:innen, statt. Diesmal zum anspruchsvollen Thema energetischer Stadtumbau.

Die Hochschule Nordhausen ist als Forschungs- und Bildungseinrichtung eine Quelle für Fachwissen. Prof. Dr. Dagmar Everding und Prof. Dr. Rainer Große stellten am Beginn der Veranstaltungen die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Hochschule vor. In den Arbeitsgruppen berichteten Studierende von Semesterprojekten, in denen sie konkrete Vorschläge für den energetischen Stadtumbau in Nordhausen erarbeiteten. Christina Sager-Klaus vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Kassel betonte in ihrem Einstiegsvortrag die Notwendigkeit, Projekte zu initiieren, die sich langfristig eigenwirtschaftlich entwickeln können. Der Stadtumbau muss vor allem aus dem Bestand gedacht werden.

Innovativ denken und realistisch handeln war dann auch das Ergebnis der ersten Arbeitsgruppe ›Energetischer Umbau von Stadtquartieren‹. Die technischen Mittel zur Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) stehen bereits zur Verfügung. Vorhandene Infrastrukturen müssen auf die Nutzung von EE geprüft und umgestellt werden. Energetischer Stadtumbau bedeutet aber auch, kurze Wege zu ermöglichen. Die Einsparung von CO2 steht an erster Stelle, ebenso die soziale Verträglichkeit. Energetischer Stadtumbau muss daher immer mit einer sozial-räumlichen Qualifizierung zusammengedacht werden und darf nicht nur vor dem Hintergrund der energetischen Optimierung erfolgen.

Den Einstieg und die fachliche Begleitung der zweiten Arbeitsgruppe zum Thema ›Energielandschaft StadtLand gestalten‹ gab Prof. Dr. Doris Gstach, die die Professur Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung an der FH Erfurt inne hat. Der Wandel im System der Energieerzeugung und Ressourcennutzung hat immer Auswirkungen auf die Landschaft gehabt. Zeugnisse historischer Produktionslandschaften werden heute größtenteils akzeptiert, sogar als natürlich ästhetisch empfunden. Dies muss auch für die aktuelle Energiewende gelten. Dabei müssen Freizeitlandschaft, Naturschutz und produktive Landschaft – ob landwirtschaftlich oder energetisch – viel stärker als eine Einheit zusammen gedacht werden. Es wurde anschließend diskutiert, wie ein Handbuch für Best Practice-Beispiele für die Region entstehen kann.

Die dritte Arbeitsgruppe ›Vom Altbau zum energetischen Traumhaus‹ beriet der Architekt Steffen Langner von ADOBE Architekten aus Erfurt. Ergebnis: Es müssen immer Individuallösungen gefunden werden, die eine nachhaltige soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung ermöglichen. Eine Blaupause gibt es nicht. Darüber hinaus wurden konkrete Maßnahmen - wie beispielweise das Nutzen regionaler Ressourcen als nachhaltige Baustoffe für den Wohnungsbau und der Verzicht auf Verbundstoffe – diskutiert.

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹
27. Oktober 2015

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Nordhausen
Deutschland
Träger
Förderer

Thüringer Richtlinie zur Förderung von Projekten und Maßnahmen der Regionalentwicklung und zur Gestaltung der Folgen des demografischen Wandels

IBA Projektleiterin

Kerstin Faber
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-10
kerstin.faber@iba-thueringen.de

Nordhausen, Klimagerechtes Quartier Nordhausen Nord

Nordhausen, Klimagerechtes Quartier Nordhausen Nord

Nordhausen, Klimagerechtes Quartier Nordhausen Nord

Klimagerechte Stadt: Ressourcenbewusster Umbau im Plattenbauquartier

Ein umfassender Ressourcenschutz wird das Gesicht von Stadt und Land(schaft) langfristig verändern. Wie diese Veränderungen aussehen können, erarbeitet beispielhaft die Stadt Nordhausen mit dem Landkreis Nordhausen, der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen (SWG), der Hochschule Nordhausen und einer Vielzahl an lokalen Akteur:innen. In unterschiedlichen Kooperationen und zu verschiedenen Themen werden seitdem vier Nordhäuser Vorhaben entwickelt: die modellhafte Nachverdichtung des Altstadtquartiers Altendorfer Kirchviertel, die Entwicklung eines integriertes Mobilitätskonzeptes für Stadt und Landkreis, die Erarbeitung eines Klima-Gestaltungsplans als ein neues informelles Planungsinstrument sowie der klimagerechte Stadtumbau des Plattenbauquartiers Nordhausen Nord. 

Klimagrechte Quartiersentwicklung 

Ein möglichst geringer Rohstoff- und Energieverbrauch auf erneuerbarer Grundlage ist Ziel des gemeinsamen Handelns von Stadt und SWG für das Plattenbauquartier Nordhausen Nord.

Auf städtebaulicher Ebene wurde für das gesamte Quartier Nordhausen Nord ein dynamischer Rahmenplan mit drei Handlungsräumen und klimagerechten Leitmotiven erarbeitet. Er gibt Orientierung für alle anstehenden Investitionen. Der innovative Rahmenplan stellt einen Gesamtzusammenhang zwischen Bewohnerschaft, Klimaschutz, Energiewende, Mobilität, Bebauung, Freiraumnutzung und Stadt-Landschaftsbezügen her. Für die drei Handlungsräume wurden für die klimagerechte Quartiersentwicklung in Nordhausen Nord drei Teilvorhaben formuliert. Sie umfassen 
1. den Umbau einzelner Plattenbauten zu heterogenen, klimagerechten Höfen am Beispiel des Plattenbauquartiers Ossietzky Hof,
2. die klimagerechte Umgestaltung der öffentlichen Quartiersmitte als Stadtloop (bzw. Stadtrundgang) sowie
3. die Erprobung einer CO2-freien Freiraumplanung bei der Entwicklung einer Spiel- und Freizeitanlage am Übergang vom Quartier zum Landschaftsraum.

Multitalent Ossietzky Hof

Mit dem IBA Projekt Multitalent Ossietzky Hof erprobt die Stadt Nordhausen, wie die klimagerechte Entwicklung eines Plattenbauquartiers funktionieren kann. Die beispielhafte Sanierung und der Teilneubau des Plattenbauquartieres in der Carl-von-Ossietzky-Straße ist als Teilprojekt in die klimagerechte Quartiersientwicklung in Nordhausen Nord eingebettet. 

Ein ›Stadtloop‹ als neues Leitbild für den öffentlichen Raum 

Durch einen verbindenden ›Loop‹ soll das offene Bebauungsraster zu einer vielfältigen neuen Mitte mit kurzen Wegen werden. Ziel ist, den motorisierten Individualverkehr aus den Wohnhöfen herauszunehmen und für den ruhenden Verkehr verschiedene Quartiersgaragen im Quartier anzubieten. Der ›Loop‹ dient als neugestaltete Erschließung der Quartiersmitte und ihrer öffentlichen Versorgungsfunktionen. Klimaanpassungsstrategien zu den Themen Hitze, Wind und Wasser im öffentlichen Raum werden in die Gestaltung einfließen.

Ausschnitt Stadtloop. Plangrafik: Heinisch Landschaftsarchitekten

Insgesamt geht es um einen Ausbau bzw. Neubau der Wegbeziehungen im Stadtteilzentrum von Nordhausen Nord zu einem barrierefreien Rundweg. Außerdem soll die Aufenthaltsqualität durch die Gestaltung von Aktionsräumen und die Integration von Pflanzeninseln gesteigert, sowie Interaktionsmöglichkeiten für die Bewohner:innen durch Bürgergärten geschaffen werden.

Visualisierung: Heinisch Landschaftsarchitekten

Nachhaltige Entwicklung öffentlicher Freiräume 

Im Zuge des klimagerechten Stadtumbaus sollen auch neue öffentliche Freiräume geschaffen werden, die den Bewohner:innen Raum zur Erholung bieten und als Treffpunkt dienen. Die Umgestaltung einer 3.700 m² großen Brach- und Parkplatzfläche zu einer generationenübergreifenden Freiraumanlage wird dabei zum Anlass genommen, die Bestimmung von Nachhaltigkeit unter Beweis zu stellen: Schwerpunkt der Gestaltung ist der Umgang mit vorhandenen Materialien – von der Wiederverwendung und Abfuhr bis zur notwendigen Anlieferungen neuer und recycelter Materialien. Im Rahmen der Gestaltung des Freiraums werden modellhaft die Wertstoffkreisläufe sowie die CO2-Bilanz untersucht. Dazu wird eine neue Bewertungsgrundlage erstellt, auf deren Basis das Teilprojekt in allen Leistungsphasen klimagerecht optimiert und die Ergebnisse dokumentiert werden. Die Bewertungsmatrix, die dabei entsteht, kann als beispielhafte Gestaltungsgrundlage für eine klimagerechtere Gestaltung von öffentlichen Freiräumen dienen.

Mehr zum Projekt 
IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für Rahmenplan zur klimagerechten Quartiersentwicklung Nordhausen
05. März 2021

IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für Rahmenplan zur klimagerechten Quartiersentwicklung Nordhausen

Wettbewerb in Nordhausen entschieden
11. Dezember 2018

Wettbewerb in Nordhausen entschieden

Konzept ›Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung‹
13. Juni 2017

Konzept ›Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung‹

 

Ablauf Mehrfachbeauftragung:
11. April 2017 Auftaktveranstaltung
09. Mai 2017 Zwischenpräsentation
13. Juni 2017 Endpräsentation und Jurysitzung
21. Juni 2017 Bürgergespräch

Verfahrensbetreuung:
Vinzenz Dilcher, UmbauStadt GbR (Weimar)
Matthias Seidel, UmbauStadt GbR (Weimar)

Fachjury:
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Stadtplanerin, Geschäftsführerin IBA Thüringen
Prof. Dr. Dagmar Everding, Architektin, Professur Dezentrale Strukturen und Systeme, Hochschule Nordhausen
Florian Köhl, Architekt, fatkoehl architekten (Berlin)
Jun.-Prof. Dr. Sigrun Langner, Landschaftsarchitektin, Professur Landschaftsarchitektur und -planung, Bauhaus-Universität Weimar, STATION C23 (Leipzig)
Prof. Ingo Andreas Wolf, Architekt und Stadtplaner, Professur für Städtebau und Entwurf, HTWK Leipzig, pwbaukunst (Leipzig), Mitglied des Fachbeirats der IBA Thüringen

Sachjury:
Sven Dörmann, Vorstand Wohnungswesen der Wohnungsbaugenossenschaft eG Südharz
Inge Klaan, Geschäftsführerin der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft mbH Nordhausen
Manfred König, Erster ehrenamtlicher Beigeordnete der Stadt Nordhausen
Dr. Horst Petri, Bewohnervertreter

Sachverständige Berater/innen (ohne Stimmrecht):
Petra Diemer, Stadt Nordhausen, Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung
Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen
Beate Meißner, Stadt Nordhausen, Amt für Zukunftsfragen und Stadtentwicklung
Burkhard Zschau, Faktor-i³ Energiekonzepte und Beratung, Autor der Energie- und Potenzialanalyse für Nordhausen Nord (Ehrenfriedersdorf/Dresden)

Presseberichte:
NZZ Online: Mehr Stadt. Mehr Land. Mehr Siedlung
Thüringer Allgemeine: Weniger Platte, mehr Leben: Nordhausen-Nord wird umgestaltet

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹
14. März 2016

Abschlussforum zur ›Zukunftsstadt Nordhausen‹

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürger:innen und Verwaltung kümmerte sich um die Gestaltung der Zukunftszeitung für Nordhausen und um die Formulierung des Abschlussberichts (siehe Links/Material).

Die an diesem Abend gebildete Redaktionsgruppe aus Bürgern und Verwaltung wird sich nun um die Gestaltung einer Zukunftszeitung und um die Formulierung des Abschlussberichts kümmern. Beide Teile bilden zusammen mit dem ›Zukunftsbild-Nordhausen‹ den Wettbewerbsbeitrag, den Nordhausen beim Bundesministerium für Bildung und Forschung im Sommer einreichen wird. Die Jury des Ministeriums wird anschließend die 20 vielversprechendsten Beiträge aus den 51 Teilnehmerstädten auswählen, welche dann die Förderung für die zweite Phase des Wettbewerbs erhalten.

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt
22. Februar 2016

Bürgerwerkstätten für Zukunftsstadt

Anwesend waren interessierte Bürger:innen, Schüler:innen und Studierende, Bürgermeister:innen aus den Gemeinden der Region Nordhausen, die Stadtwerke, Wohnungsgesellschaft und –genossenschaft, Vereine, Energiegenossenschaften.

Ergebnis des ersten Tages: Viele Projekte für eine Zukunftsstadt sind in Nordhausen und im Landkreis bereits Realität. So gibt es beispielsweise Bürger:innen, die ihr Auto der Gemeinschaft zur Verfügung stellen, indem sie es stunden- oder tageweise vermietet. Andere Initiativen, wie beispielsweise die Bürgerstiftung Park Hohenrode engagieren sich schon seit Jahren für die Grundflächenentwicklung in der Region. Unternehmen wie die städtische Wohnungsgesellschaft investieren bereits in Projekte zur Gestaltung des energetischen Wandels.

Einen kurzen Input zu den Themen der drei Arbeitsgruppen ›Gemeinsam investieren‹, ›Gemeinsam Verhalten ändern‹ und ›Gemeinsam motivieren‹ gaben der Kommunikationsdesigner Prof. Steffen Schuhmann von der Kunsthochschule Berlin Weissensee, die Projektleiterin Kerstin Faber von der IBA Thüringen, der Vorsitzende des Vereins Bürgerenergie Thüringen Matthias Golle sowie Prof. Dagmar Everding vom Lehrstuhl Ökologischer Stadtumbau der Hochschule Nordhausen.

Mobil in die Zukunft

Im Januar 2016 trotzten wieder rund 70 Teilnehmer:innen dem Wintereinbruch und kamen zur zweiten Bürgerwerkstatt, um eine Stadt-Land-Mobilität für das Jahr 2030 zu entwerfen. Den fachlichen Einstieg der Veranstaltung lieferten die beiden Referenten und Experten für Mobilität Prof. Dr. Gather von der FH Erfurt und Dr. Wilde von der Goethe-Universität Frankfurt. So stellte sich unter anderem heraus, dass im Durchschnitt ein Fahrzeug zu 95% ungenutzt bleibt, ein öffentlicher Parkplatz uns alle statistisch aber 10.000 Euro pro Jahr dafür kostet. Ein CarSharing Auto ersetzt wiederum bis zu acht Privat-Pkws – und würde uns damit um 80.000 Euro pro Jahr erleichtern. Neben diesen Informationen wurden zahlreiche praktische Beispiele zu innovativen und bewegenden Initiativen und Projekten vorgestellt. In drei Arbeitsgruppen wurde anschließend weitergearbeitet.

In der ersten Arbeitsgruppe unter dem Titel ›Nordhausens Nahverkehr gesichert in die Zukunft‹ kamen die Möglichkeiten und Wege zur Sprache, den Nahverkehr in Stadt und Landkreis dauerhaft zu sichern. So wurde über einen ticketlosen ÖPNV im gesamten Landkreis und die Möglichkeiten eines Bürgerbusvereins für Nordhausen diskutiert.

Die zweite Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema ›Teilen statt besitzen‹, eine Überzeugung mit Nachholbedarf in Sachen Anhängerschaft. Die Wege zu einem sicheren und lebenswerten Straßenraum wurden in der dritten Arbeitsgruppe besprochen. Initiativen wie autofreie Tage, Rad- und Fußverkehrs-Apps mit Belohnungssytem und Lastenraddienstleistungen wurden vorgeschlagen.

Innovativ denken, realistisch handeln

Im Februar 2016 fand die 3. Bürgerwerkstatt, wieder mit rund 70 Teilnehmer:innen, statt. Diesmal zum anspruchsvollen Thema energetischer Stadtumbau.

Die Hochschule Nordhausen ist als Forschungs- und Bildungseinrichtung eine Quelle für Fachwissen. Prof. Dr. Dagmar Everding und Prof. Dr. Rainer Große stellten am Beginn der Veranstaltungen die aktuellen Forschungsschwerpunkte der Hochschule vor. In den Arbeitsgruppen berichteten Studierende von Semesterprojekten, in denen sie konkrete Vorschläge für den energetischen Stadtumbau in Nordhausen erarbeiteten. Christina Sager-Klaus vom Fraunhofer Institut für Bauphysik in Kassel betonte in ihrem Einstiegsvortrag die Notwendigkeit, Projekte zu initiieren, die sich langfristig eigenwirtschaftlich entwickeln können. Der Stadtumbau muss vor allem aus dem Bestand gedacht werden.

Innovativ denken und realistisch handeln war dann auch das Ergebnis der ersten Arbeitsgruppe ›Energetischer Umbau von Stadtquartieren‹. Die technischen Mittel zur Erzeugung Erneuerbarer Energien (EE) stehen bereits zur Verfügung. Vorhandene Infrastrukturen müssen auf die Nutzung von EE geprüft und umgestellt werden. Energetischer Stadtumbau bedeutet aber auch, kurze Wege zu ermöglichen. Die Einsparung von CO2 steht an erster Stelle, ebenso die soziale Verträglichkeit. Energetischer Stadtumbau muss daher immer mit einer sozial-räumlichen Qualifizierung zusammengedacht werden und darf nicht nur vor dem Hintergrund der energetischen Optimierung erfolgen.

Den Einstieg und die fachliche Begleitung der zweiten Arbeitsgruppe zum Thema ›Energielandschaft StadtLand gestalten‹ gab Prof. Dr. Doris Gstach, die die Professur Freiraumplanung und Landschaftsgestaltung an der FH Erfurt inne hat. Der Wandel im System der Energieerzeugung und Ressourcennutzung hat immer Auswirkungen auf die Landschaft gehabt. Zeugnisse historischer Produktionslandschaften werden heute größtenteils akzeptiert, sogar als natürlich ästhetisch empfunden. Dies muss auch für die aktuelle Energiewende gelten. Dabei müssen Freizeitlandschaft, Naturschutz und produktive Landschaft – ob landwirtschaftlich oder energetisch – viel stärker als eine Einheit zusammen gedacht werden. Es wurde anschließend diskutiert, wie ein Handbuch für Best Practice-Beispiele für die Region entstehen kann.

Die dritte Arbeitsgruppe ›Vom Altbau zum energetischen Traumhaus‹ beriet der Architekt Steffen Langner von ADOBE Architekten aus Erfurt. Ergebnis: Es müssen immer Individuallösungen gefunden werden, die eine nachhaltige soziale, ökonomische und ökologische Entwicklung ermöglichen. Eine Blaupause gibt es nicht. Darüber hinaus wurden konkrete Maßnahmen - wie beispielweise das Nutzen regionaler Ressourcen als nachhaltige Baustoffe für den Wohnungsbau und der Verzicht auf Verbundstoffe – diskutiert.

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹
27. Oktober 2015

Startschuss für die ›Zukunftsstadt‹

Rohrbach, Dorfinfrastruktur

Rohrbach, Dorfinfrastruktur

Rohrbach, Dorfinfrastruktur

Abwasser wird zur Ressource

Die Gestaltung des Stoffwechsels zwischen Mensch und Natur verbindet die Landschaftsarchitektur und die Abwasserwirtschaft. Das IBA Vorhaben verknüpft die Herstellung, Pflege und Bewirtschaftung von Freiräumen mit naturnahen Verfahren der Abwasserbehandlung und -wiedernutzung und stellt eine innovative Lösung für ländliche Kommunen dar.‹
Prof. Antje Stokmann, Fachbeirätin IBA Thüringen

Einst badeten hier Gutsherren, heute ist das Wasser in Rohrbach nicht mehr so sauber. Der kleine Rossbach transportiert nämlich nicht nur Quell- und Regenwasser, sondern auch die Abwässer aus dem Dorf. Eine für Thüringen typische Situation, fast jeder dritte Haushalt im Freistaat ist nicht an eine richtlinienkonforme Kläranlage angeschlossen. Die Abwasserentsorgung im ländlichen Raum Thüringens muss auf den demografischen Wandel und die EU-Wasserrahmenrichtlinie reagieren.

Die Professur Siedlungswasserwirtschaft der Bauhaus-Universität Weimar entwickelt hierzu gemeinsam mit dem Abwasserzweckverband Nordkreis Weimarer Land ein neuartiges System, das auf eine getrennte Erfassung und regionale Wiederverwendung von Grau- und Schwarzwasser setzt. Eine neue Anlage soll die Feststoffe zusammen mit Resten aus der Landwirtschaft in Energie und Düngemittel umwandeln. Dieses innovative Verfahren erfordert auch Veränderungen bei Institutionen und Betriebsformen.

Mehr zum Projekt 
Kinderfest und Ideenstudie Rohrbach
16. September 2017

Kinderfest und Ideenstudie Rohrbach

Foto: Lysann Schmidt

Foto: Lysann Schmidt

Bürgerwerkstatt in Rohrbach
26. Juni 2017

Bürgerwerkstatt in Rohrbach

Foto: Thomas Müller

Brainstorming Ressourcenlandschaft der Zukunft
14. Juni 2016

Brainstorming Ressourcenlandschaft der Zukunft

Die Moderation wurde von Frau Dr. Darla Nickel und Frau Dr. Stephanie Bock vom Deutschen Institut für Urbanistik übernommen.

Brainstorming in der alten IBA Geschäftsstelle in Weimar.

Nach einer ersten großen Brainstorming-Runde wurden die diskutierten Themen und Handlungsansätze am Nachmittag in drei Arbeitsgruppen vertieft. Nach einer Stunde intensiver Gruppenarbeit wurden die Ergebnisse vorgestellt. Die IBA Thüringen und der IBA Kandidat nutzten die Gelegenheit, um erste Überlegungen zu aus eigener Sicht verfolgens- und besonders bemerkenswerten Ideen aus dem Brainstorming zu äußern und den Mehrwert für die weitere Programm- und Projektarbeit herauszustellen.Als Ergebnis des Brainstormings wird eine Dokumentation erarbeitet, die Grundlage für die weitere Projektqualifizierung sein wird. Das Büro dreigegeneinen GbR aus Berlin wird die Ergebnisse in einem Bild grafisch aufbereiten.

Bürgerinformationsveranstaltung Rohrbach
15. Februar 2016

Bürgerinformationsveranstaltung Rohrbach

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Weimarer Land
Deutschland
Planungsbeteiligte
  • Gruppe F, Berlin
  • ​Lysann Schmidt, Wismar 
Ansprechpartner

Dr. Bertram Schiffers
Projektleiter
Telefon +49 3644 51832-14
bertram.schiffers@iba-thueringen.de

Weimar, Das 100

Weimar, Das 100

Weimar, Das 100

Neues Wohnen: 100 Prozent flexibel, bezahlbar, ressourcenschonend

›Mit innovativem Grundriss, der zum lebendigen Austausch der Bewohnerinnen und Bewohner anregt, hebt sich das Projekt hervor. Jungen Menschen wird ein außergewöhnlicher Ort als Gelegenheit geboten, den Weg in die studentische Freiheit zu erkunden.‹
Prof. Barbara Holzer, Fachbeirätin IBA Thüringen

In unmittelbarer Nähe von Georg Muches ›Haus am Horn‹ aus dem Jahr 1923 befindet sich das städtebauliche Entwicklungsgebiet ›Neues Bauen am Horn‹. Das Studierendenwerk Thüringen besitzt das letzte freie Baufeld auf dem Gelände und entwickelt hier gemeinsam mit der Stiftung Baukultur und der IBA Thüringen ein neuartiges Wohnhaus für Studierende. 2017 ging aus einem hierfür initiierten internationalen Architekturwettbewerb das favorisierte Wohnkonzept des Architekturbüros Almannai und Fischer aus München hervor. Dieses nimmt Abstand vom anonymen Nebeneinander kleiner Appartements, stattdessen soll neues Wohnen durch großzügige Wohngemeinschaften mit individuellen Rückzugsbereichen ermöglicht werden.

Eine Luftaufnahme des städtebaulichen Entwicklungsgebiets ›Neues Bauen am Horn‹, wo ›Das 100‹ entstehen soll.

Die Jury des Architekturwettbewerbs zu dem IBA Projekt ›Das 100. Wohnhaus für Studierende in Weimar‹ hatte unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Gerd Zimmermann zwei erste und einen zweiten Preis vergeben. Jeweils einen ersten Preis erhielten Dipl.-Ing. Thomas Wasserkampf mit Max Wasserkampf (Aachen/Weimar) sowie Almannai Fischer, Reem Almannai, Florian Fischer Architekten PartGmbB (München). An dem Wettbewerb beteiligten sich 60 Architekturbüros. Alle eingereichten Arbeiten konnten im Frühjahr 2017 in der Neufert-Box in Gelmeroda zu besichtigt werden.

Die besondere Grundrissfigur des geplanten Studierendenwohnhauses mit seinen schlanken und hohen Räumen wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen in der ehemaligen Zahnklinik in Erfurt 2017 im Maßstab 1:1 umgesetzt vor Ort diskutiert.

Im Oktober 2019 veranstaltete das Studierendenwerk Thüringen in Kooperation mit der IBA Thüringen einen Workshop, um den aktuellen Entwurf zu evaluieren und seine Modellhaftigkeit zu prüfen. Dazu wurde der geplante Grundriss im Maßstab 1:2 im Eiermannbau Apolda szenografisch umgesetzt und mithilfe potenzieller Bewohnerinnen und Bewohner spielerisch analysiert. Die daraus resultierenden Erfahrungen fließen in die weitere Gestaltung des Vorhabens ein.

›Das 100‹ steht nun an der Schwelle zur Umsetzung. Das Vorhaben besticht durch seine soziale Idee, in dem es differenzierte Grundrisslösungen für unterschiedliche Wohnbedürfnisse der Nutzer anbietet. Das Spektrum reicht von der Groß-WG bis zum Mikro-Appartement. Das Gebäude mit insgesamt sieben Geschossen soll in Massivholzbauweise realisiert werden und ist damit eines der ersten Holzbauprojekte Thüringens in dieser Gebäudeklasse.

Mit dem Projekt des Studierendenwerks Thüringen wird das Ensemble anspruchsvoller Wohnheime für Studierende am Standort ›Neues Bauen am Horn‹ vervollständigt. Mit dem Architekturbüro Almannai Fischer konnte ein mehrfach ausgezeichnetes Planungsteam (u.a. Deutscher Holzbaupreis) beauftragt werden. Ihr Entwurf besticht durch seine konstruktive Umsetzung als urbaner Holzbau und eine präzise baukünstlerische Aussage.

Der Fachbeirat der IBA Thüringen würdigte die Innovation und Exzellenz des Vorhabens und empfahl Anfang März 2021 den Projektstatus für den bisherigen IBA Kandidaten.  

Nach der Beauftragung des aus dem Architekturwettbewerb hervorgegangenen Siegers Almannai und Fischer und einem intensiven Planungsprozess wird nun eine weitestgehende Umsetzung als innovativer Holzmassivbau anberaumt. Die Entwurfsplanung ist abgeschlossen.

Mehr zum Projekt 
IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für ›Das 100‹
05. März 2021

IBA Fachbeirat empfiehlt Projektstatus für ›Das 100‹

Planungsworkshop
17. Juni 2020

Planungsworkshop

Entwicklungsimpulse und Verdichtung der Programmatik
09. Oktober 2019

Entwicklungsimpulse und Verdichtung der Programmatik

Realisierung eins Mock-Ups im Maßstab 1:1
16. Mai 2017

Realisierung eins Mock-Ups im Maßstab 1:1

Die besondere Grundrissfigur des geplanten Studierendenwohnhauses mit seinen schlanken und hohen Räumen wurde im Zuge der Umbaumaßnahmen in der ehemaligen Zahnklinik in Erfurt 2017 im Maßstab 1:1 umgesetzt vor Ort diskutiert.

Die ehemaligen Zahnklink verfügt exakt über die gleiche Raumhöhe, so dass eine gute Vergleichbarkeit existiert. Die anwesenden Projektakteure und Architekten waren im Ergebnis von der Raumqualität überaus überzeugt.

Architekturwettbewerb zu ›Das 100‹ - Modellhaus für Studierende in Weimar entschieden
16. März 2017

Architekturwettbewerb zu ›Das 100‹ - Modellhaus für Studierende in Weimar entschieden

1. Preis Architektur Büro Thomas Wasserkampf, Aachen / Max Wasserkampf, Weimar: Perspektive Carl-Alexander-Platz.

1. Preis Architektur Büro Thomas Wasserkampf, Aachen / Max Wasserkampf, Weimar.

1. Preis Almannai Fischer, München: Perspektive Carl-Alexander-Platz.

1. Preis Almannai Fischer, München.

2. Preis Wiencke Architekten, Dresden: Perspektive Carl-Alexander-Platz.

2. Preis Wiencke Architekten, Dresden.

IBA Kandidat ›Das 100‹ stellt Antrag bei Bundesprogramm VarioWohnen
20. Oktober 2016

IBA Kandidat ›Das 100‹ stellt Antrag bei Bundesprogramm VarioWohnen

Kalender 

Momentan keine Termine

Ort 
Carl-Alexander-Platz
Weimar 99425
Deutschland
Weimar, StadtLandSchule

Weimar, StadtLandSchule

Weimar, StadtLandSchule

Neuer Lernort: Schüler, Eltern, Lehrer programmieren und bauen ihre Schule um

»Mit der Qualität der Schulen entscheiden sich die Chancen künftiger Generationen. Beim Umbau der StadtLand Schule in Weimar wurde ein beispielhafter partizipativer Weg beschritten, auf dem Schule, Kommune und Planer gemeinsam Anforderungen und Lösungen für ein zukunftsweisendes Bildungszentrum entwickeln. Das als Open-Source-Planungsbaukasten gebündelte Wissen trägt dem Ziel einer IBA, replizierbare Modelle zu relevanten Zukunftsfragen zu schaffen, in besonderer Weise Rechnung.«
Dr. Julian Petrin, Fachbeirat IBA Thüringen

Schüler:innen, Eltern und Lehrer:innen einer Schule in Weimar denken gemeinsam mit der Stadt darüber nach, was ein gutes Schulgebäude in Zukunft können muss und wie es aussehen sollte. Ihre Schule befindet sich am Stadtrand in einem unsanierten Plattenbau. In einem intensiven, fachlich begleiteten Beteiligungsprozess (Phase 0) wurde formuliert, was eine ganztägige Gemeinschaftsschule mit modernen pädagogischen Ansätzen von einem Schulgebäude verlangt.

In einer festlichen Abschlussveranstaltung feierten am 15. September 2017 über 300 Vertreterinnen und Vertreter aus Schulgemeinschaft, Stadtverwaltung, Bauhaus-Universität Weimar, Ortsteilrat Oberweimar, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, IBA Thüringen und Montag Stiftung in der Turnhalle der Schule den Abschluss der Phase Null.

Erfahrene Schulbauplaner:innen entwickeln auf Basis der Erkenntnisse einen neuen Schultyp, der als Modellvorhaben realisiert werden soll. Das Know-how wird in einem Planungsbaukasten gebündelt und den Ländern, Kommunen und Planer:innen als Open Source frei zur Verfügung gestellt. Die auf dieses Themenfeld spezialisierte Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft unterstützt das Projekt maßgeblich durch ihr fachliches und finanzielles Engagement.

Mehr zum Projekt 
Spatenstich für den Neubau der ›StadtLandSchule‹ in Weimar
10. Mai 2022

Spatenstich für den Neubau der ›StadtLandSchule‹ in Weimar

Peter Kleine (Oberbürgermeister der Stadt Weimar), Barbara Pampe (Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft), Harald Zeil (Lehrer), Susanna Karawanskji (Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft) und Marta Doehler-Behzadi (IBA-Geschäftsführerin) beim Spatenstich in Weimar am 10. Mai 2022.

Launch Planungstool ›Schulbau Open Source‹
07. Dezember 2021

Launch Planungstool ›Schulbau Open Source‹

Copyright: Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft

Vorbereitung der Baustelle gestartet
25. Oktober 2021

Vorbereitung der Baustelle gestartet

Online-Projektpräsentation ›Schulbau Open Source – StadtLandSchule‹
29. April 2021

Online-Projektpräsentation ›Schulbau Open Source – StadtLandSchule‹

Bauantrag und Antrag Schulbauförderung eingereicht
02. April 2020

Bauantrag und Antrag Schulbauförderung eingereicht

Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft übergibt der Stadt Weimar Entwurf für Schule der Zukunft
02. Dezember 2019

Staatliche Gemeinschaftsschule erhält Status eines IBA Projekts

Innenraumvisualisierung aus der Entwurfsplanung für die StadtLandSchule Weimar. ©Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, PONNIE Images

Außenraumvisualisierung aus der Entwurfsplanung für die StadtLandSchule Weimar. ©Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, PONNIE Images

Entwurfsbeschreibung

Herzstück des neuen Schul-Campus bilden die sogenannten Lernlofts. Das sind ca. 400m² große Geschossebenen, die als ein großzügiger Raum konzipiert sind. Durch ein vielschichtiges Flächenangebot und flexible Möblierung wird eine Bildungslandschaft geschaffen, die unterschiedliche Orte für individuelles Lernen oder in unterschiedlichen Gruppengrößen bietet. Das Ganze wirkt eher wie eine Werkstatt, also ein Ort, in dem aktiv Lernerfahrungen gesammelt werden und nicht nur passiv Wissen konsumiert wird. Je 75 Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Schule teilen sich eine Etage und können diese individuell nach ihren pädagogischen Bedürfnissen anpassen. Die Fläche wird ergänzt um einen Funktionskern, der die Sanitäranlagen und Nebenräume beinhaltet.

Je drei dieser ›Lernlofts‹ bilden ein Gebäude. Daraus entsteht ein Gemeinschaftshaus, das auch Quartiersfunktionen übernehmen kann sowie zwei Lernhäuser. Diese drei Gebäudevolumen positionieren sich frei auf dem Grundstück, so dass das großzügige, ca. 20.000m² umfassende Grundstück seinen parkartigen Charakter beibehält. Die vorhandene Sporthalle fügt sich in das Ensemble ein und wird modernisiert. 

380 Schülerinnen und Schüler können hier zum IBA Präsentationsjahr 2023 ihren neuen Schul-Campus in Besitz nehmen.

Nicht nur das Gebäude selbst steckt voller innovativer Ideen, sondern auch der Prozess. So sollen die Planungsergebnisse als Open-Source-Lizenz ähnlich wie z.B. das Betriebssystem Linux frei zugänglich gemacht werden. So können andere Kommunen, Planerinnen und Planer direkt auf dem erreichten Wissensstand aufbauen.

Aussagen zentraler Akteure

Dr. Karl-Heinz Imhäuser, Carl Richard Montag Förderstiftung 
»Für die Montag Stiftung ist dieses außergewöhnliche Engagement Neuland, entsprechend hoch ist unsere Erwartung an das fertige Projekt.«

Barbara Pampe, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
»Unser jahrelanges Engagement bei der Entwicklung zukunftsfähiger Schulen kann jetzt in einem konkreten Vorhaben sichtbar werden.«

Marta Doehler-Behzadi, IBA Thüringen
»Schulen sind eine besonders anspruchsvolle Bauaufgabe und Bildung ist ein Schlüsselthema, auch im StadtLand Thüringen. Kooperatives Arbeiten wurde in diesem Fall zum Prinzip gemacht. Das IBA Projekt StadtLand Schule bietet insbesondere durch seinen Open Source Ansatz eine wertvolle Grundlage für Folgeprojekte im Freistaat.«

Peter Kleine, Oberbürgermeister Stadt Weimar
»Das IBA Modellvorhaben ist für die Stadt Weimar eine große Herausforderung. Dank der Unterstützung durch die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und die IBA Thüringen sind wir gut vorangekommen und freuen uns, die neue Schule jetzt in die Tat umzusetzen.«

Ilka Drewke, Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar
»Die Staatliche Gemeinschaftsschule Weimar wartet seit langem geduldig auf Ihr neues Schulgebäude am Hartweg. Wir sind stolz, den Entwicklungsprozess intensiv begleitet zu haben und können die Umsetzung des Projekts kaum erwarten.«

Planungsbeteiligte

  • Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
  • IBA Thüringen
  • Stadtverwaltung Weimar
  • Schulgemeinschaft der Staatlichen Gemeinschaftsschule Weimar
  • gernot schulz : architektur, Köln
  • Hausmann Architekten, Aachen
  • Walter Heilmann Schulbauberatung, Köln
  • Studio Urbane Landschaften, Hamburg
  • IB Hausladen, München
  • Ingenieurbüro Fruth, Grässner & Partner
  • IBC Ingenieurbau-Consult GmbH
  • Ingenieurbüro Matthias Münz, Weimar
  • Hoock & Partner Sachverständige PartG mbB
  • Eckmann & Rowley, Bonn
Auftakt der Planung des Neubaus der Staatlichen Gemeinschaftsschule ›Am Hartwege‹
29. August 2018

Auftakt der Planung des Neubaus der Staatlichen Gemeinschaftsschule ›Am Hartwege‹

v.l. Ilka Drewke, Schulleiterin der Gemeinschaftsschule Am Hartwege, Dr. Olaf Köster-Ehling, Vorstand der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Peter Kleine, Oberbürgermeister der Stadt Weimar und Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen

Mehr zum Planungsbaukasten 'Schulbau Open Source'

Schulbau ist aktuell eine der großen Herausforderungen für Kommunen in Deutschland. Neue pädagogische und organisatorische Anforderungen verlangen andere bauliche Lösungen als in der Vergangenheit. Gleichzeitig sind gute Bildung und eine entsprechende Bildungsinfrastruktur Schlüsselfaktoren erfolgreicher Städte und Regionen.

Das neu konzipierte Projekt der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft 'Schulbau Open Source' bündelt integriertes Planungs- und Prozesswissen im Schulbau anhand einer Musterplanung eines möglichst idealen Referenzgebäudes und stellt dieses allen Akteurinnen und Akteuren zur Verfügung – mit dem Ziel, den komplexen Planungsanforderungen im Schulbau mit hoher Qualität gerecht zu werden. Das Produkt wird nicht als starre Kopiervorlage verstanden, sondern ist offen und flexibel in seiner Weiterentwicklung. Die anhand der Neubauplanung für die Gemeinschaftsschule entwickelte erste Version des Planungsbaukastens wird in den nächsten Jahren an weiteren Schulumbau- und Neubauprojekten fortgeschrieben.

Stadtland Schule feiert Abschluss der Phase Null
15. September 2017

Stadtland Schule feiert Abschluss der Phase Null

Barbara Pampe, Projektleiterin der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, präsentiert den Abschlussbericht der Phase Null.

Peter Kleine, Bürgermeister der Stadt Weimar.

Über 300 Gäste aus der Schulgemeinschaft, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtverwaltung, Bauhaus-Universität, Ortsteilrat Oberweimar, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, IBA Thüringen und Montag Stiftung nehmen an der Feier teil.

Schulleiterin Ilka Drewke freut sich über den erfolgreichen Abschluss der Phase Null.

Startschuss für Pilotprojekt ›Inklusive Schulen planen und bauen‹
20. Juni 2016

Startschuss für Pilotprojekt ›Inklusive Schulen planen und bauen‹

Übergabe der Urkunde von Barbara Pampe an Bürgermeister Peter Kleine.

Die schuleigene Elephant Band sorgt für den musikalischen Rahmen.

Mitmach-Konzert vor dem Pavillon auf dem Schulhof, einem von Studierenden der Bauhaus-Universität Weimar mit Schüler:innen der Jenaplanschule gemeinsam geplanten Bau, in dem der weitere Schulumbauprozess diskutiert und geplant wird.

Rundgang der Planungsgruppe über das Schulgelände.

Planungsgruppe in einem Klassenzimmer.

Das Umbauvorhaben ist seit 2014 als StadtLandSchule Kandidat der Internationalen Bauausstellung Thüringen. Die Förderung durch die Montag Stiftung trägt dazu bei, das Vorhaben zur Projektreife zu führen und bis 2019 auch baulich in die Wege zu leiten. 

Bericht über die Feier von Radio Lotte Weimar

IBA Kandidat ›StadtLandSchule‹ ausgezeichnet
19. Mai 2016

IBA Kandidat ›StadtLandSchule‹ ausgezeichnet

Schlüsselübergabe für das StadtLandSchullabor auf dem Campus der Jenaplanschule
09. Juli 2015

Schlüsselübergabe für das StadtLandSchullabor auf dem Campus der Jenaplanschule

Projektbeteiligte nach der Schlüsselübergabe des StadtLandSchullabors. Foto: Michael Romstöck

Foto: Michael Romstöck

Foto: Michael Romstöck

Die StadtLandSchule ist auch Thema im Journal der Bauhaus-Universität Weimar (S. 80 bis 83): Zum Bauhaus.Journal 

Baubeginn des StadtLandSchullabors
25. Juni 2015

Studierende der Bauhaus-Universität realisieren Pavillon auf dem Campus der Jenaplanschule

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Ort 
Am Hartwege 2
99425 Weimar
Deutschland