• 2020 Oktober
    • Rückblick
      01. Oktober 2020 - 10:00 bis 14:00

      Werkstattgespräch ›Zukunft Landwirtschaft‹

      In einer Kooperation mit der Landwirtschaft Kannawurf Betriebsgesellschaft mbH, der agrar-GmbH Oldisleben und der IBA Thüringen GmbH mit dem Künstlerhaus Thüringen e.V. wurde eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Entwicklung von bewirtschafteten Agrarflächen beispielhaft auf der Gemarkung Kannawurf im Landkreis Sömmerda erstellt. Im Ergebnis ist das ganzheitliche Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ entstanden.

      Im Rahmen der Leitbildentwicklung wurden innerhalb der Gemarkung Kannawurf drei Klimalandschaftstypologien - Hang, Kuppe, Aue - aufgrund lokal-klimatischer Effekte identifiziert. In diesen sollen jeweils konkrete Maßnahmen zur Minimierung der Erosion (Wind- und Wassererosion), von Hitzeinseln und Oberflächentemperaturen und gleichzeitig Anpassungsstrategien an den Klimawandel umgesetzt werden. Dazu gehören ein speziell für den Standort definierter Anbau von Mischkulturen, Untersaaten und Fruchtfolgen sowie die Umsetzung der Nachhaltigkeitstechnik ›Keyline Design‹.

      Die wirtschaftliche Basis der neuen Klimalandschaftstypologien bildet der Aufbau eines überbetrieblichen Fruchtfolgenmanagements als Zusammenschluss zwischen Agrarunternehmen sowie Verarbeitern. Dazu wird der Fruchtwechsel nicht nur betriebsintern sondern überbetrieblich regional ausgerichtet, um auch bei kleineren Schlägen und der Erhöhung der Feldfruchtsortenanzahl größere Abnahmemengen gewährleisten zu können. Dies erzeugt sowohl bei den Landwirten (weniger Risiko) wie auch bei den Abnehmern (mehr Sicherheit bei größeren Mengen) Stabilität. Verarbeitung und Lagerkapazitäten sowie spezialisierte Maschinen (z.B. Miete) können geteilt werden, um Kosten zu minimieren. 

      Das Neue an dieser Kooperation ist, dass es nicht nur um die allgemeine Erhöhung der Wertschöpfung geht, sondern um die ökologische und gleichzeitig ökonomische Stabilisierung einer klimagerechten Land(wirt)schaftsregion. Die Landschaft gibt die Regeln vor, nicht der Bedarf. Vorrangig soll damit auch eine regionale Wertschöpfungskette aufgebaut werden, die wieder neue Bezüge zwischen Stadt, Land und Landschaft sowie zwischen Produzent*innen und Konsument*innen generiert.

      Bei dem IBA Werkstattgespräch am 1. Oktober werden das neue Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ präsentiert und Beiträge zu Strategien des Ressourcenschutzes und regionaler Kooperationen in Thüringen zur Diskussion gestellt. Welche Perspektiven haben die Konzepte und Strategien? Welche Chancen bieten sie? Woran müssen wir gemeinsam weiter denken und arbeiten? Wie können wir weitere Partner finden? Welche Erfahrungen gibt es aus ähnlichen Projektvorhaben? Und was können wir lernen?

      Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt, weswegen wir Sie bitten, sich bis zum 28. September kostenlos unter veranstaltung@iba-thueringen.de anzumelden.

      Diskutieren Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie!


      10 Uhr 
      Come together

      10.10 Uhr 
      Begrüßung 
      Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
      Dr. Ingo Zopf, Abteilungsleiter Landwirtschaft und Ländlicher Raum im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Erfurt 

      10.25 Uhr 
      1.500 Hektar Zukunft Kannawurf 
      Fragen an die Land(wirt)schaft 

      Roland Lange, Vorsitzender des Künstlerhaus Thüringen e.V. und IBA Kandidat, Kannawurf 
      Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen, Apolda

      Projektpräsentationen inkl. Rückfragen:

      10.45 Uhr 
      Neue Klimakulturlandschaft 
      Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement 

      Bernhard König, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der Green4Cities GmbH, Wien

      11.15 Uhr 
      Keyline Design 
      Möglichkeiten und hydrologische Wirkung der Nachhaltigkeitstechnik 

      Philipp Gerhardt, Forstwirt und Geschäftsführer Baumfeldwirtschaft, Brück 
      Dr. Mohamad Reza Salehi Sadaghiani, Bauingenieur und Projektleiter Tractebel Hydroprojekt GmbH, Weimar

      11.45 Uhr 
      Regionalbündnis Thüringen 
      Neues Netzwerk zwischen Erzeugern und Verarbeitern 

      Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), Jena 

      12.15 Uhr 
      Gemeinsames Mittagessen

      13.00 Uhr 
      Moderiertes Werkstattgespräch 
      - Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
      - Katrin Hucke, Rechtsanwältin und Hauptgeschäftsführerin Thüringer Bauernverband e. V., Erfurt 
      - Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im TLLLR, Jena 
      - Bert Kämmerer, Vorsitzender Kreisbauernverband Erfurt/Sömmerda und Geschäftsführer der Geratal Agrar GmbH & Co. KG, Andisleben 
      - René Kolbe, Leiter Pahren Agrar Kooperation, Pahren 

      Gegen 14.00 Uhr 
      Ausklang

      Moderation: 
      Daniel Dabbelt, Journalist, top agrar

      Die Machbarkeitsstudie wird gefördert im Rahmen der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE) durch Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete (ELER) und den Freistaat Thüringen, 2019-2020

      ©Green4Cities

      Open Factory Eiermannbau
      Auenstraße 11
      99510 Apolda
      Deutschland
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