Kannawurf

Artikel
Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie
06. Juli 2017

Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie
IBA Werkstattgespräch in Apolda

Über 70 Besucher kamen zum IBA Werkstattgespräch in den Eiermannbau Apolda. Foto: Thomas Müller

Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand begrüßt die Besucher im Eiermannbau Apolda. Foto: Thomas Müller

Dr. Ingo Zopf, Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Foto: Thomas Müller

Thematische Einführung von Dr. Kenneth Anders, Büro für Landschaftskommunikation und IBA Fachbeiratsmitglied. Foto: Thomas Müller

IBA Werkstattgespräch ›Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie‹.

Claudia Siebeck und...

Dirk Wascher stellen die Ergebnisse des IBA Campus vor. Foto: Thomas Müller

Die Fotografin Frederike Sauerbrey und Roland Lange vom Künstlerhaus Thüringen e.V. präsentieren die Fotoausstellung ‚Ich, in meinem Dorf’. Foto: Thomas Müller

Rundtisch-Gespräch. Foto: Thomas Müller

Dr. Klaus Hollenberg, Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt. Foto: Thomas Müller

Dr. Stefan Blöttner, Thüringer Bauernverband e.V. Foto: Thomas Müller

Dr. Katja Gödeke, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Foto: Thomas Müller

Claudia Siebeck, IBA Thüringen. Foto: Thomas Müller

Heinrich Meusel, Landwirt, HEU-HEINRICH Vertriebs UG & Co. KG. Foto: Thomas Müller

Anschließend stellte der Campusleiter Dirk Wascher und Claudia Siebeck die vier Szenarien des IBA Campus ‚1.500 Hektar Zukunft’ vor. Diese gehen sämtlich auf globale Zusammenhänge ein, sichern aber auch die regionale Identität und gehen von tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft aus. In allen Entwürfen wird das Thüringer Becken mit seinen fruchtbaren Böden und seiner Weite nicht nur erhalten, sondern auch nachhaltig gesichert. Einmal dienen Mono-Waben zur Sicherung der Welternährung, ein andermal werden großmaßstäblich Industriepflanzen angebaut, um den Weltmarkt der biogenen Kunststoffindustrie bedienen zu können. In einem weiteren Szenario wird die Gemeinde Kannawurf zur Region mit Exzellenzprodukten wie z.B. Kaffee. Regionale Selbstversorgung, der Schutz von Flüssen, Wäldern und Wiesen, die Zugänglichkeit von Landschaft spielt in Zwischenräumen und ‚ökosozialen Netzen’ eine große Rolle, ebenso eine finanzielle Unabhängigkeit der Region und gemeinschaftliches Denken und Handeln.

Daran anschließend präsentierte die Fotografin Frederike Sauerbrey zusammen mit Roland Lange vom Künstlerhaus Thüringen e.V. die Fotoausstellung ‚Ich, in meinem Dorf’.

Am Nachmittag lud das Rundtisch-Gespräch zum gemeinsamen Austausch ein. Auf dem Podium diskutierten Dr. Katja Gödeke (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft), Dr. Stefan Blöttner (Thüringer Bauernverband e.V.), Heinrich Meusel (Landwirt, HEU-HEINRICH Vertriebs UG & Co. KG), Dr. Klaus Hollenberg (Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt), Claudia Siebeck (IBA Thüringen) und Dirk Wascher (Wageningen University Research) mit dem Publikum über das Verhältnis von Landwirtschaft und Landschaft in Thüringen. Sie behandelten Fragen der nachhaltigen Produktion und Umgang mit Ressourcen, die Langfristigkeit der Produktionsfaktoren, das Verhältnis zwischen Stadt und Land, die Vielfalt des ländlichen Raumes und seine Nutzung, die Möglichkeiten zur (Mit-)Gestaltung und der Kommunikation.

Projektenwickler mit landschaftsplanerischem Hintergrund gesucht!
08. März 2017

Projektenwickler mit landschaftsplanerischem Hintergrund gesucht!

Teilnehmeraufruf IBA Campus 2017
01. März 2017

(Er)Findung einer neuen Landschaftstypologie des 21. Jahrhunderts

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Projekte
Kannawurf, 1.500 Hektar Zukunft

Kannawurf, 1.500 Hektar Zukunft

Kannawurf, 1.500 Hektar Zukunft

Klima-Kultur-Landwirtschaft: Erprobung einer klimagerechten, kooperativen Land(wirt)schaft

+++ Werkstattgespräch ›Zukunft Landwirtschaft‹ am 1. Oktober! +++

»Landschaft und Landwirtschaft sind nicht nur ähnliche Worte, sie haben, besonders in Thüringen, tatsächlich große Schnittmengen. In Kannawurf wird diese Beziehung, die für die Zukunft ländlicher Räume existenziell ist, aufs Neue befragt und erforscht.«
Dr. Kenneth Anders, Fachbeirat IBA Thüringen

Bauer mit Mistgabel, glückliche Kühe auf der Wiese, Vesper auf Strohballen — die reale Landwirtschaft mit explodierenden Bodenpreisen, Monokulturen, Tiermastbetrieben und Biogasanlagen hat mit diesem romantischen Szenario wenig zu tun. In Kannawurf, gelegen im fruchtbaren Thüringer Becken, schob das Künstlerhaus Thüringen e. V. neue Ideen für Landschaftstypologien des 21. Jahrhunderts an. Gemeinsam mit der Landwirtschaft Kannawurf Betriebsgesellschaft mbH, der agrar-GmbH Oldisleben und dem Künstlerhaus Thüringen e.V. arbeitet die IBA Thüringen an einer Machbarkeitsstudie über die ökologisch, sozial und ökonomisch nachhaltige Aufwertung bewirtschafteter Agrarflächen am Beispiel Kannawurf. 2020 gestalten Green4Cities aus Wien im Auftrag der Partner ein neues Leitbild für eine Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts.

Im Juni 2017 führte die IBA Thüringen in Kannawurf ihren Campus ›1.500 Hektar Zukunft. (Er)Findung einer neuen Landschaftstypologie des 21. Jahrhunderts‹ durch.

Mehr zum Projekt 
Werkstattgespräch ›Zukunft Landwirtschaft‹
14. September 2020

Werkstattgespräch ›Zukunft Landwirtschaft‹ - Neue Klimakulturen und Kooperationen

In einer Kooperation mit der Landwirtschaft Kannawurf Betriebsgesellschaft mbH, der agrar-GmbH Oldisleben und der IBA Thüringen GmbH mit dem Künstlerhaus Thüringen e.V. wurde eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Entwicklung von bewirtschafteten Agrarflächen beispielhaft auf der Gemarkung Kannawurf im Landkreis Sömmerda erstellt. Im Ergebnis ist das ganzheitliche Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ entstanden.

Im Rahmen der Leitbildentwicklung wurden innerhalb der Gemarkung Kannawurf drei Klimalandschaftstypologien - Hang, Kuppe, Aue - aufgrund lokal-klimatischer Effekte identifiziert. In diesen sollen jeweils konkrete Maßnahmen zur Minimierung der Erosion (Wind- und Wassererosion), von Hitzeinseln und Oberflächentemperaturen und gleichzeitig Anpassungsstrategien an den Klimawandel umgesetzt werden. Dazu gehören ein speziell für den Standort definierter Anbau von Mischkulturen, Untersaaten und Fruchtfolgen sowie die Umsetzung der Nachhaltigkeitstechnik ›Keyline Design‹.

Die wirtschaftliche Basis der neuen Klimalandschaftstypologien bildet der Aufbau eines überbetrieblichen Fruchtfolgenmanagements als Zusammenschluss zwischen Agrarunternehmen sowie Verarbeitern. Dazu wird der Fruchtwechsel nicht nur betriebsintern sondern überbetrieblich regional ausgerichtet, um auch bei kleineren Schlägen und der Erhöhung der Feldfruchtsortenanzahl größere Abnahmemengen gewährleisten zu können. Dies erzeugt sowohl bei den Landwirten (weniger Risiko) wie auch bei den Abnehmern (mehr Sicherheit bei größeren Mengen) Stabilität. Verarbeitung und Lagerkapazitäten sowie spezialisierte Maschinen (z.B. Miete) können geteilt werden, um Kosten zu minimieren. 

Das Neue an dieser Kooperation ist, dass es nicht nur um die allgemeine Erhöhung der Wertschöpfung geht, sondern um die ökologische und gleichzeitig ökonomische Stabilisierung einer klimagerechten Land(wirt)schaftsregion. Die Landschaft gibt die Regeln vor, nicht der Bedarf. Vorrangig soll damit auch eine regionale Wertschöpfungskette aufgebaut werden, die wieder neue Bezüge zwischen Stadt, Land und Landschaft sowie zwischen Produzent*innen und Konsument*innen generiert.

Bei dem IBA Werkstattgespräch am 1. Oktober werden das neue Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ präsentiert und Beiträge zu Strategien des Ressourcenschutzes und regionaler Kooperationen in Thüringen zur Diskussion gestellt. Welche Perspektiven haben die Konzepte und Strategien? Welche Chancen bieten sie? Woran müssen wir gemeinsam weiter denken und arbeiten? Wie können wir weitere Partner finden? Welche Erfahrungen gibt es aus ähnlichen Projektvorhaben? Und was können wir lernen?

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt, weswegen wir Sie bitten, sich bis zum 28. September kostenlos unter veranstaltung@iba-thueringen.de anzumelden.

Diskutieren Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie!


10 Uhr 
Come together

10.10 Uhr 
Begrüßung 
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
Dr. Ingo Zopf, Abteilungsleiter Landwirtschaft und Ländlicher Raum im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Erfurt 

10.25 Uhr 
1.500 Hektar Zukunft Kannawurf 
Fragen an die Land(wirt)schaft 

Roland Lange, Vorsitzender des Künstlerhaus Thüringen e.V. und IBA Kandidat, Kannawurf 
Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen, Apolda

Projektpräsentationen inkl. Rückfragen:

10.45 Uhr 
Neue Klimakulturlandschaft 
Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement
 
Bernhard König, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der Green4Cities GmbH, Wien

11.15 Uhr 
Keyline Design 
Möglichkeiten und hydrologische Wirkung der Nachhaltigkeitstechnik 

Philipp Gerhardt, Forstwirt und Geschäftsführer Baumfeldwirtschaft, Brück 
Dr. Mohamad Reza Salehi Sadaghiani, Bauingenieur und Projektleiter Tractebel Hydroprojekt GmbH, Weimar

11.45 Uhr 
Regionalbündnis Thüringen 
Neues Netzwerk zwischen Erzeugern und Verarbeitern 

Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), Jena 

12.15 Uhr 
Gemeinsames Mittagessen

13.00 Uhr 
Moderiertes Werkstattgespräch 
- Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
- Katrin Hucke, Rechtsanwältin und Hauptgeschäftsführerin Thüringer Bauernverband e. V., Erfurt 
- Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im TLLLR, Jena 
- Bert Kämmerer, Vorsitzender Kreisbauernverband Erfurt/Sömmerda und Geschäftsführer der Geratal Agrar GmbH & Co. KG, Andisleben 
- René Kolbe, Leiter Pahren Agrar Kooperation, Pahren 

Gegen 14.00 Uhr 
Ausklang

Moderation: 
Daniel Dabbelt, Journalist, top agrar

Die Machbarkeitsstudie wird gefördert im Rahmen der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE) durch Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete (ELER) und den Freistaat Thüringen, 2019-2020

Leitbild für eine neue, klimagerechte Kulturlandschaft Kannawurf
10. März 2020

Leitbild für eine neue, klimagerechte Kulturlandschaft Kannawurf

EU Förderung für den Acker der Zukunft
01. Januar 2019

EU Förderung für den Acker der Zukunft

Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie
06. Juli 2017

Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie
IBA Werkstattgespräch in Apolda

Über 70 Besucher kamen zum IBA Werkstattgespräch in den Eiermannbau Apolda. Foto: Thomas Müller

Bürgermeister Rüdiger Eisenbrand begrüßt die Besucher im Eiermannbau Apolda. Foto: Thomas Müller

Dr. Ingo Zopf, Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft. Foto: Thomas Müller

Thematische Einführung von Dr. Kenneth Anders, Büro für Landschaftskommunikation und IBA Fachbeiratsmitglied. Foto: Thomas Müller

IBA Werkstattgespräch ›Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie‹.

Claudia Siebeck und...

Dirk Wascher stellen die Ergebnisse des IBA Campus vor. Foto: Thomas Müller

Die Fotografin Frederike Sauerbrey und Roland Lange vom Künstlerhaus Thüringen e.V. präsentieren die Fotoausstellung ‚Ich, in meinem Dorf’. Foto: Thomas Müller

Rundtisch-Gespräch. Foto: Thomas Müller

Dr. Klaus Hollenberg, Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt. Foto: Thomas Müller

Dr. Stefan Blöttner, Thüringer Bauernverband e.V. Foto: Thomas Müller

Dr. Katja Gödeke, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft. Foto: Thomas Müller

Claudia Siebeck, IBA Thüringen. Foto: Thomas Müller

Heinrich Meusel, Landwirt, HEU-HEINRICH Vertriebs UG & Co. KG. Foto: Thomas Müller

Anschließend stellte der Campusleiter Dirk Wascher und Claudia Siebeck die vier Szenarien des IBA Campus ‚1.500 Hektar Zukunft’ vor. Diese gehen sämtlich auf globale Zusammenhänge ein, sichern aber auch die regionale Identität und gehen von tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft aus. In allen Entwürfen wird das Thüringer Becken mit seinen fruchtbaren Böden und seiner Weite nicht nur erhalten, sondern auch nachhaltig gesichert. Einmal dienen Mono-Waben zur Sicherung der Welternährung, ein andermal werden großmaßstäblich Industriepflanzen angebaut, um den Weltmarkt der biogenen Kunststoffindustrie bedienen zu können. In einem weiteren Szenario wird die Gemeinde Kannawurf zur Region mit Exzellenzprodukten wie z.B. Kaffee. Regionale Selbstversorgung, der Schutz von Flüssen, Wäldern und Wiesen, die Zugänglichkeit von Landschaft spielt in Zwischenräumen und ‚ökosozialen Netzen’ eine große Rolle, ebenso eine finanzielle Unabhängigkeit der Region und gemeinschaftliches Denken und Handeln.

Daran anschließend präsentierte die Fotografin Frederike Sauerbrey zusammen mit Roland Lange vom Künstlerhaus Thüringen e.V. die Fotoausstellung ‚Ich, in meinem Dorf’.

Am Nachmittag lud das Rundtisch-Gespräch zum gemeinsamen Austausch ein. Auf dem Podium diskutierten Dr. Katja Gödeke (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft), Dr. Stefan Blöttner (Thüringer Bauernverband e.V.), Heinrich Meusel (Landwirt, HEU-HEINRICH Vertriebs UG & Co. KG), Dr. Klaus Hollenberg (Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt), Claudia Siebeck (IBA Thüringen) und Dirk Wascher (Wageningen University Research) mit dem Publikum über das Verhältnis von Landwirtschaft und Landschaft in Thüringen. Sie behandelten Fragen der nachhaltigen Produktion und Umgang mit Ressourcen, die Langfristigkeit der Produktionsfaktoren, das Verhältnis zwischen Stadt und Land, die Vielfalt des ländlichen Raumes und seine Nutzung, die Möglichkeiten zur (Mit-)Gestaltung und der Kommunikation.

IBA Campus entwickelt vier Szenarien für die Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts
06. Juli 2017

IBA Campus entwickelt vier Szenarien für die Kulturlandschaft des 21. Jahrhunderts

Das Team des IBA Campus 2017.

Campusleiter Dirk Wascher.

Innenhof von Schloss Kannawurf, dem Austragungsort.

Präsentation der Fotoausstellung ›Ich, in meinem Dorf‹.

Der IBA Campus fand in einer Umgebung statt, in der der kreative, künstlerische Umgang mit der Landschaft auch anderweitig praktiziert wurde: Das Künstlerhaus Thüringen e.V. – der Kooperationspartner des IBA Campus – organisiert hier regelmäßig kulturelle Veranstaltungen und eröffnete im Juni ein eindrucksvolles, temporäres Feldtheater.

Medienpartner des IBA Campus war die Fachzeitschrift Garten und Landschaft.

Projektenwickler mit landschaftsplanerischem Hintergrund gesucht!
08. März 2017

Projektenwickler mit landschaftsplanerischem Hintergrund gesucht!

Teilnehmeraufruf IBA Campus 2017
01. März 2017

(Er)Findung einer neuen Landschaftstypologie des 21. Jahrhunderts

Downloads 
Kalender 
01. Oktober 2020 - 10:00 bis 14:00
Ort 
06578 Kannawurf
Deutschland
Träger / Partner
Förderer
  • Machbarkeitsstudie: Förderung der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE) durch Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete (ELER) und den Freistaat Thüringen, 2019-2020
Planungsbeteiligte
Ansprechpartnerin

Kerstin Faber
Projektleiterin
Telefon +49 3644 51832-10
kerstin.faber@iba-thueringen.de

Kalender
Rückblick
01. Oktober 2020 - 10:00 bis 14:00

Werkstattgespräch ›Zukunft Landwirtschaft‹

In einer Kooperation mit der Landwirtschaft Kannawurf Betriebsgesellschaft mbH, der agrar-GmbH Oldisleben und der IBA Thüringen GmbH mit dem Künstlerhaus Thüringen e.V. wurde eine Machbarkeitsstudie zur nachhaltigen Entwicklung von bewirtschafteten Agrarflächen beispielhaft auf der Gemarkung Kannawurf im Landkreis Sömmerda erstellt. Im Ergebnis ist das ganzheitliche Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ entstanden.

Im Rahmen der Leitbildentwicklung wurden innerhalb der Gemarkung Kannawurf drei Klimalandschaftstypologien - Hang, Kuppe, Aue - aufgrund lokal-klimatischer Effekte identifiziert. In diesen sollen jeweils konkrete Maßnahmen zur Minimierung der Erosion (Wind- und Wassererosion), von Hitzeinseln und Oberflächentemperaturen und gleichzeitig Anpassungsstrategien an den Klimawandel umgesetzt werden. Dazu gehören ein speziell für den Standort definierter Anbau von Mischkulturen, Untersaaten und Fruchtfolgen sowie die Umsetzung der Nachhaltigkeitstechnik ›Keyline Design‹.

Die wirtschaftliche Basis der neuen Klimalandschaftstypologien bildet der Aufbau eines überbetrieblichen Fruchtfolgenmanagements als Zusammenschluss zwischen Agrarunternehmen sowie Verarbeitern. Dazu wird der Fruchtwechsel nicht nur betriebsintern sondern überbetrieblich regional ausgerichtet, um auch bei kleineren Schlägen und der Erhöhung der Feldfruchtsortenanzahl größere Abnahmemengen gewährleisten zu können. Dies erzeugt sowohl bei den Landwirten (weniger Risiko) wie auch bei den Abnehmern (mehr Sicherheit bei größeren Mengen) Stabilität. Verarbeitung und Lagerkapazitäten sowie spezialisierte Maschinen (z.B. Miete) können geteilt werden, um Kosten zu minimieren. 

Das Neue an dieser Kooperation ist, dass es nicht nur um die allgemeine Erhöhung der Wertschöpfung geht, sondern um die ökologische und gleichzeitig ökonomische Stabilisierung einer klimagerechten Land(wirt)schaftsregion. Die Landschaft gibt die Regeln vor, nicht der Bedarf. Vorrangig soll damit auch eine regionale Wertschöpfungskette aufgebaut werden, die wieder neue Bezüge zwischen Stadt, Land und Landschaft sowie zwischen Produzent*innen und Konsument*innen generiert.

Bei dem IBA Werkstattgespräch am 1. Oktober werden das neue Leitbild ›Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement‹ präsentiert und Beiträge zu Strategien des Ressourcenschutzes und regionaler Kooperationen in Thüringen zur Diskussion gestellt. Welche Perspektiven haben die Konzepte und Strategien? Welche Chancen bieten sie? Woran müssen wir gemeinsam weiter denken und arbeiten? Wie können wir weitere Partner finden? Welche Erfahrungen gibt es aus ähnlichen Projektvorhaben? Und was können wir lernen?

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 Personen beschränkt, weswegen wir Sie bitten, sich bis zum 28. September kostenlos unter veranstaltung@iba-thueringen.de anzumelden.

Diskutieren Sie mit uns, wir freuen uns auf Sie!


10 Uhr 
Come together

10.10 Uhr 
Begrüßung 
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
Dr. Ingo Zopf, Abteilungsleiter Landwirtschaft und Ländlicher Raum im Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, Erfurt 

10.25 Uhr 
1.500 Hektar Zukunft Kannawurf 
Fragen an die Land(wirt)schaft 

Roland Lange, Vorsitzender des Künstlerhaus Thüringen e.V. und IBA Kandidat, Kannawurf 
Kerstin Faber, Projektleiterin IBA Thüringen, Apolda

Projektpräsentationen inkl. Rückfragen:

10.45 Uhr 
Neue Klimakulturlandschaft 
Klimalandschaftstypologien mit überbetrieblichem Fruchtfolgenmanagement 

Bernhard König, Landschaftsarchitekt und Geschäftsführer der Green4Cities GmbH, Wien

11.15 Uhr 
Keyline Design 
Möglichkeiten und hydrologische Wirkung der Nachhaltigkeitstechnik 

Philipp Gerhardt, Forstwirt und Geschäftsführer Baumfeldwirtschaft, Brück 
Dr. Mohamad Reza Salehi Sadaghiani, Bauingenieur und Projektleiter Tractebel Hydroprojekt GmbH, Weimar

11.45 Uhr 
Regionalbündnis Thüringen 
Neues Netzwerk zwischen Erzeugern und Verarbeitern 

Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum (TLLLR), Jena 

12.15 Uhr 
Gemeinsames Mittagessen

13.00 Uhr 
Moderiertes Werkstattgespräch 
- Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen, Apolda 
- Katrin Hucke, Rechtsanwältin und Hauptgeschäftsführerin Thüringer Bauernverband e. V., Erfurt 
- Dr. Frank Augsten, Abteilungsleiter Landwirtschaftliche Erzeugung, Gartenbau und Bildung im TLLLR, Jena 
- Bert Kämmerer, Vorsitzender Kreisbauernverband Erfurt/Sömmerda und Geschäftsführer der Geratal Agrar GmbH & Co. KG, Andisleben 
- René Kolbe, Leiter Pahren Agrar Kooperation, Pahren 

Gegen 14.00 Uhr 
Ausklang

Moderation: 
Daniel Dabbelt, Journalist, top agrar

Die Machbarkeitsstudie wird gefördert im Rahmen der Zusammenarbeit in der Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft (LFE) durch Europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raums: Hier investiert Europa in die ländlichen Gebiete (ELER) und den Freistaat Thüringen, 2019-2020

©Green4Cities

Open Factory Eiermannbau
Auenstraße 11
99510 Apolda
Deutschland
DE

Landwirtschaft in Thüringen: Innovation statt Nostalgie

Die Landwirtschaft nimmt auch in Thüringen eine Schlüsselposition zur Bewältigung landesweiter und regionaler Herausforderungen ein. Sie soll nicht nur gesunde Lebensmittel produzieren, sondern auch für eine ökonomische, soziale und ökologische Stabilisierung sowie ästhetische Aufwertung der ländlichen Räume sorgen.

Was bedeutet das konkret für Thüringen? Welche Denk- und Organisationsmodelle eignen sich für ein Bundesland, das überwiegend ländlich geprägt ist und mit dem Thüringer Becken einen der fruchtbarsten Böden von Deutschland besitzt? Im IBA Werkstattgespräch wollen wir jenseits der ideologischen Positionskämpfe folgender Frage nachgehen und eine neue Debattenkultur auslösen:

Mit welcher Landwirtschaft, in welcher Landschaft wollen wir Thüringer leben und was brauchen wir dafür?

Programm

10.00 Uhr
Begrüßung und Einführung in die Thematik
Birgit Keller, Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft
Dr. Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin IBA Thüringen
Dr. Kenneth Anders, Büro für Landschaftskommunikation

11.00 Uhr   
Ergebnispräsentation des IBA – Campus ‚1.500 ha Zukunft’
Dirk Wascher, Wageningen University Research

  • Neue Parameter, um Landschaft zu beschreiben
  • Neue Fragen, die sich die Landschaft und das Dorf noch nie gestellt haben
  • Szenarien für die Landschaft in und um Kannawurf

12.00 Uhr
Einführung in die Ausstellung ‚Ich, in meinem Dorf‘ 
mit der Fotografin Frederike Sauerbrey und Roland Lange vom Künstlerhaus Thüringen e.V.

13.00 Uhr
Mittagsimbiss

13.45 Uhr
Rundtisch-Gespräch

Moderation: Caspar Dohmen

  • Dr. sc. agr. Katja Gödeke, Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
  • Dr. Stefan Blöttner, Thüringer Bauernverband e.V.
  • Heinrich Meusel, Landwirt, HEU-HEINRICH Vertriebs UG & Co. KG
  • Dr. Klaus Hollenberg, Landwirtschaftliche Rentenbank Frankfurt
  • Uwe Greff, GLS-Bank und BioBodenGenossenschaft Bochum e.V.
  • und weitere.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Bitte melden Sie sich über das folgende Anmeldeformular zu dem Werkstattgespräch an.

Zum Bericht

Eiermannbau Apolda
Auenstraße 9
99510 Apolda
Germany
DE
Rückblick
06. Juni 2017 bis 16. Juni 2017

1.500 ha Zukunft
(Er)findung einer Landschaftstypologie des 21. Jahrhunderts

Die IBA Thüringen gründet jährlich ein internationales und interdisziplinäres Kollektiv auf Zeit, das einen der Thüringer IBA Projektstandorte bearbeitet. Nach dem IBA Campus 2016 im Eiermannbau Adolda zum Thema ‚LeerGut‘ widmet sich der Campus 2017 gemeinsam mit dem IBA Kandidaten Künstlerhaus Thüringen e.V. im ländlich und agrargeprägten Kannawurf der ‚(Er)findung einer neuen Landschaftstypologie des 21. Jahrhunderts‘. Neue Vorstellungsräume für Landschaften sollen eröffnet, Stereotypen aufgebrochen und etablierte Landschaftsbegriffe und -bilder kritisch hinterfragt werden.

Vier Campusleiter und zwölf Studierende setzen sich vom 6. bis 16. Juni 2017 intensiv mit der Agrarlandschaft auseinander, begeben sich in sie hinein, ermitteln die Rahmenbedingungen ihrer Nutzung, erproben neue Denkmodelle und entwickeln Szenarien für die Zukunft. Zu mehreren öffentlichen Terminen sind Interessierte eingeladen, am Prozess mitzuwirken, sich von zahlreichen Fachvorträgen inspirieren zu lassen, ihre Sichtweise und Vorstellungen zur Region aktiv einzubringen und gemeinsam mit den Veranstaltern die Zukunft der Land(wirt)schaft zu diskutieren und neu zu denken.

Öffentliche Termine:

08. Juni 2017 | 09.15 Uhr
Landschaften unverbrüchlich brüchig
Szenischer Vortrag mit Andreas Peschka, Geopoet

08. Juni 2017 | 19.30 Uhr

Wandelkonzert mit Start im Feldtheater
Ensemble für intuitive Musik, Weimar

09. Juni 2017 | 20.00 Uhr
Landschaftswandel verstehen, Landschaftswandel gestalten
Vortrag von Prof. Antje Stokman, HafenCity Universität Hamburg

10. Juni 2017 | 20.00 Uhr
Renaturierung und Rekultivierung: ein möglicher Ansatz für Wandellandschaften
Vortrag von Andrea Balestrini, Atelier L A N D Italia Srl, Mailand

13. Juni 2017 | 20.00 Uhr
I would propose countryside
Vortrag von Dr. Stephan Petermann, Think Tank AMO am Office for Metropolitan Architecture, Rotterdam 

16. Juni 2017 | 10.00 Uhr
Abschlusspräsentation der Campus-Ergebnisse

Vortragssprache: deutsch
Parkplätze sind vorhanden, Bahnhof Heldrungen in 5 km Entfernung

Das Thema des IBA Campus wird weiter geführt. Am 29. Juni laden wir im Rahmen des Symposiums ‚Rurbane Landschaften’ der Bauhaus-Universität Weimar zu einer Lesung ein und stellen am 30. Juni die Ergebnisse des IBA Campus in einem Werkstattgespräch zur Landwirtschaft in Thüringen der Öffentlichkeit vor.

Der IBA Campus 2017 findet in Kooperation mit dem Künstlerhaus Thüringen e.V. statt, Medienpartner ist die Fachzeitschrift Garten und Landschaft.

Der IBA Campus 2017 wird geleitet von:

  • Dirk Wascher, Wageningen University Research, foodclusters
  • Andreas Dittrich, TU München, Institut für Landschaftsarchitektur und regionale Freiräume (LAREG)
  • Katarina Bajc, Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart
  • Roland Lange, Künstlerhaus Thüringen e.V.
  • Prof. Wolfgang Jonas, Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig, Institut Transformation Design

Zum Bericht

Fotovorlage: Waldemar Salesski

Das IBA Campus Team (v.l.n.r.): Dirk Wascher (Wageningen University Research, foodclusters, Campus_Leiter), Kristina Fromm (Kunsthistorikerin, Masterstudentin Transformationsdesign, Campus_Gestalterin), Maik Hauck (Geograph, Masterstudent Transformationsdesign, Campus_Gestalter), Prof. Wolfgang Jonas (Hochschule der Bildenden Künste Braunschweig, Institut Transformation Design, Campus_Leiter), Marius Förster (Graphikdesigner, Masterstudent Transformationsdesign, Campus_Gestalter), Andreas Dittrich (TU München, Institut für Landschaftsarchitektur und regionaler Freiräume (LAREG), Campus_Young professional), Claudia Siebeck (quartier vier Leipzig, Campus_Projektleiterin), Katarina Bajc aus Ljubliana (zurzeit: Institut für Landschaftsplanung und Ökologie der Universität Stuttgart, Campus_Young professional), Henrik Hass (hortorum Landschaftsarchitektur in Halle/Saale, Campus_Begleiter). Foto: Roland Lange

Medienpartner des IBA Campus 2017: Garten und Landschaft

Schloss Kannawurf
Schlossplan 1
06578 Kannawurf
Germany
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